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Schilddrüsenerkrankungen

Bildtext: Dr. Anna Eder, Oberärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

Operative Therapien bei Schilddrüsenerkrankungen

Eine Schilddrüsenveränderung ist eine weit verbreitete Diagnose

 

Jeder Dritte hat entweder eine Schilddrüsenvergrößerung oder Knoten in der Schilddrüse. Im Alter nimmt die Häufigkeit zu, so dass jeder Zweite über 65 Jahren betroffen sein kann. Bösartige Schilddrüsenerkrankungen manifestieren sich oft früher zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Aber welche Therapie ist für welche Erkrankung die richtige? Prinzipiell gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten: medikamentöse Therapie, Radiojodtherapie und Operation. Die Entscheidung ergibt sich nach Stellung der Diagnose durch eine eingehende Diagnostik mit SD-Sonographie, SD-Szintigraphie, Laborwerten unter Einbeziehung des Alters und der Lebenssituation der Patienten. Die medikamentöse Therapie wird bei kleinen Knoten angewendet. Ziel ist es, das Wachstum zu verzögern oder im Langzeitverlauf die Knoten zu verkleinern. Die Radiojodtherapie kommt bei sogenannten heißen Knoten mit vermehrter Jodspeicherung zur Anwendung. Ebenso wird die Radiojodtherapie zur Nachbehandlung bestimmter Schilddrüsen-Karzinome nach operativer Therapie eingesetzt. Die Indikation für eine Operation besteht in erster Linie bei beschwerlichen Schilddrüsenveränderungen, deren Therapie aufgrund ihrer Größe für eine Radiojodbehandlung nicht zugänglich ist, oder der Verdacht auf Bösartigkeit besteht. Der Vortrag am Donnerstag, 16. Januar, von Dr. Anna Eder, Oberärztin der Chirurgischen Klinik I, gibt einen Überblick über die Therapiemöglichkeiten, über die Durchführung der jeweiligen Behandlung sowie deren Grenzen und Risiken.

Beginn ist um 18 Uhr im Raum Hammerbach, Ebene 0, Klinikum Landshut. Im Anschluss steht die Referentin für Fragen zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Bildquelle: Klinikum Landshut

 

Bildtext: Chefarzt Dr. Nikolaus Steigemann spricht am 07. März um 19 Uhr über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Erkrankungen der Schilddrüse.

 

Schilddrüsenoperation – muss das sein?

Vortrag im Gesundheitsforum der vhs Vilsbiburg und der LAKUMED Kliniken am 07. März

 

Im Rahmen des Gesundheitsforums spricht am Mittwoch, 07. März um 19 Uhr Dr. Nikolaus Steigemann, Chefarzt der Klinik für Endokrine Chirurgie und des zertifizierten Schilddrüsenzentrums am Krankenhaus Vilsbiburg, über moderne operative Verfahren zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen. Außerdem wird er Alternativen zur Operation vorstellen, beispielsweise die medikamentöse Behandlung und Beobachtung oder die Radiojodtherapie, und sich begründeten und unbegründeten Ängsten vor einer Operation widmen.

Der Vortrag „Schilddrüsenoperation – muss das sein?“ beginnt am Mittwoch, 07. März 2018 um 19 Uhr im Städtischen Veranstaltungssaal der VHS Vilsbiburg am Stadtplatz 30. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Bildquelle: LAKUMED Kliniken

 

 

Veranstaltungshinweis

 

Operative Therapien bei Schilddrüsenerkrankungen

Eine Schilddrüsenveränderung ist eine weit verbreitete Diagnose. Jeder Dritte hat entweder eine Schilddrüsenvergrößerung oder Knoten in der Schilddrüse. Im Alter nimmt die Häufigkeit zu, so dass jeder Zweite über 65 Jahren betroffen sein kann. Bösartige Schilddrüsenerkrankungen manifestieren sich oft früher zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Aber welche Therapie ist für welche Erkrankung die richtige? Darüber informiert am Donnerstag, 21. September, Dr. Anna Eder, Oberärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.

Prinzipiell gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten: Medikamentöse Therapie, Radiojodtherapie und Operation. Die Entscheidung ergibt sich nach Stellung der Diagnose durch eine eingehende Diagnostik mit SD-Sonographie, SD-Szintigraphie, Laborwerten unter Einbeziehung des Alters und der Lebenssituation des Patienten. Die medikamentöse Therapie wird bei kleinen Knoten angewendet. Ziel ist es, das Wachstum zu verzögern oder im Langzeitverlauf die Knoten zu verkleinern. Die Radiojodtherapie kommt bei so genannten heißen Knoten mit vermehrter Jodspeicherung zur Anwendung. Ebenso wird die Radiojodtherapie zur Nachbehandlung bestimmter Schilddrüsen-Karzinome nach operativer Therapie eingesetzt. Die Indikation für eine Operation besteht in erster Linie bei beschwerlichen Schilddrüsenveränderungen, deren Therapie aufgrund ihrer Größe für eine Radiojodbehandlung nicht zugänglich ist, oder der Verdacht auf Bösartigkeit besteht. Der Vortrag von Dr. Eder gibt einen Überblick über die Therapiemöglichkeiten, über die Durchführung der jeweiligen Behandlung sowie deren Grenzen und Risiken.

Beginn ist um 18 Uhr im Klinikum Landshut, Raum Hammerbach, Ebene 0. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Bild: Dr. Anna Eder, Oberärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

21. Juni 2017 – von Sonja Schmitzer – news.doccheck.com

Ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami kosteten im März 2011 knapp 19.000 Menschen in Japan das Leben. Doch nicht nur das: Die Naturgewalten trafen auch das Kernkraftwerk Fukushima und lösten dort mehrere Kernschmelzen mit verheerenden Folgen aus: Fukushima gilt als die folgenschwerste Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986. Nach Angaben des Kraftwerkbetreibers Tepco wurden bei den Reaktorexplosionen im März 2011 (neben radioaktivem Caesium 134 und 137) auch 500.000 Tera­becquerel Jod-131 freigesetzt – etwa halb so viel wie in Tschernobyl.

Kinder und Jugendliche besonders anfällig für Schilddrüsenkrebs durch Jod-131
Seit dem Unglück in Tschernobyl ist bekannt, dass sich radioaktives Jod-131 vor allem in den empfindlichen Schilddrüsen von Kindern und Jugendlichen ansammelt und dort Krebs auslösen kann. Das Jod-Isotop 131 hat nur eine Halbwertszeit von 8 Tagen und kann bei seinem Zerfall die angrenzenden Zellen in Mitleidenschaft ziehen. Eine Besonderheit kristallisierte sich Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl heraus: Dort war fast die Hälfte der an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kinder und Jugendlichen männlich, obwohl normalerweise weibliche Patienten zwei- bis dreimal häufiger an Schilddrüsenkrebs erkranken als männliche.
Japanische Regierung steckt Kopf in den Sand
Trotz dieser Erfahrungswerte verteilte die japanische Regierung nach dem Reaktorunglück in Fukushima keine Jobtabletten an die Bevölkerung, die eine Einlagerung des Jod-131-Isotops in die Schilddrüsen der Kinder und Jugendlichen hätte vermeiden können. Stattdessen versicherte sie, dass die freigesetzte Strahlung zu gering sei, um vermehrt Krebserkrankungen in der Umgebung auszulösen. Zudem sei das Gebiet um den Reaktor wesentlich schneller evakuiert worden als Tschernobyl. Doch inzwischen sind mehr als 180 Kinder und Jugendliche in Fukushima, die zum Zeitpunkt der Katastrophe unter 18 Jahren alt waren, an Schilddrüsenkrebs erkrankt.
Schilddrüsenkrebsrate bei Kindern deutlich erhöht
Damit sei die Zahl der Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern und Jugendlichen etwa 50 Mal höher als in nicht verstrahlten Gebieten in Japan, berichtete der Epidemiologe Toshihide Tsuda von der Universität Okayama im Jahr 2015. Er und sein Team hatten die von der Regierung angebotenen Schilddrüsen-Ultraschalls für 367.687 Einwohner der Präfektur Fukushima, die zum Zeitpunkt der Explosionen jünger als 18 Jahre waren, ausgewertet und die Schilddrüsenkarzinom-Diagnosen mit den Erkrankungsraten der japanischen Bevölkerung verglichen. Viele Familien folgten dem Aufruf: Ca. 300.000 Kinder ließen sich untersuchen. Die betreffenden Kinder und Jugendlichen wurden zunächst alle zwei Jahre, ab dem 20. Lebensjahr alle fünf Jahre untersucht, und in folgende Gruppen zusammengefasst:
A1 (kein Befund),
A2 (Knoten unter 5 mm, Zyste unter 20 mm),
B (Knoten über 5 mm, Zyste über 20 mm)
C (Handlungsbedarf)
In der ersten Untersuchungsperiode bis Ende 2014 erhielten 113 Kinder die Diagnose Schilddrüsenkrebs, bis Ende 2016 folgten 68 weitere. 62 dieser Patienten hatten bei der Untersuchung im Jahr 2014 den Befund A1 oder A2 erhalten – ihre Tumoren hatten sich also nachweislich in den letzten beiden Jahren entwickelt.
Die Schilddrüsenuntersuchungen blieben auf Fukushima beschränkt, obwohl auch andere Gebiete verstrahlt wurden.
Operation oft unumgänglich
Schilddrüsenkrebs kommt bei Kindern normalerweise sehr selten vor. Nur ein oder zwei Kinder von einer Million Kindern erkranken pro Jahr an einem Schilddrüsenkarzinom. Je nach histologischem Befund und Ausdehnung des malignen Gewebes muss entweder nur ein Schilddrüsenlappen oder das gesamte Organ operativ entfernt werden. Ist das Tumorrestgewebe differenziert und Jod-speichernd, erfolgt eine Radio-Jod-Therapie. Dasselbe gilt für Tumoren, die bereits Metastasen gebildet haben. Beim medullären und anaplastischen Karzinom müssen zusätzlich die Hals- und mediastinalen Lymphknoten entfernt und anschließend bestrahlt werden. An die operative Entfernung der Schilddrüse schließt sich eine lebenslange Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen an, die besonders für junge Menschen belastend ist.
„Screening-Effekt“ schuld an hoher Krebsrate?
Die hohe Anzahl an erkrankten Kindern und Jugendlichen führt die japanische Regierung auf den „Screening-Effekt“ zurück. Die außergewöhnliche Massenuntersuchung habe dazu geführt, dass Krankheitsfälle aufgedeckt würden, die sonst erst viel später zu Tage getreten wären.
Auch das Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen zu den Folgen von atomarer Strahlung (UNSCEAR) äußerte 2014 in einem Bericht: Es werde keine messbare Zunahme von Krebsfällen unter Erwachsenen geben. Lediglich die Zahl der Schilddrüsen-Karzinome unter Kindern könnte nach der Nuklearkatastrophe an der japanischen Ostküste leicht ansteigen.
Lobbyismus vor Gesundheit
Dr. Alex Rosen von der Vereinigung Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) ist sehr skeptisch gegenüber solchen Aussagen. Im Interview mit 3sat äußerte er: „In UNSCEAR sitzen Repräsentanten der Atomindustrien verschiedener Länder, die ein großes Interesse daran haben, die Atomindustrie in ein positives Licht zu stellen. Das ist ungefähr so, als würde es ein UN-Komitee zur Untersuchung der Nikotinfolgen geben, in dem die Repräsentanten der Tabakkonzerne sitzen.“ So hätte UNSCEAR in seinem Bericht die erhöhte Strahlensensibilität ungeborener Kinder nicht berücksichtigt, konsequent die Ausgangsparameter kleingerechnet, vielfach auf unabhängige Forschungsergebnisse zu Gunsten von Daten der Atomindustrie oder Tepco verzichtet und zahlreiche falsche Annahmen präsentiert.
Hohe Krebsrate statistisch kleingerechnet
Rosen geht davon aus, dass durch die Atomkatastrophe in Fukushima mehrere Zehntausend Menschen an Krebs erkranken werden, die sonst gesund geblieben wären. „Die Schilddrüsenkrebsfälle bilden da nur einen kleinen Teil von. In nationalen Statistiken werden diese Mehrerkrankungen bei der ohnehin hohen Zahl an Krebserkrankungen in Japan vermutlich nicht groß auffallen – für die einzelne Person und ihre Angehörigen ist das natürlich eine ganz andere Geschichte“, so Rosen.
Strahlung steigt weiter an 6 Jahre nach Katastrophe
Ein Ende der Strahlenbelastung ist noch lange nicht in Sicht – im Gegenteil: Auf dem Gelände des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima wurde nach Angaben des Betreibers im Februar 2017 – sechs Jahre nach der Reaktor-Explosion – die höchste radioaktive Strahlung seit Beginn der Katastrophe gemessen. Der Anlagenbetreibe Tepco teilte mit, dass an einem der Reaktoren 530 Sievert pro Stunde gemessen wurden. Der bisherige Höchstwert lag bei 73 Sievert pro Stunde und war im Jahr 2012 gemessen worden. Gravierende akute Strahlenschäden treten auf, wenn ein Mensch in kurzer Zeit einer Strahlung von einem Sievert beziehungsweise 1.000 Millisievert ausgesetzt ist.

Quellen:
Thyroid Cancer Detection by Ultrasound Among Residents Ages 18 Years and Younger in Fukushima, Japan: 2011 to 2014.
T. Tsuda et al.; Epidemiology, 2015
Press Conference Presentation by Toshihide Tsuda
Toshihide Tsuda; Pressekonferenz des Foreign Correspondence Club of Japan, 2015

Bericht unter: http://news.doccheck.com/de/newsletter/4095/26582/?utm_source=DC-Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter-DE-DocCheck+News+17.25+%28Mittwoch%29-2017-06-21&user=36f4dc5f89d9203be2ebcf193377a101&n=4095&d=28&chk=8a1c04423fb3514df375067dafb795da

Veranstaltungshinweis

 

Operative Therapien bei Schilddrüsenerkrankungen

 

Eine Schilddrüsenveränderung ist eine weit verbreitete Diagnose. Jeder Dritte hat entweder eine Schilddrüsenvergrößerung oder Knoten in der Schilddrüse. Im Alter nimmt die Häufigkeit zu, so dass jeder Zweite über 65 Jahren betroffen sein kann. Bösartige Schilddrüsenerkrankungen manifestieren sich oft früher zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Aber welche Therapie ist für welche Erkrankung die richtige? Der Vortrag von Dr. Anna Eder, Oberärztin der Chirurgischen Klinik I, gibt am Donnerstag, 27. April, einen Überblick über die Therapiemöglichkeiten, über die Durchführung der jeweiligen Behandlung sowie deren Grenzen und Risiken.

Prinzipiell gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten: Medikamentöse Therapie, Radiojodtherapie und Operation. Die Entscheidung ergibt sich nach Stellung der Diagnose durch eine eingehende Diagnostik mit SD-Sonographie, SD-Szintigraphie, Laborwerten unter Einbeziehung des Alters und der Lebenssituation des Patienten. Die medikamentöse Therapie wird bei kleinen Knoten angewendet. Ziel ist es, das Wachstum zu verzögern oder im Langzeitverlauf die Knoten zu verkleinern. Die Radiojodtherapie kommt bei so genannten heißen Knoten mit vermehrter Jodspeicherung zur Anwendung. Ebenso wird die Radiojodtherapie zur Nachbehandlung bestimmter Schilddrüsen-Karzinome nach operativer Therapie eingesetzt. Die Indikation für eine Operation besteht in erster Linie bei beschwerlichen Schilddrüsenveränderungen, deren Therapie aufgrund ihrer Größe für eine Radiojodbehandlung nicht zugänglich ist oder der Verdacht auf Bösartigkeit besteht.

Beginn ist um 18 Uhr im Klinikum Landshut, Raum Hammerbach, Ebene 0. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Bild: Dr. Anna Eder, Oberärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

Bild v.l.n.r.: Chefarzt Dr. Bernhard Scher, Chefarzt Dr. Hans-Joachim Wypior, Chefarzt Prof. Dr. Axel Holstege, Oberärztin Dr. Anna Eder, Chefärztin Barbara Kempf und Chefarzt Prof. Dr. Florian Löhe bilden das Gerüst des Schilddrüsenzentrums am Klinikum Landshut

2. Schilddrüsentag im Klinikum Landshut

Am Samstag, 11.10.2014, findet um 14 Uhr im Klinikum Landshut der 2. Schilddrüsen-Informationstag für Betroffene, Angehörige und Interessierte statt. Veranstaltungsort ist das Foyer der Glasdachhalle.

In Deutschland leidet fast jeder Dritte an einer Erkrankung der Schilddrüse. Dabei handelt es sich vor allem um Vergrößerungen, Über- und Unterfunktionen, Knoten, Entzündungen, selten auch um Krebs. Die Symptome einer Schilddrüsenerkrankung können vielfältig sein. Gewichtsprobleme, innere Unruhe, Müdigkeit oder Herzrhythmusstörungen gehören mit zu den häufigsten Auffälligkeiten. Wegweisende Symptome und Warnsignale werden oftmals verdrängt, übersehen oder fehlgedeutet. Eine frühzeitige Behandlung der Schilddrüse wird dadurch verzögert.

An unserem 2. Schilddrüsentag im Klinikum Landshut informieren wir Sie umfassend über verschiedene Diagnose- und Therapieansätze bei Schilddrüsenerkrankungen. Rund 115.000 Operationen werden in Deutschland jedes Jahr an der Schilddrüse durchgeführt, z.B. bei Verdacht auf Krebs oder wenn ein Kropf das Atmen erschwert. Die Chirurgin Dr. Anna Eder wird erklären, wann eine Operation sinnvoll ist und wie sie schonend durchgeführt wird. Die niedergelassenen Endokrinologen Dr. Angelika Sternfeld und PD Dr. Harald Schneider sprechen in ihren Vorträgen über Hashimoto-Thyreoiditis und den Zusammenhang zwischen Schilddrüse und Kinderwunsch. Der Kardiologe Dr. Frank Schütze erläutert die Auswirkungen einer Schilddrüsenerkrankung auf das Herz. Die Nuklearmediziner Dr. Bernhard Scher und Dr. Ali Namazian sprechen über kalte Knoten und die Behandlung von Schilddrüsenvergrößerungen.

Nach den Vorträgen steht Ihnen ein Expertenforum bestehend aus den Chefärzten Dr. Bernhard Scher und Dr. Hans-Joachim Wypior, sowie den Oberärzten Dr. Anna Eder und Dr. Ali Namazian für Fragen zur Verfügung.

 

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18.11.12 www.heute.de/ZDF/zdfportal/web/heute-Nachrichten/4672/25318058/2049dd/Fukushima-Strahlensch%C3%A4den-bei-Kindern.html

Fukushima: Strahlenschäden bei Kindern

Schilddrüsenerkrankungen sprunghaft angestiegen

Anderthalb Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima belegt eine Studie: Bei Kindern stieg die Zahl der Schilddrüsenerkrankungen sprunghaft an. Doch offiziell mag keiner der Experten einen Zusammenhang mit der Strahlung herstellen. Viele Japaner glauben, die Regierung spiele die Folgen der Katastrophe herunter, berichtet ZDF-Korrespondent Johannes Hano.  Video Fukushima: Dramatische Folgen für Kinder (18.11.2012)

Unser japanischer Gast, Herr Kobayashi, hat uns letzte Woche erzählt, wie korrumpierte Ärzte in Japan zu „Strahlenexperten“ gemacht werden. Auch hat Herr Kobayashi aus Tokio uns in der vergangenen Woche in Ulm und in Augsburg bewegend dargestellt, wie in Japan ein unheilvolles Dreierbündnis aus regierenden Beamten, abhängigen Politikern und Konzernen weiter den Atomkurs steuert. Und wie schlimm es ist, dass die Medien fast ausschließlich im Sinne dieses Dreieratombündnisses im Fernsehen und in den Zeitungen berichten.

Bei uns ist es besser. Zwar schürt die Augsburger Allgemeine mit ihren Lokalausgaben weiter über eine verlogene Strompreisdiskussion das Unbehagen an der Energiewende und läßt Kritik an der Atomenergie nur selten ins Blatt – aber es gibt auch andere Medien. Früher war die Augsburger Allgemeine mit ihrer Monopolstellung stark. Jetzt schrumpft ihre Macht von Jahr zu Jahr. Andere Medien und das Internet machen dies möglich. Natürlich kam niemand von der AZ zu den Veranstaltungen mit Herrn Kobayashi. Deswegen nachstehend ein Bericht aus Hessen und einer aus der Schweiz:

12.11.12  www.fr-online.de/kreis-offenbach/fukushima–was-seid-ihr-fuer-verbrecher-,1473032,20851872.html

 


Kreis Offenbach

Fukushima “Was seid ihr für Verbrecher”

Von Juliane Mroz


Ein Polizist erteilt Fukushima-Demonstranten in Tokio Anweisungen.  Foto: dpa

Japaner sind immer freundlich und zurückhaltend. Kazuhiko Kobayashi ist das nicht. Er ist Atomkraftgegner. In Langen informiert er über die Lage in Fukushima anderthalb Jahre nach dem Reaktorunfall und sammelt Spenden für ein Krankenhaus.

Der Stadtverordnetensitzungssaal im Langener Rathaus war am Freitagabend voll besetzt. Anlass war der Besuch des japanischen Atomkraftgegners und Buchautors Kazuhiko Kobayashi bei der Initiative Langen gegen Atomkraft. Er berichtete über die Lage in Japan mehr als eineinhalb Jahre nach dem Reaktorunfall in Fukushima.

Hohe Strahlung

Das Erdbeben am 11. März 2011 löste die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima aus.

Die Kraftwerksruine ist bis heute nicht unter Kontrolle. Hohe Strahlung erschwert die Arbeit.

Atomkraftkritiker befürchten einen Supergau im Falle eines weiteren schweren Erdbebens.

Von 4000 Kindern in der Region haben 40 Prozent Symptome einer Schilddrüsenerkrankung.

„Jeder kleine Junge, jedes kleine Mädchen in Japan weiß, dass dort jederzeit ein großes Erdbeben kommen kann“, sagt Kobayashi. „Ich war sehr wütend, als die Verantwortlichen von Tepco sagten, die Explosion sei durch die Naturgewalt gekommen, die weit über unsere Vorstellung hinausgegangen sei.“

Immer mehr Wut

Mehr und mehr Japaner scheinen diese Wut zu teilen und verleihen ihr inzwischen auch Ausdruck. Seit Juni 2012 versammeln sich jeden Freitagabend Tausende Menschen am Haus des Premierministers in Tokyo, im Stadtpark Yoyogi-Kōen demonstrierten Mitte Juli rund 170.000 Menschen, 200.000 nahmen Ende Juli an einer Kerzen-Demonstration teil.

„Doch viele ahnungslose Bürger glauben noch, was die Behörden sagen. Sie wollen nicht kritisch hinterfragen.“ Zum einen gelte Gehorsam in der japanischen Kultur als Tugend, was ebenso historisch bedingt sei wie die Tatsache, dass die Regierung felsenfest hinter den Konzernen stehe. Des Weiteren habe Japan wenig Chancen gehabt, wissenschaftlichen Nutzen aus den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki zu ziehen. „Die Amerikaner forschten an den Strahlenopfern, japanischen Wissenschaftlern war das nicht erlaubt.“

Propaganda gegen Allergie

Später habe die Regierung versucht, die „Allergie“ der Japaner gegen Atomenergie mit Propaganda für angeblich sichere und saubere Atomkraftwerke zu bekämpfen. „In japanischen Physikbüchern steht nichts über die Gefahren der Atomenergie.“ Eine Folge dieser Politik sei auch, dass es in Japan kaum Spezialisten gebe, die sich mit Strahlenschäden auskennen. Das bestätigt auch die Dietzenbacher Ärztin Dörte Siedentopf, die den Abend moderierte und die im Sommer 2012 die Region Fukushima besucht hat. „Die Ärzte in Japan haben keine Ahnung, die Gefahr wird vertuscht, Menschen erfahren ihre Befunde nicht.“ Aus diesem Grund sei es auch sinnvoll, Geld für ein von der Regierung unabhängiges Krankenhaus in der Präfektur Fukushima zu sammeln – eines der Ziele von Kobayashis Europatour – und zwar, obwohl Japan ein so hoch entwickeltes und wohlhabendes Land sei.

Die Spenden, die er auf seiner Reise durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz sammelt, will Kobayashi nutzen, um die Verantwortlichen in Fukushima an ihrer Ehre zu packen. „Ich werde sagen, europäische Bürger zeigen sich solidarisch und haben gespendet, und was habt ihr bisher für die Betroffenen getan? Nichts. Was seid ihr für Verbrecher!“

12.11.12  Winterthur www.landbote.ch/detail/article/warnende-worte-aus-fukushima/gnews/99213611/

 

 

Warnende Worte aus Fukushima

Ein japanischer Atomkritiker ist zurzeit auf Vortragsreise durch Europa. Gestern machte er im Weinland Station.

Kazuhiko Kobayashi liess kaum ein gutes Haar an seiner Regierung, als er gestern in der Benkemer «Sonne» über die Folgen von Fukushima referierte. Gekommen war er auf Einladung von fünf atomkritischen Vereinen aus der Region, allesamt Gegner des geplanten Atommüll-Endlagers (siehe auch Hauptartikel oben).

Benken ist eine von 25 Stationen auf der Vortragsreise des japanischen Journalisten und Atomstromgegners durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich. Nach dem Unglück in Fukushima habe ihn der Entscheid Deutschlands, aus der Atomener­gie­­ auszusteigen, motiviert, in diesem Land die Leute stärker zu mobilisieren und damit indirekt auch Druck auf die japanische Regierung auszuüben, erläuterte der Redner seine Motivation in perfektem Hochdeutsch. Kobayashi hatte nach seinem Germanistikstudium fast dreissig Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet. «Nur fürs Geld zu arbeiten, hat mich jedoch nie glücklich gemacht», sagt er. Er habe sich schon immer auf eine Art engagieren wollen, die ihm seelisches Wohlbefinden bringe.

Im Frühling 2011, als sich das verheerende Erdbeben ereignete, befand sich Kobayashi im Arbeitszimmer seiner Wohnung in Tokio. «Als ich die Erde beben spürte, rannte ich ins Wohnzimmer und versuchte, meine Mutter zu schützen. Ich dachte, ich überlebe das nicht», berichtet er mit Tränen in den Augen. Er habe den Fernseher eingeschaltet und gesehen, wie die Explosion im Kernkraftwerk von den Verantwortlichen mit dem Erdbeben erklärt wurde. «Ich war wütend und gleichzeitig wie gelähmt.»

Referat als Bestätigung

In Japan wisse ein Grossteil der Bevölkerung noch immer nicht, wie gefährlich die Auswirkungen des Unglücks in Fukushima seien. Den Grund dafür sieht er in drei Faktoren, welche die japanische Gesellschaft stark prägten. Zum einen herrsche die Idee vor, dass ein Land nur regiert werden könne, wenn das Volk gehorsam sei. Zweitens beeinflusse die amerikanische Politik die Forschung der japanischen Ärzte; so ist die Forschung an Japanern aus verseuchten Gebieten in Hiroshima nach wie vor nur amerikanischen Ärzten erlaubt. Der dritte Faktor sei ein Bündnis zwischen Beamten und Konzernen. Dieses kontrolliere die den Japanern zugängliche Information und mache sie unter anderem glauben, dass die Kontamination ausserhalb eines Perimeters von 20 Kilometern rund um Fukushima nicht mehr gefährlich sei. «Das ist Quatsch!»

Mut macht dem Japaner, dass sich wöchentlich bis zu 200 000 Atomkraftgegner in Tokio zu friedlichen Demonstrationen versammeln. Zudem sammelt er mit seinen Vorträgen Spenden, die ein unabhängiges Ärztebündnis unterstützen sollen. Dieses plant eine Klinik für Kinder, die an den Folgen des Fukushima-Unglücks erkrankt sind. Für die Endlagergegner im Weinland war das Referat eine Bestätigung, an ihrem Widerstand festzuhalten.

Deborah Stoffel