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Risikofaktoren

Bildtext: Beim diesjährigen Herzabend informierten (v.l.) Priv.-Doz. Dr. Julia Langgartner, Prof. Dr. Stephan Holmer, Priv.-Doz. Dr. Joachim Seegers und Dr. Frank Schütze.

 

Prüfen, Rufen, Drücken Über 100 Besucher beim Herzabend am Freitag

 

Der plötzliche Herztod war das große Thema beim diesjährigen Herzabend am Klinikum Landshut. Über 100 Besucher informierten sich am Freitag in vier Vorträgen und bei zahlreichen Aktionsständen. Dabei ging es unter anderem um die Wiederbelebung – wie mache ich es richtig und was ist noch aktuell?

 

Über Risikofaktoren und Ursachen des plötzlichen Herztodes sprach im ersten Vortrag des Herzabends Chefarzt Prof. Dr. Stephan Holmer. In Deutschland gibt es 65.000 bis 200.000 Fälle pro Jahr. „Männer sind deutlich höher gefährdet als Frauen“, so Prof. Holmer. Die Mehrzahl der Betroffenen hat keine bekannte Herzkrankheit und mit steigendem Alter nimmt das Risiko für den plötzlichen Herztod zu. „Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die häufigste zugrundeliegende Erkrankung, also die Verengung der Herzkranzgefäße“, so der Referent am Freitag. Auch Herzschwäche, Bluthochdruck und Durchblutungsstörung zählen zu den Risikofaktoren. Rauchen, hoher Blutdruck, Cholesterin und Diabetes begünstigen diese Krankheiten. Auch ein Kaliummangel führt zu einem erhöhten Risiko für den plötzlichen Herztod. Getrocknete Aprikosen und Bananen, Kartoffeln, Gemüse und Hülsenfrüchte unterstützen einen ausgeglichenen Kaliumhaushalt. „Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist, das Risiko für Gefäßkrankheiten zu minimieren“, so der Chefarzt der Medizinischen Klinik II für Kardiologie, Pneumologie, Elektrophysiologie und Intensivmedizin.

Um Gefahren und Behandlungsmöglichkeiten des plötzlichen Herztodes ging es im Vortrag von Priv.-Doz. Dr. Joachim Seegers, Leiter der Sektion Elektrophysiologie am Klinikum Landshut. Dabei beschäftigte sich der Referent u.a. mit der Herzschwäche. Sog. Extraschläge (auch Extrasystolen oder Herzstolpern genannt) können ein Auslöser für die Herzschwäche sein, die wiederum den plötzlichen Herztod auslösen kann. Um die Herzschwäche festzustellen, prüft der Kardiologe mittels Herzultraschall die Pumpkraft des Herzen. „Ist die Herzpumpkraft eingeschränkt, ist eine Behandlung bspw. mit Betablockern oder eine Katheterablation nötig“, so Dr. Seegers. Im zweiten Teil beschäftigte sich der Referent mit elektrischen Herzerkrankungen.

Über Defibrillatoren und Herzschrittmacher informierte Oberarzt Dr. Frank Schütze. Er stellte die beiden Optionen gegenüber und erklärte, wann was angewandt wird. Gemeinsam haben Herzschrittmacher und Defibrillatoren, dass sie beide aus einem Mikrocomputer plus Batterie in einem Gehäuse bestehen, außerdem sind beide mit dem Herz verbundene Sonden. Ein Schrittmacher wird bei Herzstillstand und verlangsamtem Herzschlag eingesetzt. „Wichtig ist, problematische Medikation absetzen bzw. vermeidbare Ursachen zu beheben“, betonte Dr. Schütze.

„Haben Sie keine Angst davor, etwas falsch zu machen“: Das war die Botschaft von Priv.-Doz. Dr. Julia Langgartner, Oberärztin und Leiterin der internistischen Intensivstation, im letzten Vortrag des Herzabends. Sie erklärte, wie Wiederbelebung für Laien funktioniert – mit der Regel „Prüfen, Rufen, Drücken“. Reagiert der Betroffene auf Ansprache, Berührung oder Schmerzreiz? Hat er keine oder keine normale Atmung? Diese Fragen müssen beim ersten Schritt, dem Prüfen, beantwortet werden. Beim Rufen sollen andere Personen herbei gerufen und der Notruf 112 gewählt werden. Und wie geht nun das Drücken – die eigentliche Wiederbelebung – richtig? „Beide Hände liegen auf der Mitte des Brustbeins, die Arme sind gestreckt und liegen senkrecht über dem Brustkorb. Dann tief und schnell drücken, 100 mal pro Minute“, erklärte Dr. Langgartner. Den richtigen Rhythmus kann man mit Liedern wie „Stayin‘ Alive“ (Bee Gees), „Dancing Queen“ (ABBA) und „Like A Prayer“ (Madonna) finden. Diese haben ca. 100 Beats pro Minute – mit 100 Druckbewegungen pro Minute kann der beste Blutfluss erreicht werden kann. „Die Herzdruckmassage wird so lange fortgeführt, bis das Rettungsteam eintrifft“, so Langgartner. Beatmen soll der Laie nicht mehr. „Der Sauerstoffgehalt im Blut ist ausreichend, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken.“

Im Anschluss konnten sich die Besucher noch an zahlreichen Aktionsständen weiter zum plötzlichen Herztod informieren. Der Herzabend fand im Rahmen der bundesweiten Herzwochen der Deutschen Herzstiftung statt.

 

Über 100 Besucher informierten sich am Freitag im Klinikum.

 

Bildquelle: Klinikum Landshut

 

Bildtext: Auch Oberbürgermeister Alexander Putz (2. v. r.) ließ es sich nicht nehmen, den Infobus zu besuchen und mit den Experten ins Gespräch zu kommen: (Von links) Dr. Thomas Graf von der Medizinischen Klinik II, Dr. Gerhard Trost von Boehringer Ingelheim, Diabetesberaterin Sabine Schönfelder, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Stephan Holmer, Oberarzt Dr. Robert Matzberger von der Medizinischen Klinik I und Neurologie-Chefarzt Josef Heckmann.

 

Vorbeugen kann Leben retten

Klinikum unterstützt Aufklärungskampagne in der Landshuter Altstadt

 

Auch Oberbürgermeister Alexander Putz (2. v. r.) ließ es sich nicht nehmen, den Infobus zu besuchen und mit den Experten ins Gespräch zu kommen: (Von links) Dr. Thomas Graf von der Medizinischen Klinik II, Dr. Gerhard Trost von Boehringer Ingelheim, Diabetesberaterin Sabine Schönfelder, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Stephan Holmer, Oberarzt Dr. Robert Matzberger von der Medizinischen Klinik I und Neurologie-Chefarzt Josef Heckmann.

 

Schlaganfall und Diabetes sind zwei Gefahren, über deren Risikofaktoren viele Menschen wenig wissen. Die mobile Kampagne „Herzenssache Lebenszeit“ will die Bevölkerung darüber aufklären. Am Mittwoch machte sie mit einem signalroten Doppeldecker-Infobus in der Fußgängerzone in der Landshuter Altstadt Halt, wo sie vom Klinikum, wie schon 2014, tatkräftig unterstützt wurde. Dort berieten interdisziplinär Ärzte, Fachpflegepersonal und weitere Experten in geballter Form, um so zu helfen, das Schlaganfall-Risiko zu verringern.

In Deutschland haben jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Diabetes ist ein klassischer Risikofaktor für einen Schlaganfall. Am Info-Bus in der Altstadt, mit dem Städte in ganz Deutschland angefahren werden, hatten Interessierte daher die Möglichkeit, ihr persönliches Schlaganfall- und Diabetes-Risiko zu testen. Diabetologie, Kardiologie, Neurologie – ab 10 Uhr standen Fachärzte und andere Experten für offene Fragen im direkten Gespräch bereit. Denn frei nach dem Motto „Nicht nur behandeln, sondern vorbeugen“ sieht das Klinikum Landshut seine Aufgabe nicht nur in der medizinischen Versorgung der Bürger aus Landshut und Umgebung, auch Information und Vorsorge sind große Anliegen.

Dieses Angebot nutzen viele Landshuter: Entsprechend groß war der Andrang am Info-Bus gegenüber dem Rathaus. Vor Ort waren zwei Fachpflegekräfte des Teams der Stroke Unit, der zertifizierten Schlaganfallspezialeinheit am Klinikum. Einige Besucher ließen von ihnen Blutdruck und Blutzucker überprüfen, um mehr über ihren Gesundheitszustand zu erfahren, und so Risiken besser vorbeugen zu können. Besonders gefragt war auch die Ernährungsberatung. Fundierte und hilfreiche Informationen wurden außerdem durch das Schlaganfall- und das Herzbüro zur Verfügung gestellt. Auch Oberbürgermeister Alexander Putz schaute persönlich vorbei und nutzte die Gelegenheit für ein Gespräch mit den Klinikum-Mitarbeitern und den anwesenden Landshutern. „Wir sind sehr zufrieden, dass die Aufklärungsaktion von den Bürgern so gut angenommen wurde“, resümierten die Experten des Klinikums.

 

Informationen satt erhielten die Besucher am Infobus in der Altstadt.

 

Besonders gefragt waren die Blutzuckermessungen.

 

Die Expertenrunde freute sich, den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen: (von links) Diabetesberaterin Sabine Schönfelder, Funktionsoberärztin Dr. Stefanie Koch von der Medizinischen Klinik I, Dr. Thomas Graf von der Medizinischen Klinik II, Logopädin Christel Walter vom Landshuter Schlaganfallbüro, Oberärztin Iryna Vynogradova, Klinik für Neurologie, Stephan Barthel von Boehringer Ingelheim und die beiden Fachpflegerinnen der Stroke Unit, Karin Daum und Tina Giggenbach.

 

Fotos: Klinikum Landshut