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Mainkofen

Bildtext: Studierten bei der Informationstour zu den Baumaßnahmen vor dem fast fertigen Zentrum für Allgemeinpsychiatrie den Plan: Von links ärztlicher Direktor Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Bauverwaltungschef Matthias Kopf, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, stellvertretender Krankenhausdirektor Christian Fenzl, Pflegeheimleiter Michael Besendorfer und Krankenhausdirektor Gerhard Schneider.

 

Jahrhundert-Baumaßnahmen in Mainkofen gehen voran

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich machte sich ein Bild vom Bezirksklinikum – 150 Millionen Euro werden investiert

 

150 Millionen Euro nimmt der Bezirk Niederbayern in die Hand, um das Bezirksklinikum Mainkofen noch moderner, noch leistungsfähiger zu machen. Es ist die größte Investition und die größte Veränderung in der Geschichte des Bezirksklinikums, größte Gesundheitseinrichtung Niederbayerns. Kürzere Wege, neueste Technik bei der Diagnostik und moderne, helle Zimmer sollen das Ergebnis der Maßnahmen sein. Dass die Arbeiten, die insgesamt laut Krankenhausdirektor Gerhard Schneider bis etwa 2025 dauern, im Plan vorangehen, davon konnte sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich diese Woche ein Bild machen. Er zeigte sich begeistert über die professionelle Umsetzung der Planungen.

Matthias Kopf, Leiter der Bauverwaltung des Bezirkes, Krankenhausdirektor Gerhard Schneider und ärztlicher Direktor Prof. Dr. Wolfgang Schreiber führten Heinrich durch die Neubauten beziehungsweise die Baustellen. Erster Stopp war beim Neubau des Neurologischen Zentrums, der nun etwas mehr als einen Monat im Betrieb ist. Im Erdgeschoss des neuen Baus befindet sich eine interdisziplinäre 24-Betten-Station mit Intensivstation, eine sogenannte Inter-Mediate-Care-Station (Intensivpflegestation) und einer Stroke-Unit zur Versorgung von Schlaganfallpatienten sowie die zentrale Notaufnahme, erreichbar über eine südliche Zufahrt. „Diese Zufahrt ist neu. Sie hat den Vorteil, dass die Rettungsfahrzeuge mit Blaulicht nicht mehr durch das ganze Gelände müssen“, erklärte Krankenhausdirektor Schneider der Delegation des Bezirks.

Das Untergeschoss des Neubaus beherbergt ein neues Institut für Diagnostische Radiologie mit Multifunktionsröntgenanlage, Computer Tomographie (CT) und einem neuem Drei-Tesla-MRT. Chefärztin Dr. Katharina Kolbasseff erläuterte Heinrich bei einem Rundgang die bildgebenden Verfahren. Auf gleicher Höhe befindet sich auch die neurologische Ambulanz mit Infusionstherapie, wie die Radiologie bereits in Betrieb. „Hier bieten wir den Patienten nun bequeme, verstellbare Stühle an, so dass sie ihre Infusionen, die bei MS-Patienten mehrere Stunden dauern können, nicht mehr auf einer Liege bekommen müssen und dabei lesen oder fernsehen können“, stellte Krankenhausdirektor Schneider die Verbesserungen vor.

Zudem findet im Untergeschoss nun die Funktionsdiagnostik Raum. Aufgenommen worden ist zudem bereits der erste sogenannte Weaning-Patient, dabei handelt es sich um künstlich Beatmete, die von der Beatmung entwöhnt worden sollen. Baureferatsleiter Matthias Kopf zeigte ferner, dass die Generalsanierung des Altbestandes Neurologie mit einer 44-Betten-Station und der Klinik für Neurologische Frührehabilitation mit einer 24-Betten-Station bereits begonnen hat. Hier soll die Innere Medizin und die Labordiagnostik eine neue Heimat finden. Anfang 2019 soll alles fertig sein. Für den Krankenhausdirektor ergeben sich durch die Neu- und Umbauten riesige Verbesserungen für die Notfallpatienten: „Die Patienten werden in die Notaufnahme gebracht, und die ganze Diagnostik befindet sich unter einem einzigen Dach. So gibt es sehr, sehr kurze Wege, was von großer Bedeutung ist, wenn jede Minute zählt.“

Auch bei der Neustrukturierung der Psychiatrischen Klinik, zweite Station von Dr. Heinrichs Besichtigungstour, geht es voran. Planmäßig zum Oktober kann das Zentrum für Allgemeinpsychiatrie mit vier Stationen und 80 Betten im Oktober in Betrieb genommen werden. Laut ärztlichem Direktor Prof. Dr. Schreiber sind hier Patienten mit allgemeinpsychiatrischen Krankheitsbildern wie Depressionen oder Angststörungen untergebracht. Das Mainkofen-Team führte Heinrich durch die schon fertigen Stationen, die lichtdurchflutete Flure und helle Zimmer offenbarten. Bereits fertig ist ein Musterzimmer, von dem sich der Bezirkstagspräsident sehr angetan zeigte.

Nebenan entsteht der erste Würfel des Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen mit zwei Stationen und 40 Betten, die Inbetriebnahme ist im Januar 2019 geplant. Direkt gegenüber wird gerade ein denkmalgeschütztes Gebäude saniert, das eine brandneue Spezialstation für Autismus-Spektrum-Störungen, die es bislang noch nicht gab, beherbergt. Die Patienten brauchen laut Prof. Dr. Schreiber intensivste Betreuung. In dem Altbau sind Therapie- und Behandlungsräume angesiedelt, direkt nebenan gibt es einen neuen Anbau, der die 16 Betten für diese Station beherbergt. Start soll im Februar 2019 sein.

Schließlich ließ sich Heinrich von Heimleiter Michael Besendorfer noch den Neubau des Pflegeheimes Mainkofen – die neue Bezeichnung lautet Sozialpsychiatrisches Zentrum – zeigen. Hier entstehen vier Stationen mit 92 vollstationären Betten. Im alten Pflegeheim gab es lediglich 74 Betten. Die Bewohner sollen Ende November umziehen, so Besendorfer.

Insgesamt bezifferte Bauverwaltungschef Matthias Kopf Investitionskosten von rund 150 Millionen Euro. Rund die Hälfe davon seien bereits verbaut worden. Zwei weitere Bauabschnitte werden folgen. Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich zeigte sich begeistert, wie es in Mainkofen vorangeht:  „Wir führen hier Jahrhundertmaßnahmen durch, die zu einer enormen Qualitätssteigerung führen – für Patienten, aber auch für Mitarbeiter“, zeigte sich Heinrich nach der Begehung begeistert. Besondere Anerkennung fand er für die Arbeit des Baureferats des Bezirkes: „Es ist eine enorme Leistung, in solch vom Bauboom überhitzten Zeiten eine Maßnahme so professionell und im Plan durchzuführen.“

 

– mbs –

 

Foto: Melanie Bäumel-Schachtner

 

NS-Euthanasie: Mainkofen steht für Schulunterricht offen

Symposium „Holocaust Education“ erörtert neue Ansatzpunkte in der Lehrerbildung

 

Der Veranstaltungsort für die Tagung zum Thema Holocaustbildung war gut gewählt. Denn die Geschichte des Bezirksklinikums Mainkofen während des Zweiten Weltkrieges beeindruckte einerseits die Teilnehmer, die sich zum Symposium am Donnerstag dort einfanden, und zeigte andererseits deutlich, wie gut sich ein authentischer Ort eignet, um das Thema Schülern aus der Region nahezubringen.

Die Tagung, die in Zusammenarbeit von Technischer Hochschule Deggendorf, dem Lehrstuhl für Diversität und Begabung der Universität Passau sowie dem Bezirksklinikum Mainkofen mit Unterstützung des Bezirks Niederbayern und der Landeszentrale für politische Bildung organisiert worden war, hatte zum Ziel, das Thema Holocaustbildung als Anlass zu sehen, um auch gegenwärtig  sensibilisiert zu sein im Umgang mit Minderheiten und dem Demokratie- und Geschichtsbewusstsein allgemein.

 

Nachdem Krankenhausdirektor Gerhard Schneider die rund 90 Teilnehmer begrüßt hatte, hob Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich in seinem Grußwort hervor, dass Erinnerung nicht selbstverständlich sei. Er dankte dem Krankenhausdirektor für seinen ganz persönlichen Einsatz bei der Geschichtsaufarbeitung in Mainkofen, die im Jahr 2014 ihren Höhepunkt in der Einweihung der Gedenkstätte auf dem Klinikgelände fand. Gerade in Zeiten von „Fake News“ und der Infragestellung von historischen Tatsachen sei es sehr wichtig, so Heinrich, die wahre Geschichte an die junge Generation weiterzuvermitteln.

 

Diesen Gedanken formulierte auch der erste Referent, Prof. Dr. Peter Steinbach, der sich in seinem Berufsleben intensiv mit dem Holocaust beschäftigte und unter anderem seit 1989 wissenschaftlicher Leiter der „Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin“ ist. Er erläuterte zunächst, wie die Nazis vorgingen, um nicht nur den Mord an den Juden, sondern schon zuvor die Tötung von psychisch und körperlich Kranken zu legitimieren. Die Frage, was Leben wert sei, spiele auch in der Gegenwart eine Rolle, denn Inklusion und Exklusion seien tief in der menschlichen Natur verankert. „Ich warne davor, Ereignisse wie eine abgeschlossene Periode zu betrachten“, so Steinbach, der stattdessen die Notwendigkeit des „Miteinander leben lernen“ hervorhob.

 

Wie die über 1.000 Patienten in Mainkofen bis 1945 ums Leben kamen, erklärte Krankenhausdirektor Gerhard Schneider den Zuhörern. Nach den Zwangssterilisationen verliefen die Tötungen in der sogenannten Geheimaktion T4. Mit dem Zug wurden die Opfer in die damalige Tötungsanstalt Hartheim bei Linz  transportiert, wo sie mit Kohlenmonoxidgas ermordet wurden. Im Anschluss gingen ab dem Jahr 1941 in den einzelnen Heil- und Pflegeanstalten des damaligen Deutschen Reiches die Patientenmorde weiter: in Bayern mittels der sogenannten Entzugs- oder Hungerkost. Bei der Führung durch die Gedenkstätte bekamen die Lehrkräfte sowie Alten- und Krankenpfleger einen nachhaltigen Eindruck vom Ausmaß der NS-Euthanasie.

 

Außerdem wurde klar, dass ein solcher Lokalbezug sich gut dazu eignet, didaktische Lernangebote zu entwickeln. Deswegen wurde in Zusammenarbeit zwischen TH Deggendorf und der Universität Passau eine konkrete Verschränkung über die berufliche- und Lehramtslehrerbildung vorgenommen und ein Zertifikatskurs für Begleitpersonen entwickelt. Dieser wurde am Nachmittag von Prof. Dr. Michael Bossle, TH Deggendorf, vorgestellt. Auch Klinikleiter Schneider ist sehr daran gelegen, dass die Gedenkstätte in Mainkofen in Form von Führungen mit noch mehr Leben gefüllt wird – bisher werden diese nur von ihm selbst und der Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit Christine Windorfer vorgenommen.

 

Eine Studie zu den Haltungen angehender Lehrkräfte zur „Holocaust Education“ präsentierte Prof. Dr. Christina Hansen, Lehrstuhlinhaberin für Grundschulpädagogik der Universität Passau. Die pädagogischen Grundlinien der Vermittlungsarbeit in Yad Vashem, Israels nationaler Gedenkstätte für den Holocaust, präsentierte Dr. Noa Mkayton. Sie verwies auch darauf, dass die bisherige Aufarbeitung in erster Linie aus „Tätersicht“ erfolge oder dann, wenn die Demütigungen und Gräueltaten bereits begangen waren. Mkayton nahm auch die Perspektive der Betroffenen ein, die aus ihrer Sicht in der Pädagogik die Auseinandersetzung mit dem Davor, dem Währenddessen und dem Danach anrege.

Das Fazit der ganztägigen Veranstaltung fiel zuletzt sehr positiv aus. Durch die Vielzahl unterschiedlicher Vorträge und Perspektiven bekamen die Teilnehmer einen sehr umfassenden Zugang zum Thema Holocaust. Zudem wurde die vorbildliche Auseinandersetzung des Bezirksklinikums mit seiner eigenen Vergangenheit mehrfach gelobt. Nur die wenigsten hatten sich zuvor mit diesem Lokalgeschehen der NS-Euthanasie beschäftigt oder genaue Kenntnis von der noch recht neuen Gedenkstätte in Mainkofen – dies wird sich nach dieser Tagung sicher ändern, waren die Veranstalter zuversichtlich.

 

– ml –

 

Fotos: Bezirk Niederbayern

 

Bayerischer Psychiatrischer Pflegepreis für Mainkofen

Auszeichnung für Kathrin Stoiber und Stefanie Simmerl für ihr Projekt „Wir pflegen Beziehungen“ – Lob vom Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich

 

Großes Lob gab es von Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich für Pflegekräfte des Bezirksklinikums Mainkofen sowie für die dortige Aus- und Weiterbildung. Aktueller Anlass dafür: Der vom Verband der Pflegdienstleitungen der Psychiatrischen Kliniken Bayern e. V. ausgelobte Bayerische Psychiatrische Pflegepreis ging in diesem Jahr an Pflegekräfte des Bezirksklinikums Mainkofen. Kathrin Stoiber und Stefanie Simmerl wurden für ihr Projekt „Wir pflegen Beziehungen“, das sie im Rahmen der zweijährigen Weiterbildung zur Krankenschwester für Psychiatrie (DKG) durchführt hatten, mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Ihre Arbeit konnte sich gegen neun andere Projekte aus bayrischen Psychiatrien, die ebenfalls Projekte für die Auszeichnung eingereicht hatten, durchsetzen.

 

Das Projekt von Kathrin Stoiber und Stefanie Simmerl setzt sich gegen die Stigmatisierung von psychisch kranken Menschen und für eine positive Darstellung des Pflegeberufs in der Öffentlichkeit ein – durch Aufklärung über psychiatrische Krankheitsbilder und eine Beschreibung der damit verbundenen pflegerischen Handlungsfelder. Als Teil des Projekts wurde von Kathrin Stoiber und Stefanie Simmerl in Zusammenarbeit mit Betroffenen eine Artikelreihe entwickelt, die in den Medien veröffentlicht wurde.

 

„Die Auszeichnung ist ein ganz besonderer Anlass, um nach Mainkofen zu kommen“, so Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. „Nicht nur große Baumaßnahmen werden hier derzeit umgesetzt, sondern auch im medizinischen und pflegerischen Bereich ist Mainkofen führend. Umso mehr freue ich mich, dass Kathrin Stoiber und Stefanie Simmerl mit dem 8. Bayerischen Psychiatrischen Pflegepreis ausgezeichnet wurden. Solche Erfolgsberichte steigern den guten Ruf des Bezirksklinikums über die Region hinaus. Und die Verleihung des Bayerischen Psychiatrischen Pflegepreises beweist, dass in Mainkofen bestens ausgebildete, hoch motivierte und engagierte Fachkräfte arbeiten.“

 

Die unabhängige Jury bestehend aus Prof. Brigitte Anderl Doliwa (Katholische Hochschule Mainz), Dr. Stefan Raueiser (Bildungswerk Irsee), Alexandra Chuono (Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e. V.) und Prof. Dr. Michael Bossle (TH Deggendorf) bescheinigte den Preisträgerinnen in der Laudatio außergewöhnliche Energie, Mut und Professionalität. Die Arbeit habe neben der aufklärerischen Zielrichtung durchaus auch einen politischen Anstrich. „Denn die beiden Preisträgerinnen treten in der Öffentlichkeit auf, sie sprechen in Pressetexten über ihre Profession und die Bedeutung von psychischen Erkrankungen. Und weiter, sie treten ein – für ihren Berufsstand und für die ihnen anvertrauten Betroffenen!“, so das Lob der Jury. „,Wir pflegen Beziehungen‘ leistet damit in der derzeitig berufspolitischen Situation, in der sich die Pflege befindet, einen wichtigen Beitrag zur Außendarstellung und Enttabuisierung von Pflegetätigkeiten in der Öffentlichkeit. Damit zeigt Pflege ihre Position und Professionalität und stellt auch nach außen hin klar: Wir sind ein Heilberuf und wir haben etwas zu sagen! Die veröffentlichten Artikel zeigen deutlich, wie komplex pflegerische Herausforderungen sein können und wie wichtig es ist, dass wir uns eine Kultur professioneller pflegerischer Versorgung leisten und dass diese Kultur Teil unserer Gesellschaft ist und bleiben muss – besonders auch was die psychiatrisch-pflegerische Versorgung angeht. Das Projekt hat die Jury vollumfänglich und nachhaltig beeindruckt. Das vorgelegte Projekt machte die Jury hoffnungsfroh und zuversichtlich, begründet darin, dass unsere Nachwuchskräfte sich derart kompetent und professionell engagieren und nach außen darstellen können.“ Die Verleihung des Bayerischen Psychiatrischen Pflegepreises fand Ende Juni im Rahmen einer Festveranstaltung im Bildungswerk der Bayrischen Bezirke Kloster Irsee statt. Jetzt stellten die Preisträgerinnen ihr Projekt auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich nochmals vor.

 

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Foto:

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (2.v.l.), Pflegdirektor Gerhard Kellner (l.), die Leiterin der Weiterbildungsstätte für Krankenpflege in der Psychiatrie Bettina Kieslinger (r.), Hans Peter Hartl (Stellvertretender Pflegedirektor und 1. Vorsitzender des Verbands der Pflegedienstleitungen der Psychiatrischen Kliniken Bayern e. V.) gratulieren den Preisträgerinnen Stefanie Simmerl und Kathrin Stoiber

 

Pressemitteilung

Landshut, 19.10.2016

 

Positive Entwicklung in den Kliniken

Fehlbetrag aufgrund von gesetzlich vorgeschriebener Pensionsrückstellung bedingt

 

Die Jahresabschlüsse der Bezirkseinrichtungen in Mainkofen und Straubing sowie Vergaben für die Neustrukturierung des Bezirksklinikums Mainkofen, die Sanierung des Bruthauses des Fischereilichen Lehr- und Beispielbetriebs in Lindbergmühle und die Diskussionen über das Landesentwicklungsprogramm standen im Mittelpunkt der Bezirkstagssitzung, die am 18. Oktober 2016 unter dem Vorsitz von Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich in Mainkofen stattfand.

 

Das Bezirksklinikum Mainkofen schließt das Wirtschaftsjahr 2015 mit einem Verlust ab, obwohl ein tatsächlich positives wirtschaftliches Ergebnis erzielt worden war. Der Grund für das Bilanzergebnis des Bezirksklinikums Mainkofen liegt darin, dass Rückstellung für sogenannte „aktive“ Pensionslasten in Höhe von 5 Mio. Euro gebildet werden mussten. Ohne Berücksichtigung dieser Pensionsrückstellungen, die von der Krankenverwaltung nicht beeinflussbar sind, ergibt sich auch für 2015 wieder ein positives Ergebnis aus dem Krankenhausbetrieb – und zwar in Höhe von 1.066.498 Euro. „Der Verlust ist auf Rückstellungen für aktive Pensionslasten in Höhe von 5 Mio. Euro zurückzuführen und verfälscht das tatsächliche wirtschaftliche Ergebnis: Die Rückstellungen werden nach § 249 HGB für den Fall gebildet, dass die bayerische Versorgungskammer, an die der Bezirk für alle Beamten und Pensionisten Versorgungsumlagen bezahlt, die zugesagten Pensionen, z. B. wegen Insolvenz, nicht leisten kann. Dies ist ein sehr unwahrscheinliches, mit den Rückstellungen abgesichertes Risiko. Sie belasten nicht die Liquidität und sind später, ab circa 2025 aufzulösen und führen dann zu entsprechenden Erträgen“, informierte Krankenhausdirektor Gerhard Schneider.

 

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit den Standorten Mainkofen, Passau und Freyung verzeichnete 2015 einen Anstieg der Fälle auf erstmals über 8.000 Patienten bzw. 3.351 Belegungstage, die aufgrund der Erhöhung der Planbettenzahl von den Krankenkassen nun auch finanziert worden sind. Die Auslastung betrug an den Standorten Mainkofen 102 Prozent (trotz Planbettenerhöhung), Passau vollstationär (96,5 Prozent), Passau teilstationär (67,4 Prozent) und Freyung 75,6 Prozent (sukzessive Inbetriebnahme ab Juli 2015). Trotz der nicht unerheblichen Mehrkosten durch die Verlagerung von 40 Patientinnen und Patienten an das Krankenhaus Freyung konnte ohne Berücksichtigung der Pensionslasten ein positives Ergebnis erzielt werden.

 

Auch die Forensische Klinik erzielte mit einem Anstieg der Belegungstage um 2.376 Tage und gleichzeitiger Anpassung der Überbesetzung im Pflegedienst ein positives operatives Ergebnis. Die Auslastung lag bei 118 Prozent. Der Belegungsrückgang im Jahr 2014 wurde mehr als kompensiert. Die Abteilung für Kurzzeitentwöhnung konnte trotz einer Mehrung von 336 Tagen und einer Auslastung von 91 Prozent wiederum kein ausgeglichenes Ergebnis erzielen.

 

In der Neurologischen Klinik wurden die mit den Kassen vereinbarten Mehrleistungen (+122 Fälle) erreicht. Es konnte ein Überschuss erzielt werden. Das mit den Kassen vereinbarte Leistungsspektrum der Klinik für Neurologische Frührehabilitation wurde dagegen nicht erreicht. Die baulichen Verhältnisse insbesondere die notwendige Isolierung von Patienten mit multiresistenten Keimen und die daraus resultierende Belegung von Zweibettzimmern mit nur einem Patienten sind ein wesentlicher Grund dafür. Die finanzielle Situation im nicht-stationären Bereich (überwiegend Ambulanzen der einzelnen Kliniken) ist durchwegs positiv.

 

Das Bezirkskrankenhaus Straubing hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem Fehlbetrag von rund 598.000 Euro abgeschlossen. Grund dafür ist, dass im Jahr 2015 weniger Berechnungstage erzielt wurden, da das BKH Straubing im Hinblick auf  geplante Umbaumaßnahmen teilweise nicht vollbelegt war. Hinzu kommt, dass das Budget für die Jahre 2015/2016 bei den Verhandlungen Ende 2014 sehr niedrig angesetzt worden war. Seit Einführung der Budgetierung – die Budgetvereinbarungen werden mit dem Freistaat Bayern getroffen – wird damit erstmalig ein Fehlbetrag ausgewiesen. Der Fehlbetrag wird aus vorhandenen Budgetüberschüssen gedeckt.  Aufgrund der bisherigen Entwicklung ist auch für das Geschäftsjahr 2016 ein Fehlbetrag zu erwarten. Die Budgetverhandlungen des Bezirkskrankenhauses Straubing für das Jahr 2017 stehen Ende 2016 an.

 

Im Bild: Bezirksklinikum Mainkofen

 

 

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