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Der Naturwissenschaftliche Verein Landshut (NVL) lädt aktuell alle Baum- und Naturfreunde in Landshut und Umgebung dazu ein, bekannte Stechpalmenvorkommen zu melden. Daraus wird der NVL dann das bemerkenswerteste Exemplar im Raum Landshut auswählen und vielleicht eine kleine (ggfs. virtuelle) Rundwanderung erstellen.

 

Die Corona-Pandemie zwingt in vielen Lebensbereichen zum Umdenken. „Urlaub unter Palmen“ fällt für viele dieses Jahr aus. Nicht wenige Menschen entdecken stattdessen auch die Schönheit der heimischen Natur wieder für sich. „Warum in der Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“. Oder, frei nach dem amerikanischen Naturphilosophen Henry David Thoreau: „I have travelled extensively in Landshut”. Manche Gebiete, die als besondere Sehenswürdigkeiten gelten, werden regelrecht überrannt, was auch wiederum nicht gut ist. Sehenswerte Natur gibt es auch in und um Landshut und kann CO2-neutral erreicht werden.

 

Denn auch in der heimischen Natur gibt es viel zu entdecken, wenn man einen Blick für die Schönheit der Natur und für ihre Details hat. Ein beliebtes Naturareal im Landshuter Stadtgebiet ist der Hofgarten. Auch einen in hiesigen Gefilden recht seltenen heimischen Baum kann dort in einem stattlichen Exemplar bewundern. Es ist die Stechpalme (Ilex aquifolium), in 2021 der „Baum des Jahres“.

 

Sie ist ein in Bayern heimischer Baum, der allerdings im Raum Landshut natürlicherweise fehlt. Grund ist, dass der schattenverträgliche “Baum zweiter Ordnung” ein atlantisches Klima benötigt. Dieses findet er aktuell in Bayern vor allem im regenreichen Alpengebiet vor, aber durch den Klimawandel breiten sich immergrüne Gehölze derzeit immer weiter aus. Da viele dieser Gewächse lorbeerähnliche Blätter aufweisen, wird dies als “Laurophyllisierung” bezeichnet. Die Verbreitung der etwas frostempfindlichen Stechpalme fällt mit der Null-Grad-Linie der Januar-Temperatur zusammen. Gegenüber trockenen Winden ist die Art ebenso empfindlich wie gegenüber mangelnder Sommerwärme. Als in der Natur seltener Baum steht sie auf der „Roten Liste“ als „gefährdet“ und ist „besonders geschützt“ nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

 


Ein bemerkenswertes Exemplar der seltenen Art mit fast sieben Metern Höhe und 74 Zentimetern Umfang steht im Landshuter Hofgarten. Man findet den immergrünen Baum mit seinen ledrigen, stacheligen Blättern und den roten Beeren schräg gegenüber dem Ententeich. Die auch im Winter zahlreich vorhandenen Beeren und das lackglänzende Laub lassen den Baum gerade im Winter exotisch und auch dekorativ wirken. Seit vielen Jahrhunderten spielt er im Brauchtum eine Rolle, und ist auch ein traditioneller Weihnachtsschmuck, vor allem im angelsächsischen Kulturkreis. Das immergrüne Laub steht dabei als Sinnbild ewigen Lebens, die im Winter vorhandenen roten Beeren stellen einen reizvollen Kontrast dazu dar. Speziell im Alpengebiet ist er örtlich ein traditioneller Bestandteil der Palmbuschen, und diese Nutzung bescherte dem Baum auch seinen deutschen Namen. Mancherorts musste das Abschneiden von Trieben eingeschränkt werden, um die Vorkommen zu schützen. Auch im Hofgarten ist dies nicht erlaubt.

 

Im Landshuter Stadtgebiet finden sich in den Vorgärten gelegentlich weitere Exemplare dieses markanten Baumes, wenn auch sehr viel seltener als von der ebenfalls immergrünen Lorbeerkirsche (Prunus lauroceraus), einem üppig wachsenden Strauch mit großen, glänzenden, ledrigen Blättern, der aus Kleinasien stammt.

 

Das Laub der Stechpalme ist im unteren Bereich mit Blattdornen am Blattrand bewehrt, in den oberen Stammteilen sind die Blätter hingegen meist unbedornt, was als „Blattdimorphismus“ bezeichnet wird. Der Baum schützt sich so nur dort gegen Fressfeinde, wo dies nötig ist.

 

 

Der NVL ruft hiermit alle Naturfreunde aus Landshut und Umgebung auf, Fundorte und Fotos von Stechpalmen zu melden. Bitte dafür einfach die Koordinate oder die Postadresse des Standortes an info@nwv-landshut.de schicken. Auch der Umfang des Baumes in einem Meter Höhe ist von Interesse und kann mit einem handelsüblichen Maßband leicht ermittelt werden. Aus den übermittelten Bäumen wird das dickste Exemplar gekürt. Die dickste Stechpalme Deutschlands steht in Emmerich am Niederrhein, ist über 12 Meter hoch und hat einen Umfang von mehr als zwei Metern.

 

Ebenfalls interessant; an welchen hiesigen Exemplaren des Baumes die Stechpalmen-Minierfliege (Phytomyza ilicis) vorkommt. Die charakteristischen Blattminen dieser harmlosen, heimischen Art sind auch im Winter gut feststellbar. Fotos dieser Fraßgänge im Blatt können zur Bestätigung auch mitgeschickt werden. Nur von 12 heimische Vogelarten ist bekannt, dass sie Stechpalmenbeeren fressen (Turcek 1961). Beobachtungen seltener gefiederter Gäste in den Stechpalmen sind daher auch von Interesse.


Am Schluss noch ein Lesetipp: der handliche Baumführer zu exotischen und seltenen Bäumen im Landshuter Hofgarten kann bei allen Landshuter Buchhandlungen und an der Kasse des Skulpturenmuseums günstig erworben werden. Dort ist auch der Standort der Stechpalme und zahlreicher weiterer Raritäten auf einer Karte vermerkt.

 

Bleiben Sie gesund und respektieren Sie bitte auch in Zeiten der Corona-Pandemie die Natur.

 

Ihr Dr. S. Müller-Kroehling, 2. Vorsitzender NVL

 

Mit „Drei Forderungen für Bayern“ macht der Bayerische Landesverein für Heimatpflege konkrete Vorschläge für neue Schwerpunkte der Landespolitik im neuen Jahr

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege schlägt eine „Heimatoffensive für Bayern“ im neuen Jahr vor. „Die Pandemie zeigt uns allen, dass wir Menschen nicht alles planen und kontrollieren können. Die Achtung vor der Schöpfung und das Anerkennen der Grenzen des Wachstums sollte daher im kommenden Jahr zu neuen Schwerpunkten der Landespolitik führen“, so der Vorsitzende des Landesvereins, der niederbayerische Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich zum Jahreswechsel. Konkret benennt er gemeinsam mit Prof. Dr. Günter Dippold, dem stellvertretenden Vorsitzenden und oberfränkischem Bezirksheimatpfleger, drei Handlungsfelder, in denen die Landespolitik gefordert ist.

Kulturlandschaft erhalten –  neue gesetzliche Grundlagen schaffen

Seit Jahren werde zu Recht über die Notwendigkeit diskutiert, den „Flächenverbrauch“ zu reduzieren. Auch im Jahr 2020 wurden in Bayern täglich mehr als 10 Hektar pro Tag aus der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung genommen um Straßen und Siedlungsflächen zu errichten. „Wir fordern ein neues Raumordnungsgesetz, in dem klare Vorgaben für das Flächensparen gemacht werden“, so der stellvertretende Vorsitzende Günter Dippold.

Er verweist darauf, dass im Bundesland Oberösterreich im Dezember 2020 ein neues Raumordnungsgesetz beschlossen werde, das für Lebensmitteleinzelhändler zwei neue Vorgaben enthält: Sie müssen bei Neubauten von Lebensmittelgeschäften über 800 Quadratmeter den Großteil der Parkplätze unter dem Neubau errichten, und die Gebäude müssen zwingend mindestens dreistöckig gebaut werden. „Mit solchen Vorgaben setzt Oberösterreich ein klares Zeichen für den Erhalt der Kulturlandschaft und für die Begrenzung des Neubaus von großen eingeschossigen Hallen, wie sie in Bayern mehr und mehr das Bild des Landes dominieren“, unterstreicht Heinrich.

Erhalt lebendiger Ortszentren

Durch den schleichenden Funktionsverlust der Ortskerne in kleinen und mittleren Orten verlieren die ländlichen Räume in Bayern ihr Gesicht. „Der Markt- oder Stadtplatz ist die Visitenkarte eines Ortes. Wenn hier historische Gebäude ungenutzt bleiben, Geschäfte und Gastronomiebetriebe schließen, dann führt dies zu einem großen Imageverlust für den betroffenen Ort“, argumentiert Heinrich, der selber seit 12 Jahren Bürgermeister einer Kleinstadt im Bayerischen Wald ist. Vor diesem Hintergrund fordert er drei Maßnahmen zum Erhalt lebendiger Ortszentren:

  1. Die von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion angestoßene Debatte über eine Paketsteuer müsse intensiv weitergeführt werden. Der immer weiter zunehmende Onlinehandel führe zum Verlust von Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor Ort, zu immer mehr Verkehr durch Paketdienste und oftmals zu einer Ausbeutung der Mitarbeiter seitens der großen Internetkonzerne. Der gesellschaftliche Mehrwert des stationären Einzelhandels als Versorger und als Kommunikationspunkt vor Ort müsse deutlich mehr gewürdigt werden. Die beiden Vorsitzenden fordern daher für 2021 Entscheidungen über verpflichtende Gebühren für die Rücksendung von Waren, eine Paketsteuer oder eine Erleichterung bei der Mehrwertsteuer für Waren, die im stationären Einzelhandel gekauft werden.
  2. Die Ausweisung von städtebaulichen Sanierungsgebieten nach § 136 Abs. 1 Baugesetzbuch solle deutlich erleichtert und durch die jeweiligen Bezirksregierungen offensiv unterstützt werden. „Sonderabschreibungen für Investitionen im Ortskern auch von kleinen und mittelgroßen Orten sind ein geeignetes Mittel, das die Menschen aus der Region dazu motiviert, vor Ort zu investieren. Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase können dadurch Finanzmittel in die ländlichen Räume gelenkt werden“, so Prof. Dr. Günter Dippold.
  3. Die beiden Vorsitzenden des Landesvereins schlagen weiterhin vor, im Bayerischen Wohnungsbauförderprogramm einen Förderbonus für „neue Sozialwohnungen in alten Mauern“ einzuführen. „Der Freistaat Bayern fördert seit Jahren mit erheblichen Mitteln den Neubau von Sozialwohnungen. Gleichzeitig stehen in vielen Kernorten historische Häuser leer. Wir schlagen daher vor, die Revitalisierung von bestehenden Wohnflächen in Sanierungsgebieten mit einem Sonderbonus zu unterstützen“, so Olaf Heinrich. Aktuell erhalten Kommunen bei Neubauten oder Sanierungen bestehender Gebäude 30 Prozent Zuschuss, wenn dadurch neue Sozialwohnungen entstehen. „Die Innenstädte Bayern bekommen aber auch dadurch mehr Leben, dass die Wohnnutzung zunimmt. Wir schlagen daher vor, die Schaffung von Sozialwohnungen in leerstehenden Gebäuden in Sanierungsgebieten mit 40% zu bezuschussen. Der Bonus von 10% wird dazu beitragen, dass bestehende Bausubstanz revitalisiert wird. Dies führt zu einer Belebung der Ortskerne und reduziert den Flächenverbrauch“, argumentiert Dr. Olaf Heinrich.

Immaterielles Kulturerbe zu den Schülern bringen

In Zeiten der pandemischen Einschränkungen setzten die Schulen mehr und mehr auf die digitale Vermittlung von Lehrinhalten. Diese Entwicklung könne das Kulturministerium nutzen, um die Vermittlung von immateriellen Kulturgütern zu forcieren und das Vereinsleben vor Ort zu unterstützen. „Wir schlagen vor, dass im Jahr 2021 jedem Schüler die Möglichkeit eröffnet wird, mit einem Vertreter eines regionalen Trachtenvereins oder eines ortsspezifischen Handwerksberufs, mit einem Volksmusiker oder einem Heimatpflegern eine Schulstunde zu Themen des immateriellen Kulturerbes zu erleben“, so Prof. Dr. Günter Dippold. Dies könne nicht nur eine willkommene Abwechslung während des „Homeschoolings“ sein, es biete auch den engagierten Ehrenamtlichen in allen Regionen Bayerns die Möglichkeit, junge Menschen direkt zu erreichen und sie für die Anliegen der Heimatpflege zu begeistern. „Dies ist gerade jetzt wichtig, weil viele Vereine massiv darunter leiden, dass alle traditionellen Veranstaltungen aktuell untersagt sind“, unterstreicht Olaf Heinrich.

Hintergrund

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. kümmert sich seit seiner Gründung im Jahr 1902 um Heimat-, Denkmal- und Baupflege, Volksmusik, Bräuche, Trachten und Mundart in Bayern. Der Entwicklung des ländlichen Raumes als lebenswerte Heimat kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Dabei arbeitet der Verein als Dachverband der Heimatpflege in Bayern mit zahlreichen Institutionen und Einzelpersonen zusammen.

Denn das Leitbild des Landesvereins, die Heimat zu schützen, bedeutet nicht nur, sie zu bewahren und zu pflegen, sondern sie auch verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.

 

PRESSEMITTEILUNG 22.12.2020

Das KOENIGmuseum der Stadt Landshut bekommt eine neue Leiterin: Dr. Alexandra von Arnim, promovierte Kunsthistorikerin und Kulturmanagerin, wird ab 1. Februar 2021 die Geschicke des Museums lenken, das sich dem Werk des 2017 verstorbenen Bildhauers Fritz Koenig widmet. Oberbürgermeister Alexander Putz betrachtet von Arnim als Idealbesetzung für die verantwortungsvolle Position: „Mit ihr haben wir eine ausgewiesene Expertin gewinnen können.“ Die Stadt setze hohe Erwartungen in die neue Museumschefin, beton t Putz: „Frau Dr. von Arnim hat uns mit ihrer großen Erfahrung und frischen Ideen überzeugt. Ich bin sicher: Sie wird das KOENIGmuseum noch attraktiver für Besucher aus Nah und Fern machen.“

Dr. Alexandra von Arnim studierte Kunstgeschichte und Museologie in Salzburg, Wien und Boston. Im Jahr 2000 wurde sie mit einer Dissertation über das Monographische Künstlermuseum an der Universität für Angewandte Kunst in Wien promoviert. Sie ist Vorstandsmitglied im Lenbachhaus München. In der Vergangenheit leitete sie unter anderem das Kunstareal München und verschiedene Wiener Kulturprojekte, beispielsweise die Vienna Art Week. Außerdem ist Dr. von Arnim an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien als Dozentin zum Thema Cultural Entrepreneur tätig.

Ihrer neuen Aufgabe sieht die künftige Museumsleiterin mit großer Vorfreude entgegen. „Die weitere Pflege und Neuausrichtung des KOENIGmuseums mit seinem einzigartigen Museumsbau, als ein Magnet und Zentrum des Kulturlebens von Landshut ist für mich ein überragendes Ziel“, so Dr. von Arnim. „Die Positionierung des Museums als Ort zeitgenössischer Skulptur des 20. und 21. Jahrhunderts in Bayern sehe ich als Aufgabe, die mich begeistert. Ich freue mich darauf, mit dem Einsatz meiner internationalen Kontakte zur weiteren Entwicklung der Museumslandschaft Landshuts beizutragen.“ Fritz Koenig habe ihr dabei das Motto vorgelebt: „Weltruhm und Heimatliebe – die Heimat mit der Welt verbinden.“

Foto:  Dr. von Arnim

Foto: Klartext.la

Hintergrund: Klein- und Mittelstädte erleiden seit vielen Jahren einen kontinuierlichen Funktionsverlust in ihren Ortszentren. Um dem etwas entgegenzusetzen muss eine „Gesamtstrategie zur Stärkung der Innenstädte“ erarbeitet werden.

Die von der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag angestoßene Diskussion über eine mögliche Paketsteuer begrüßt der Bayerische Landesverein für Heimatpflege.

„Unabhängig davon, ob dieser Vorstoß das richtige oder ausreichende Mittel für eine dauerhafte Stärkung der innerstädtischen Strukturen darstellt, ist eines völlig klar: Die Debatte, wie man die Innenstädte auch in Zukunft attraktiv hält, wie der Einzelhandel dauerhaft unterstützt und gestärkt werden kann, muss dringend geführt werden“, betont der Vorstandsvorsitzende des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V., Dr. Olaf Heinrich.

Durch die Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie erleiden stationäre Einzelhändler erhebliche Einschnitte, während zugleich der Onlinehandel zusätzliche Marktanteile gewinnt. Diese Entwicklung sieht der Landesverein für Heimatpflege mit großer Sorge, da sie dazu beitragen werde, die Funktionen der Kernorte weiter zu schwächen. So sei zu befürchten, dass insbesondere in Klein- und Mittelstädten die ohnehin schwierige Situation des stationären Einzelhandels weiter verschärft würde.

„Wenn es im Kernort nicht mehr unterschiedliche Einzelhandelsgeschäfte gibt, die sich gegenseitig Kundenfrequenz bringen, kann dies zu einer Kettenreaktion führen. Eine Innenstadt ohne Einzelhandel führt in der Konsequenz auch zu einem Verlust weiterer Angebote, wie beispielsweise der Gastronomie. Das Endergebnis ist im schlimmsten Fall ein Ortszentrum, in das niemand mehr fahren möchte, da die historische Bausubstanz leer steht“, so Prof. Dr. Günter Dippold, stellvertretender Vorsitzender des Landesvereins.

Aus diesem Grunde sei es absolut notwendig, eine „Gesamtstrategie zur Stärkung der Innenstädte“ zu entwickeln. Mit Hilfe der Programme der Städtebauförderung sei in den vergangenen Jahrzehnten vieles getan worden, um den öffentlichen Raum zu gestalten. Nun müsse jedoch in einem nächsten Schritt auch ein Weg gefunden werden, um attraktive Einzelhandelsstrukturen auch jenseits der großen Zentren auf Dauer zu sichern.

„Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze vor Ort bieten die ortsansässigen Einzelhändler und Filialisten, nicht aber die großen Versandhändler. Daher begrüße ich jede Initiative mit dem Ziel, die Innenstädte unserer Kommunen zu stärken und die großen Internethandelskonzerne endlich angemessen zu besteuern“, so der Vorsitzende des Landesvereins und niederbayerische Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.

Soloselbstständige Künstler und Angehörige kulturnaher Berufe werden vom Freistaat unterstützt. Foto: Stampf/Pixabay

München/Region Landshut. „Künstler und Kreative können ab sofort im Rahmen des neuen Soloselbstständigen-Programm Hilfen beantragen“, teilt Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) mit. Als Mitglied des Kunstausschusses im Bayerischen Landtag hatte sich der Abgeordnete seit langem für Unterstützung des von der Pandemie schwer getroffenen Berufsgruppe eingesetzt.

Rückwirkend für den Zeitraum von Oktober bis Dezember können soloselbstständige Künstler sowie Angehörige kulturnaher Berufe Hilfen beantragen. Noch bis zum 31. März 2021 ist eine Antragsstellung möglich. „Gegenüber dem ausgelaufenen Vorgängerprogramm wurde deutlich nachgebessert“, zeigt sich Radlmeier zufrieden. Der Kreis der Antragsberechtigten wurde deutlich vergrößert, die Konditionen stark überarbeitet: Dank dem Programm können freischaffende Künstlerinnen und Künstler bei der Sicherung des Lebensunterhalts unterstützt werden.

Monatlich bis zu 1.180 Euro können als monatliche Finanzhilfe als Ersatz für den Erwerbsausfall beantragt werden. Nach langen Abstimmungsprozessen mit dem Bund ist diese Hilfe mit der November- und der Dezemberhilfe des Bundes kumulierbar. Anträge können online gestellt werden: https://www.bayern-innovativ.de/soloselbststaendigenprogramm. Dorf sind auch alle relevanten Informationen zum Programm zu finden.

„Das neue Hilfsprogramm war ein hartes Stück Arbeit. Umso mehr freut es mich, dass man zu einem guten Ergebnis gekommen ist und die Hilfen nun starten. Das ist eine große Stütze für eine schwer gebeutelte Branche. Ich danke vor allem unserem Kunstminister Bernd Sibler, dass er hier hartnäckig drangeblieben ist“, so Radlmeier.