Home Tags Posts tagged with "Starkregen"

Starkregen

Evakuierungen im Bereich Wolfsbacher Weg wegen drohenden Dammbruchs

Ein Unwetter mit extremen Starkregen und ein nachfolgendes lange stehendes Starkregengebiet haben am Dienstagabend im Landshuter Osten sowie in Teilen des Landkreises für teils schwere Überschwemmungen gesorgt. In Landshut war davon vor allem der Bereich rund um Schönbrunn/Schweinbach betroffen. In diesem Bereich waren in der Spitze bis zu 200 Kräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungsdiensten von 18:30 bis 5:00 morgens im Einsatz.
Durch den heftigen Starkregen – ein Kamerad der Landshuter Feuerwehr hat aus seinem privaten Regenmesser bereits nach einer halben Stunde 50 Liter Wasser entleert – liefen gegen 19:00 mit der ersten Unwetterzelle sowohl die Regenrückhaltebecken in Attenkofen als auch die Becken oberhalb Schweinbach voll. Nach Kenntnis der Feuerwehr wurden in diesen Becken 105.000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten. Trotzdem kam es bereits zu diesem Zeitpunkt im Bereich der Staatsstraße 2045 nach Adlkofen/Jenkofen, im Bereich der Wildbachstraße und auch im Kreuzungsbereich Niedermayerstraße/Wildbachstraße zu Überflutungen der Fahrbahn und einiger Garagen und Grundstücke. Hier wurden von Anwohnern und Feuerwehrkräften Sandsäcke zum Schutz der Grundstücke aufgebaut. Da mit den Wassermassen auch einiges an Geröll, Schlamm und Holzteilen auf die Fahrbahn geschwemmt wurde, rückte das THW zusätzlich mit schwerem Räumgerät an. So musste auch die Anfahrt des Löschzugs Frauenberg über die Frauenberger Straße nach Schönbrunn erst von Unrat befreit werden. Die Straße wurde zwischen der Sparkassenarena und der Gretlmühle komplett gesperrt. Durch den kurzzeitig nachlassenden Regen entspannte sich gegen 21:00 die Situation schließlich ein wenig.
Rund eine Stunde später setzte dann aber über Landshut und dem Landshuter Osten erneut heftiger Starkregen ein. Durch die bereits gefüllten Regenrückhaltebecken lief das hier niedergehende Wasser sofort über den Schweinbach ab, was schließlich gegen 23:00 zu steigenden Pegeln und damit zu einer Zuspitzung der Lage am Schweinbachdamm auf der Seite des Wolfsbacher Weges führte. Die dortige Wohnbebauung liegt an den tiefsten Stellen rund drei bis vier Meter unterhalb der Dammkrone des Schweinbachs. Da hier ein Überschwappen des Wassers und damit eine akute Gefährdung des Dammes nicht mehr ausgeschlossen werden konnte, wurde hier mit mehreren tausend Sandsäcken der Damm erhöht. Zusätzlich wurden mit weiteren Sandsäcken einige Anwesen gesichert. Durch das schnell steigende Wasser und bereits einige leicht überströmte Stellen konnte gegen 23:30 auch ein Dammbruch nicht mehr ausgeschlossen werden. Daher entschlossen sich die Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen dazu, den Bereich des Wolfsbacher Weges zu evakuieren und bis auf einen Löschzug, alle verfügbaren Kräfte der Landshuter Feuerwehr nach Schönbrunn zu beordern. Die von Polizeibeamten und Feuerwehrkräften durchgeführte Evakuierung von über 50 Personen verlief völlig reibungslos. Für sie wurde von Kräften der Rettungsdienste in der nahen Sparkassenarena eine Notunterkunft mit Betten, Verpflegung und Betreuung eingerichtet. Durch die massive Dammsicherung gelang es den Einsatzkräften schließlich, den Damm zu sichern und eine großflächige Überflutung des Wolfsbacher Weges zu verhindern. Bis auf kleinere Probleme in Kellern und Garagen kann man hier am Ende dann doch von Glück im Unglück sprechen. In der Nacht rückte dann zusätzlich zur Entlastung der Landshuter Kräfte noch das THW Mühldorf an, die sich aber glücklicherweise auf kleinere Sicherungsmaßnahmen sowie Aufräumarbeiten beschränken konnten. Die Evakuierung konnte schließlich gegen 4:00 morgens aufgehoben werden.
Bei diesem Einsatz konnte auch erstmals der neue Teleskoplader der Landshuter Feuerwehr seinen hohen Einsatzwert unter Beweis stellen. Das Fahrzeug unterstützte im Bereich Schönbrunn die Verladetätigkeiten der Sandsäcke, so dass den dort arbeitenden Kräften einige Meter Trageweg erspart werden konnten. Bewährt hat sich ebenfalls das massive Aufstocken des Sandsackbestandes im Bereich der ehemaligen Panzerhallen. Diese wurden im Bereich Schönbrunn eingesetzt, weitere Paletten wurden zur Unterstützung nach Geisenhausen geschickt. Ein kurzzeitig möglicher Engpass wurde durch Sandsacklieferungen aus dem Gemeindebereich Essenbach kompensiert.
Insgesamt waren an diesem Abend im Bereich Schönbrunn/Schweinbach rund 200 Kräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdiensten und Polizei im Einsatz. Der Einsatz wurde dabei von den Führungskräften um Stadtbrandrat Gerhard Nemela sowie der Einsatzleiter von THW, Polizei und BRK aus der Kreiseinsatzzentrale koordiniert und geleitet. Vor Ort fungierten Landshuter Zugführer mit Unterstützung des Führungsfahrzeuges sowie der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung als Abschnittsleiter. Seitens der Landshuter Feuerwehr standen in dieser Nacht die Löschzüge Stadt, Achdorf, Rennweg, Hofberg, Münchnerau, Schönbrunn und Frauenberg im Einsatz. Für die Notwendigkeit einer etwaigen weiteren Sandsackfüllung wurde dazu der Löschzug Siedlung in Bereitschaft gehalten. Den Brandschutz in der Stadt stellten in dieser Zeit Bereitschaften in der Hauptwache und in der Wache Rennweg sicher. Die Zusammenarbeit mit allen weiteren Hilfsorganisationen funktionierte dabei gewohnt reibungslos.
Gegen 5:00 morgens endete der Einsatz schließlich für die meisten Kräfte der Landshuter Feuerwehr. Für einige Kräfte ging es jedoch bis zum Mittwochmorgen mit Kleinren Aufräumarbeiten, Kellerpumpen und Erkundungen in vorher nicht zugänglichen Bereichen weiter.
Zusätzlich zum Einsatzgeschehen in Landshut wurden von der Kreiseinsatzzentrale im Landkreis Landshut im Zeitraum von 18:00 bis 4:45 morgens – vorwiegend in den Bereichen Adlkofen, Hohenegglkofen, Geisenhausen sowie Pfeffenhausen – nahezu 200 Einsätze von 51 alarmierten Feuerwehren koordiniert. Die reale Zahl dürfte gerade wegen der Großschadenslage rund um Geisenhausen, bei der noch nicht alle Einsätze einzeln erfasst werden konnten, noch deutlich höher liegen. Hierzu wurde das Personal der Kreiseinsatzzentrale von Kreisbrandinspektor Andres Pichl unterstützt.

Vorsichtsmaßnahme wegen Unwetterwarnung und hohem Isarpegel

Am Sonntagnachmittag stellen die Stadtwerke Landshut präventiv eine Hochleistungspumpe an der Troppauer Straße auf. Weil der Deutsche Wetterdienst vor Unwetter mit örtlich heftigem Starkregen in der Stadt und im Landkreis Landshut warnt, treffen die Stadtwerke diese Vorkehrungsmaßnahme. Die Vorabinformation des Deutschen Wetterdienstes kündigt bis zu 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde an.

Der Wasserstand der großen Isar ist auf Höhe der Konrad-Adenauer-Brücke in den vergangenen zwei Tagen nur minimal zurückgegangen. Bei der Brücke befindet sich der Auslauf eines Ableitungskanals von der Breslauer Straße. Von diesem aus wird bei Starkregenereignissen mechanisch gereinigtes Wasser in die Isar abgeleitet, um den Stauraumkanal zu entlasten.

Die Isar drückt bei Hochwasser allerdings gegen die Auslaufklappe, sodass der freie Abfluss des mechanisch gereinigten Wassers stark eingeschränkt ist. „Der Aufbau der Pumpe ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Werkleiter Armin Bardelle. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen.“

Sofern die Gewitter an Landshut vorbeiziehen, wird die Pumpe bestenfalls ohne Einsatz wieder abgebaut. Sollte ein jedoch ein Starkregenereignis eintreten, saugt die Pumpe einen Teil des zu vielen Wassers aus dem Ableitungskanal in 3,50 Meter Tiefe an und pumpt es über vier Druckleitungen direkt neben dem Auslaufbauwerk in die Isar – 300 Liter pro Sekunde schafft die Pumpe zusätzlich zur regulären Entlastung des Kanals.

0 1800

Sorgsamer Umgang mit privaten Hausabflüssen und Kanälen
kann vor Unwetterschäden durch Starkregen schützen

Bei den letzten Unwetterereignissen, die am 12. Juli, am 21. Juli und am 29. Juli die Stadt Landshut bzw. einzelne Stadtteile getroffen hatten, musste von der Feuerwehr leider vermehrt festgestellt werden, dass einzelne Schäden und Wassereintritte durch sorgsameren Umgang und sorgfältige Prüfung der eigenen Hausabflüsse, Regenrinnen und Rückschlagklappen zu den städtischen Kanälen hin verhindert bzw. zumindest verringert werden könnten.
In diesem Zusammenhang appelliert die Landshuter Feuerwehr an alle Hausbesitzer und Hausverwalter, die eigenen Hausabflüsse, Regenrinnen und Rückschlagklappen in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und bei festgestellten Mängeln diese auch über Fachfirmen beseitigen zu lassen. So kann zum Beispiel schon eine verstopfte Regenrinne über einem Vordach oder eine defekte Rückschlagklappe bei heftigem Starkregen zu massivem Wassereintritt führen. Und auch einmal Blätter und Äste von einem städtischen Regenkanal vor der Haustüre zu entfernen, ist in Zeiten vermehrter Starkregenereignisse sicher kein Fehler und kann sich schützend auf das eigene Zuhause auswirken.
Dazu Stadtbrandrat Erich Gahr:
„Wir konnten bei mehreren Einsätzen im gleichen Gebiet immer wieder feststellen, dass viele Haushalte sehr gut vorsorgen, sich auch mit kleinen selbstgebauten Systemen gegen die Überschwemmungsgefahr helfen und dementsprechend keinerlei Probleme haben, wogegen die direkte Nachbarschaft von Wasserschäden betroffen war. Teilweise waren dabei leider Nachlässigkeiten wie eigene verstopfte Hausleitungen, Abflüsse bzw. nicht mehr funktionstüchtige Rückschlagklappen die Ursache. Schäden, die man hätte vermeiden können.“
Die vorstehend aufgezeigten Maßnahmen können, wie das Beispiel Münster vor zwei Tagen gezeigt hat, auch keinen Komplettschutz gegen Unwetter bieten. Einige Unwetterereignisse können immer wieder Dimensionen annehmen, wo Dachrinnen, Abflüsse und Kanäle schlichtweg keine Chance mehr haben, das innerhalb kürzester Zeit anfallende Regenwasser abzuführen. Durch Sturmböen möglicherweise herab gewehte Äste und Blätter tun ihr Übriges dazu.

0 2231

Die Lage am Sonntag, 2. Juni 2013 gegen 19 Uhr:

Alle vier Becken über. Das untere Becken entlässt die Wassermassen nunmehr ungeregelt in das Bachbett.

Der Zulauf aus Adlkofen ist erfreulicherweise im Rahmen des für das Bachbett fassbaren.

 

Die Lage am Samstag, 1. Juni 2013 zwischen 19 und 19.30 Uhr:

Die beiden unteren Rückhaltebecken sind gefüllt. Die Überläufe sind aktiv.

Die beiden oberen Becken sind zu 60 % gefüllt, können also noch Wasser aufnehmen.

Der Zulauf aus Adlkofen ist gering. Ebenso der aus Oberschönbach, der nahe der Kirche in den Schweinbach mündet.

Der Regen ist seit Stunden ausgeblieben.

Dem unvoreingenommenen Beobachter stellt sich die Frage, wieso die Becken vor den angesagten Regenfällen nicht mehr entlastet werden.

Die Feuerwehr fährt Kontrolle, aber von der Stadt ist niemand zu sehen.

 

Die Lage am Freitag, 31. Mai 2013 ab 18 Uhr:

1. Die Becken bei Attenkofen halten mehr zurück als Ende April!

2. Der reparierte Damm westlich der Hochschule lässt Wasser durch. Das Feld ist bis zur Straße an der Hochschule (Zufahrt zur MVA) bewässert.

3. Sind die beiden Balken zum Überlaufgraben kurz vor der Bruchstelle erneut ein Hindernis? Ein Balken wird etwas später herausgenommen.

4. Das Wasser steht, wie seit Jahren nach Starkregen,  an der Rohrunterführung unter der Zufahrt zum Biomasse-BHKW an.

5. Die erste Brücke von der Hochschule in Richtung Biomasse-BHKW Abzweigung hat noch Kapazität frei.

6. Links neben dem Regel-Häuschen (in Richtung Biomasse-BHKW) ist es der Bewuchs nach der Rohr-Durchführung, die das Wasser zurückstauen lässt.

Und wieder sind es die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr, die auf dem Posten sind und die Lage beobachten und eingreifen, wo es erforderlich ist.