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Der Naturwissenschaftliche Verein Landshut (NVL) lädt aktuell alle Baum- und Naturfreunde in Landshut und Umgebung dazu ein, bekannte Stechpalmenvorkommen zu melden. Daraus wird der NVL dann das bemerkenswerteste Exemplar im Raum Landshut auswählen und vielleicht eine kleine (ggfs. virtuelle) Rundwanderung erstellen.

 

Die Corona-Pandemie zwingt in vielen Lebensbereichen zum Umdenken. „Urlaub unter Palmen“ fällt für viele dieses Jahr aus. Nicht wenige Menschen entdecken stattdessen auch die Schönheit der heimischen Natur wieder für sich. „Warum in der Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“. Oder, frei nach dem amerikanischen Naturphilosophen Henry David Thoreau: „I have travelled extensively in Landshut”. Manche Gebiete, die als besondere Sehenswürdigkeiten gelten, werden regelrecht überrannt, was auch wiederum nicht gut ist. Sehenswerte Natur gibt es auch in und um Landshut und kann CO2-neutral erreicht werden.

 

Denn auch in der heimischen Natur gibt es viel zu entdecken, wenn man einen Blick für die Schönheit der Natur und für ihre Details hat. Ein beliebtes Naturareal im Landshuter Stadtgebiet ist der Hofgarten. Auch einen in hiesigen Gefilden recht seltenen heimischen Baum kann dort in einem stattlichen Exemplar bewundern. Es ist die Stechpalme (Ilex aquifolium), in 2021 der „Baum des Jahres“.

 

Sie ist ein in Bayern heimischer Baum, der allerdings im Raum Landshut natürlicherweise fehlt. Grund ist, dass der schattenverträgliche “Baum zweiter Ordnung” ein atlantisches Klima benötigt. Dieses findet er aktuell in Bayern vor allem im regenreichen Alpengebiet vor, aber durch den Klimawandel breiten sich immergrüne Gehölze derzeit immer weiter aus. Da viele dieser Gewächse lorbeerähnliche Blätter aufweisen, wird dies als “Laurophyllisierung” bezeichnet. Die Verbreitung der etwas frostempfindlichen Stechpalme fällt mit der Null-Grad-Linie der Januar-Temperatur zusammen. Gegenüber trockenen Winden ist die Art ebenso empfindlich wie gegenüber mangelnder Sommerwärme. Als in der Natur seltener Baum steht sie auf der „Roten Liste“ als „gefährdet“ und ist „besonders geschützt“ nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

 


Ein bemerkenswertes Exemplar der seltenen Art mit fast sieben Metern Höhe und 74 Zentimetern Umfang steht im Landshuter Hofgarten. Man findet den immergrünen Baum mit seinen ledrigen, stacheligen Blättern und den roten Beeren schräg gegenüber dem Ententeich. Die auch im Winter zahlreich vorhandenen Beeren und das lackglänzende Laub lassen den Baum gerade im Winter exotisch und auch dekorativ wirken. Seit vielen Jahrhunderten spielt er im Brauchtum eine Rolle, und ist auch ein traditioneller Weihnachtsschmuck, vor allem im angelsächsischen Kulturkreis. Das immergrüne Laub steht dabei als Sinnbild ewigen Lebens, die im Winter vorhandenen roten Beeren stellen einen reizvollen Kontrast dazu dar. Speziell im Alpengebiet ist er örtlich ein traditioneller Bestandteil der Palmbuschen, und diese Nutzung bescherte dem Baum auch seinen deutschen Namen. Mancherorts musste das Abschneiden von Trieben eingeschränkt werden, um die Vorkommen zu schützen. Auch im Hofgarten ist dies nicht erlaubt.

 

Im Landshuter Stadtgebiet finden sich in den Vorgärten gelegentlich weitere Exemplare dieses markanten Baumes, wenn auch sehr viel seltener als von der ebenfalls immergrünen Lorbeerkirsche (Prunus lauroceraus), einem üppig wachsenden Strauch mit großen, glänzenden, ledrigen Blättern, der aus Kleinasien stammt.

 

Das Laub der Stechpalme ist im unteren Bereich mit Blattdornen am Blattrand bewehrt, in den oberen Stammteilen sind die Blätter hingegen meist unbedornt, was als „Blattdimorphismus“ bezeichnet wird. Der Baum schützt sich so nur dort gegen Fressfeinde, wo dies nötig ist.

 

 

Der NVL ruft hiermit alle Naturfreunde aus Landshut und Umgebung auf, Fundorte und Fotos von Stechpalmen zu melden. Bitte dafür einfach die Koordinate oder die Postadresse des Standortes an info@nwv-landshut.de schicken. Auch der Umfang des Baumes in einem Meter Höhe ist von Interesse und kann mit einem handelsüblichen Maßband leicht ermittelt werden. Aus den übermittelten Bäumen wird das dickste Exemplar gekürt. Die dickste Stechpalme Deutschlands steht in Emmerich am Niederrhein, ist über 12 Meter hoch und hat einen Umfang von mehr als zwei Metern.

 

Ebenfalls interessant; an welchen hiesigen Exemplaren des Baumes die Stechpalmen-Minierfliege (Phytomyza ilicis) vorkommt. Die charakteristischen Blattminen dieser harmlosen, heimischen Art sind auch im Winter gut feststellbar. Fotos dieser Fraßgänge im Blatt können zur Bestätigung auch mitgeschickt werden. Nur von 12 heimische Vogelarten ist bekannt, dass sie Stechpalmenbeeren fressen (Turcek 1961). Beobachtungen seltener gefiederter Gäste in den Stechpalmen sind daher auch von Interesse.


Am Schluss noch ein Lesetipp: der handliche Baumführer zu exotischen und seltenen Bäumen im Landshuter Hofgarten kann bei allen Landshuter Buchhandlungen und an der Kasse des Skulpturenmuseums günstig erworben werden. Dort ist auch der Standort der Stechpalme und zahlreicher weiterer Raritäten auf einer Karte vermerkt.

 

Bleiben Sie gesund und respektieren Sie bitte auch in Zeiten der Corona-Pandemie die Natur.

 

Ihr Dr. S. Müller-Kroehling, 2. Vorsitzender NVL

 

Mit „Drei Forderungen für Bayern“ macht der Bayerische Landesverein für Heimatpflege konkrete Vorschläge für neue Schwerpunkte der Landespolitik im neuen Jahr

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege schlägt eine „Heimatoffensive für Bayern“ im neuen Jahr vor. „Die Pandemie zeigt uns allen, dass wir Menschen nicht alles planen und kontrollieren können. Die Achtung vor der Schöpfung und das Anerkennen der Grenzen des Wachstums sollte daher im kommenden Jahr zu neuen Schwerpunkten der Landespolitik führen“, so der Vorsitzende des Landesvereins, der niederbayerische Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich zum Jahreswechsel. Konkret benennt er gemeinsam mit Prof. Dr. Günter Dippold, dem stellvertretenden Vorsitzenden und oberfränkischem Bezirksheimatpfleger, drei Handlungsfelder, in denen die Landespolitik gefordert ist.

Kulturlandschaft erhalten –  neue gesetzliche Grundlagen schaffen

Seit Jahren werde zu Recht über die Notwendigkeit diskutiert, den „Flächenverbrauch“ zu reduzieren. Auch im Jahr 2020 wurden in Bayern täglich mehr als 10 Hektar pro Tag aus der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung genommen um Straßen und Siedlungsflächen zu errichten. „Wir fordern ein neues Raumordnungsgesetz, in dem klare Vorgaben für das Flächensparen gemacht werden“, so der stellvertretende Vorsitzende Günter Dippold.

Er verweist darauf, dass im Bundesland Oberösterreich im Dezember 2020 ein neues Raumordnungsgesetz beschlossen werde, das für Lebensmitteleinzelhändler zwei neue Vorgaben enthält: Sie müssen bei Neubauten von Lebensmittelgeschäften über 800 Quadratmeter den Großteil der Parkplätze unter dem Neubau errichten, und die Gebäude müssen zwingend mindestens dreistöckig gebaut werden. „Mit solchen Vorgaben setzt Oberösterreich ein klares Zeichen für den Erhalt der Kulturlandschaft und für die Begrenzung des Neubaus von großen eingeschossigen Hallen, wie sie in Bayern mehr und mehr das Bild des Landes dominieren“, unterstreicht Heinrich.

Erhalt lebendiger Ortszentren

Durch den schleichenden Funktionsverlust der Ortskerne in kleinen und mittleren Orten verlieren die ländlichen Räume in Bayern ihr Gesicht. „Der Markt- oder Stadtplatz ist die Visitenkarte eines Ortes. Wenn hier historische Gebäude ungenutzt bleiben, Geschäfte und Gastronomiebetriebe schließen, dann führt dies zu einem großen Imageverlust für den betroffenen Ort“, argumentiert Heinrich, der selber seit 12 Jahren Bürgermeister einer Kleinstadt im Bayerischen Wald ist. Vor diesem Hintergrund fordert er drei Maßnahmen zum Erhalt lebendiger Ortszentren:

  1. Die von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion angestoßene Debatte über eine Paketsteuer müsse intensiv weitergeführt werden. Der immer weiter zunehmende Onlinehandel führe zum Verlust von Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor Ort, zu immer mehr Verkehr durch Paketdienste und oftmals zu einer Ausbeutung der Mitarbeiter seitens der großen Internetkonzerne. Der gesellschaftliche Mehrwert des stationären Einzelhandels als Versorger und als Kommunikationspunkt vor Ort müsse deutlich mehr gewürdigt werden. Die beiden Vorsitzenden fordern daher für 2021 Entscheidungen über verpflichtende Gebühren für die Rücksendung von Waren, eine Paketsteuer oder eine Erleichterung bei der Mehrwertsteuer für Waren, die im stationären Einzelhandel gekauft werden.
  2. Die Ausweisung von städtebaulichen Sanierungsgebieten nach § 136 Abs. 1 Baugesetzbuch solle deutlich erleichtert und durch die jeweiligen Bezirksregierungen offensiv unterstützt werden. „Sonderabschreibungen für Investitionen im Ortskern auch von kleinen und mittelgroßen Orten sind ein geeignetes Mittel, das die Menschen aus der Region dazu motiviert, vor Ort zu investieren. Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase können dadurch Finanzmittel in die ländlichen Räume gelenkt werden“, so Prof. Dr. Günter Dippold.
  3. Die beiden Vorsitzenden des Landesvereins schlagen weiterhin vor, im Bayerischen Wohnungsbauförderprogramm einen Förderbonus für „neue Sozialwohnungen in alten Mauern“ einzuführen. „Der Freistaat Bayern fördert seit Jahren mit erheblichen Mitteln den Neubau von Sozialwohnungen. Gleichzeitig stehen in vielen Kernorten historische Häuser leer. Wir schlagen daher vor, die Revitalisierung von bestehenden Wohnflächen in Sanierungsgebieten mit einem Sonderbonus zu unterstützen“, so Olaf Heinrich. Aktuell erhalten Kommunen bei Neubauten oder Sanierungen bestehender Gebäude 30 Prozent Zuschuss, wenn dadurch neue Sozialwohnungen entstehen. „Die Innenstädte Bayern bekommen aber auch dadurch mehr Leben, dass die Wohnnutzung zunimmt. Wir schlagen daher vor, die Schaffung von Sozialwohnungen in leerstehenden Gebäuden in Sanierungsgebieten mit 40% zu bezuschussen. Der Bonus von 10% wird dazu beitragen, dass bestehende Bausubstanz revitalisiert wird. Dies führt zu einer Belebung der Ortskerne und reduziert den Flächenverbrauch“, argumentiert Dr. Olaf Heinrich.

Immaterielles Kulturerbe zu den Schülern bringen

In Zeiten der pandemischen Einschränkungen setzten die Schulen mehr und mehr auf die digitale Vermittlung von Lehrinhalten. Diese Entwicklung könne das Kulturministerium nutzen, um die Vermittlung von immateriellen Kulturgütern zu forcieren und das Vereinsleben vor Ort zu unterstützen. „Wir schlagen vor, dass im Jahr 2021 jedem Schüler die Möglichkeit eröffnet wird, mit einem Vertreter eines regionalen Trachtenvereins oder eines ortsspezifischen Handwerksberufs, mit einem Volksmusiker oder einem Heimatpflegern eine Schulstunde zu Themen des immateriellen Kulturerbes zu erleben“, so Prof. Dr. Günter Dippold. Dies könne nicht nur eine willkommene Abwechslung während des „Homeschoolings“ sein, es biete auch den engagierten Ehrenamtlichen in allen Regionen Bayerns die Möglichkeit, junge Menschen direkt zu erreichen und sie für die Anliegen der Heimatpflege zu begeistern. „Dies ist gerade jetzt wichtig, weil viele Vereine massiv darunter leiden, dass alle traditionellen Veranstaltungen aktuell untersagt sind“, unterstreicht Olaf Heinrich.

Hintergrund

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. kümmert sich seit seiner Gründung im Jahr 1902 um Heimat-, Denkmal- und Baupflege, Volksmusik, Bräuche, Trachten und Mundart in Bayern. Der Entwicklung des ländlichen Raumes als lebenswerte Heimat kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Dabei arbeitet der Verein als Dachverband der Heimatpflege in Bayern mit zahlreichen Institutionen und Einzelpersonen zusammen.

Denn das Leitbild des Landesvereins, die Heimat zu schützen, bedeutet nicht nur, sie zu bewahren und zu pflegen, sondern sie auch verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.

 

PRESSEMITTEILUNG 22.12.2020

Nach den Weihnachtsferien werden auf weiteren Strecken zwei Busse unterwegs sein

Für die Schulbuslinien in der Tarifzone 100/199 des Landshuter Verkehrs-Verbunds (LAVV), also im Liniennetz der Stadtbusse, setzt die Stadt Landshut als Aufgabenträger des ÖPNV bereits seit September für Schüler- und Berufslinien Verstärkerfahrten ein. Das bedeutet, ein zweiter Bus fährt unmittelbar hinter einem normalen Linienbus der Stadtwerke und hält an allen Haltestellen gleichzeitig mit dem Linienbus. Dadurch wird das Platzangebot erhöht, um den Fahrgästen in Zeiten der Corona-Pandemie möglichst auch in Schulbussen die kontinuierliche Einhaltung des aus Infektionsschutzgründen nötigen Mindestabstands von 1,5 Metern zu ermöglichen.

Die Kapazitäten der Verstärkerbusse waren jedoch von Anfang an begrenzt. Die Stadt Landshut hat daher laufend bei Busunternehmen weitere Kapazitäten angefragt – und hatte nun Erfolg: Nach den Weihnachtsferien können nun sieben weitere Fahrten verstärkt werden. Konkret handelt es sich um die Linien 514 (ab 7.10 Uhr Tulpenstraße bis Am Lurzenhof), 539 (ab 7.05 Uhr Preisenberg bis Realschule Ergolding), 540 (ab 7.32Uhr Hauptbahnhof bis Gymnasium Ergolding), 555 (ab 13.05 Uhr Realschule Ergolding bis Kanalstraße), 572 (ab 13.07 Uhr Schulstraße Landshut bis Eugenbach), 576 (ab 13.10 Uhr Maximilianstraße Richtung Gündlkofen bis Feichtmeier) sowie die Linie 6 auf der Hauptachse, 13:05 Uhr ab Haltestelle Maximilianstraße bis Hauptbahnhof. Bereits seit Anfang des Schuljahres bzw. seit den Herbstferien werden die Linien 506, 509, 511, 519, 522, 551, 552, 553, 562, 564, 569 und 571 mit jeweils zwei Bussen bedient.

Die Auswahl der verstärkten Buslinien erfolgt nach der größten Nutzung. Insgesamt gibt es neben den normalen Linien 64 zusätzliche Schüler- und Berufslinien, davon 41 morgens. Die Stadtwerke selbst haben keine Kapazitäten mehr, Verstärkerbusse einzusetzen. Alle Schüler- und Berufslinien sind unter www.stadtwerke-landshut.de abrufbar. Dort wird auch über weitere Verstärkerfahrten informiert.

Die Schüler werden gebeten, immer beide Busse zu nutzen und den Hinweisen der Busfahrer bezüglich freier Plätze Folge zu leisten. Außerdem sollten alle Schüler nach dem Einsteigen möglichst nach hinten durchgehen und nicht vorne stehen bleiben. Fahrgäste, die noch einen Fahrschein brauchen, können nur den regulären Bus benutzen und nicht den Verstärker.

Foto: Stadtwerke Landshut

Charles Seon kommt wie sein Kommilitone aus dem Elsass und hat im vergangenen Jahr bereits Auslandserfahrung in Flensburg gesammelt. Foto: privat

Internationale Studierende erzählen von ihren ersten Monaten an der Hochschule Landshut

Ob Praktikum, Kurzzeitmobilität oder Auslandsstudium – jedes Jahr finden rund 200 Menschen aus aller Welt den Weg an die Hochschule Landshut. Um die Studierenden nach ihrer Ankunft mit der Hochschule und dem Campus vertraut zu machen, organisiert das International Office während der Welcome Weeks im März und September ein interessantes und abwechslungsreiches Programm mit Ausflügen in die Region. Ein Höhepunkt ist außerdem ein offizieller Empfang beim Landshuter Oberbürgermeister im Rathaus Prunksaal. Corona machte diesen Planungen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Viele Studierende konnten wegen Einreise-Beschränkungen oder Gesundheitsbedenken nicht kommen, größere Ausflüge waren nicht umzusetzen.

Die Hochschule freute sich deshalb umso mehr, dass sie zu Beginn des Wintersemesters immerhin neun Incomings – genauso viele Studierende absolvieren das Wintersemester virtuell vom Heimatland aus – am Landshuter Campus begrüßen durfte. Zwei von ihnen berichten, wie sie sich in Landshut eingewöhnt haben und mit der speziellen Situation umgehen.

Austausch mit anderen Studierenden schwierig

Charles Seon lebt in Straßburg, zehn Kilometer entfernt von der deutschen Grenze. Der 20-Jährige studiert Betriebswirtschaft. Seon traf die Entscheidung, sein Auslandssemester in Landshut zu absolvieren, vor gut einem Jahr. Noch ohne Corona-Vorzeichen. „Für mich war aber auch nach Ausbruch der Pandemie klar, dass ich auf jeden Fall nach Landshut kommen möchte und ich bin froh, diese Möglichkeit bekommen zu haben“, erklärt der junge Franzose. Der zweite Lockdown Anfang November traf Seon hart. „Meine Kurse sind alle online, deswegen bin ich hauptsächlich in meinem Apartment.“ Kurz nach seiner Anreise im September war das noch anders: „Ich konnte mich mit Kommilitoninnen und Kommilitonen treffen, zum Beispiel beim Sport treiben oder in der Stadt.“

Die aktuelle Situation beschreibt Seon „als sehr herausfordernd“. Im vergangenen Jahr war er bereits in Flensburg zu einem Auslandssemester. Damals gab es noch keine Einschränkungen. „Jetzt verbringe ich meine Zeit hauptsächlich mit Lernen, Kochen, Individualsport und Gitarre spielen“, so der Straßburger. Seons Hoffnung: Die Situation entspannt sich wieder im neuen Jahr. Trotz der Ausnahmesituation fühlt sich Charles Seon an der Hochschule gut aufgehoben. „Die Kommunikation mit den Dozierenden und dem International Office klappt sehr gut. Wir bekommen immer die notwendige Unterstützung“, betont der 20-Jährige.

Wohlfühlen trotz Corona

Das sieht auch Léonard Ott so, der wie Seon aus dem Elsass kommt. „Wir werden regelmäßig über neue Corona-Entwicklungen informiert.“ Der 24-Jährige absolviert in Landshut ein deutsch-französisches Doppeldiplom im Studiengang Betriebswirtschaft und wird erst in gut zwei Jahren wieder nach Frankreich zurückkehren. „Falls ich mich nicht entscheide, ganz hier zu bleiben“, so Ott. „Landshut ist eine wunderschöne Stadt und ich lebe sehr gerne hier, daran ändert auch das Coronavirus nichts.“

Der Lockdown stellt auch den jungen Elsässer vor enorme Herausforderungen, der seine Freizeit deshalb oft damit verbringt, zu Fuß die Stadt und ihr Umland zu erkunden und in der Natur sein Jagdhorn zu spielen. „Ich hätte mich gerne Vereinen angeschlossen oder einem Musikorchester. Es ist sehr schade, dass alle sozialen Aktivitäten derzeit nicht möglich sind. Der Lockdown kam nach meiner Ankunft im September so schnell, dass ich nicht wirklich Kontakte knüpfen konnte, außer zu den anderen Internationals. Der Austausch über virtuelle Plattformen kann das reale Treffen nicht ersetzen.“ Ott hofft deshalb darauf, dass die Zahlen bald wieder runtergehen und zumindest wieder ein Hauch Normalität einkehren kann.

Léonard Ott wird die nächsten zwei Jahre in Landshut verbringen und dort sein deutsch-französisches Doppeldiplom abschließen. Foto: privat

 

 

Foto: © Dombauarchiv Köln

Drei neue Einträge im Register guter Praxisbeispiele zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes

Der UNESCO-Ausschuss für das Immaterielle Kulturerbe hat am Donnerstag 14 Formen von überliefertem Wissen und Können in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Dazu gehören die Saunakultur in Finnland, das Schattenboxen Taijiquan aus China sowie die Zeidlerei, die traditionelle Waldimkerei in Polen und Belarus. Zudem nahm der Ausschuss drei gute Praxisbeispiele zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes in das gleichnamige UNESCO-Register auf, darunter das Bauhüttenwesen, das von Frankreich, Norwegen, Österreich, der Schweiz und Deutschland gemeinsam nominiert worden war.

Damit beendet der Zwischenstaatliche Ausschuss seine Beratungen über die Aufnahme lebendiger Traditionen, Bräuche und Handwerkstechniken in die UNESCO-Listen für dieses Jahr. 2020 wurde die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes um insgesamt 29 Kulturformen ergänzt. Die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes verzeichnet drei Neuaufnahmen, das Register guter Praxisbeispiele zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes ebenfalls drei. Der Ausschuss tagt noch bis zum 19. Dezember. Aufgrund der Covid-19-Pandemie finden die Beratungen in diesem Jahr erstmals online statt.

In das Register guter Praxisbeispiele zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes wurden aufgenommen:

Frankreich: Die Martinique-Yole: Von der Herstellung bis zu den Segelpraktiken, ein Modell für den Erhalt des Kulturerbes

Frankreich, Deutschland, Norwegen, Österreich, Schweiz: Bauhüttenwesen: Handwerkstechniken und Gepflogenheiten der Dombauhütten in Europa, Know-how, Weitergabe, Wissensentwicklung und Innovation

Griechenland: Polyphone Karawane: Erforschung, Bewahrung und Förderung des vielstimmigen Gesangs von Epirus

In die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit wurden aufgenommen:

China: Taijiquan

China, Malaysia: Ong Chun: Zeremonie, Rituale und Praktiken zur Aufrechterhaltung der nachhaltigen Verbindung zwischen Mensch und Ozean

Finnland: Saunakultur in Finnland

Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien: Das Hornspiel in Verbindung mit Gesang, Atemkontrolle, Vibrato, Ortsresonanz und Geselligkeit

Indonesien, Malaysia: Pantun-Gedichtform

Iran, Armenien: Wallfahrt zum Apostelkloster St. Thaddäus

Italien, Frankreich: Glasperlen-Kunst

Japan: Traditionelle Fertigkeiten, Techniken und Wissen zur Erhaltung und Weitergabe von Holzarchitektur in Japan

Kasachstan, Kirgisistan, Türkei: Traditionelles Intelligenz- und Strategiespiel: Togyzqumalaq, Toguz Korgool, Mangala / Göçürme

Malawi, Simbabwe: Herstellung und Spiel der Mbira / Sansi

Malta: Il-Ftira: Kulinarische Kultur des Sauerteigfladens

Paraguay: Ahnentrunk der Guaraní in Paraguay: Praktiken und Wissen um Terere in der Pohã-Ñana-Kultur

Polen, Belarus: Zeidlerei

Tschechien: Handfertigung von Christbaumschmuck aus geblasenen Glasperlen

Hintergrund

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Bis heute sind 180 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat.

Einzelne Elemente aus den nationalen Verzeichnissen der Vertragsstaaten können für eine von drei UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen werden. Dazu gehören bereits der Tango aus Argentinien und Uruguay, die traditionelle chinesische Medizin, Reggae aus Jamaika und der Blaudruck in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Der Zwischenstaatliche Ausschuss setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zusammen. Er entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen auf die UNESCO-Listen. Bisher sind 492 Formen des Immateriellen Kulturerbes auf der internationalen Repräsentativen Liste und 67 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes eingetragen. Zudem führt die UNESCO ein Register von aktuell 25 Beispielen guter Praxis zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes.

Weitere Informationen

Alle Neuaufnahmen in die UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes 2020

Webseite der 15. Sitzung des Zwischenstaatlichen Ausschusses Immaterielles Kulturerbe

Presseseite zur 15. Sitzung des Zwischenstaatlichen Ausschusses Immaterielles Kulturerbe

Fotos und Videos der nominierten Kulturformen

Immaterielles Kulturerbe in Deutschland

Immaterielles Kulturerbe weltweit

Von links nach rechts: Hochschulpräsident Prof. Dr. Fritz Pörnbacher, Bernhard Wastl, Autohaus-Geschäftsführer Joachim Schober, Prof. Dr. Stefan-Alexander Arlt und Morris Ständer bei der Übergabe der Wasserstoff-Autos


Veldener Toyota-Händler kooperiert mit Hochschule Landshut in Form zweier Bachelorarbeiten über Wasserstoff-Potenziale

„Eine eminent wichtige Säule für die Zukunft der Region“ – So sehen Hochschulpräsident Prof. Dr. Fritz Pörnbacher und Prof. Dr. Stefan-Alexander Arlt das Thema Wasserstoff. Gemeinsam mit dem Autohaus Schober in Velden wurde deshalb Anfang des Jahres ein gemeinsames Kooperationsprojekt auf den Weg gebracht – in Form zweier vielversprechender Bachelorarbeiten. 2021 soll in Geisenhausen ein klimaneutrales Autohaus entstehen.

Bachelorarbeiten über PV-Systeme und Wasserstoffspeicher
Im vergangenen Sommersemester setzten sich die beiden Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens Bernhard Wastl und Morris Ständer intensiv mit der Wasserstoff-Thematik rund um das Veldener Autohaus auseinander. Während sich Wastl inhaltlich auf Wasserstoffspeicher konzentrierte, untersuchte Ständer geeignete PV-Systeme. Die Studierenden kamen zu dem Ergebnis, dass der energieautarke Betrieb des Autohauses aus technischer Sicht möglich ist.

Bei Verwendung einer passend dimensionierten Photovoltaikanlage mit angeschlossener Elektrolyse sowie der Nutzung von Batterie- und Wasserstoffspeichern, verbunden mit geschicktem Speicherhandling, kann demnach gut eine Tonne grüner Wasserstoff pro Jahr vor Ort erzeugt werden. Sollte durch weitere Maßnahmen Energie gespart werden können – das heißt Energie vom Autohaus nicht direkt benötigt werden – kann diese frei gewordene Energie zusätzlich zur Produktion von Wasserstoff herangezogen werden.

Wichtige Impulse für eine grüne Zukunft

Von den Resultaten der Bachelorarbeiten zeigte sich Geschäftsführer Joachim Schober begeistert: „Ich denke, hier sind zwei Bachelorarbeiten entstanden, die sich mehr als sehen lassen können, und uns als Unternehmen wichtige Impulse geben.“ Als Anerkennung dürfen die beiden Studierenden einen Monat lang jeweils ein Wasserstoff-Auto testen.

Der Hochschulpräsident lobte das Kooperationsprojekt mit der Firma Schober und gratulierte den beiden Studierenden zu den Ergebnissen ihrer Bachelorarbeiten. „Eines der Fokusthemen der Hochschule Landshut ist Nachhaltigkeit“, so Pörnbacher. „Es freut mich daher sehr, dass sich Herr Wastl und Herr Ständer so intensiv mit den Themen Wasserstoff und Photovoltaik auseinandergesetzt haben.“

Foto: Hochschule Landshut/Thomas Kolbinger

 

Die LB-Praxistage können 2021 coronabedingt nicht vor Ort stattfinden. Als Alternative zeichnet Leipfinger-Bader nun lehrreiche Fachvorträge auf und stellt sie Bauprofis ab Mitte Januar online zur Verfügung. Foto: Leipfinger-Bader

Die Corona-Pandemie lässt die Durchführung von Präsenzveranstaltungen aktuell nicht zu.

Auch bei den Ziegelwerken Leipfinger-Bader (Vatersdorf) rücken daher alternative Formate in den Fokus: So finden die „LB-Praxistage“ im Januar 2021 erstmals in rein digitaler Form statt. Das Unternehmen zeichnet hierfür lehrreiche Fachvorträge auf und stellt sie interessierten Bauprofis zusammen mit den Seminarunterlagen online zur Verfügung. Im Nachgang können Nutzer mithilfe eines Formulars Fragen einreichen, die von den Referenten schnellstmöglich beantwortet werden. Dabei decken die Praxistage erneut eine Bandbreite aktueller Themen ab: Während LB-Bauberater Oliver Hartel das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) diskutiert, zeigt Vertriebsprofi Raimund Griebel, wie der Bau von KfW-Effizienzhäusern 40 plus problemlos mit Unipor-Ziegel und Systemprodukten von Leipfinger-Bader möglich ist. Dazu trägt etwa das neue LB-Lüftungssystem bei. Außerdem soll es um die zunehmende Digitalisierung auf dem Bausektor gehen. „Auch das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ kommt bei den Praxistagen nicht zu kurz. Hier konnten wir in diesem Jahr mit unserer neuen Recyclinganlage einen technischen Durchbruch erzielen“, erläutert LB-Geschäftsführer Thomas Bader. Eine kostenlose Registrierung ist ab Mitte Dezember unter www.leipfinger-bader.de (Rubrik: Aktuelles/ Seminare) möglich. Dort stehen allen Teilnehmern ab 14. Januar sowohl die Vorträge als auch Seminarunterlagen zur Verfügung.