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Josef Kraus

Rezension des neuen Buches von DT-Autor Klaus-Rüdiger-Mai

Von Josef Kraus

Ist das Thema „Luther“ nach dem Lutherjahr 2017 „ausgeluthert“? Nein, keineswegs, denn 2017 blieben vor lauter Verneigung vor politisch korrekten Themen Fragen des Glaubens, der Verbundenheit mit Christus, der politischen Umstände der Reformation und der Bedeutung der Gemeinde als Ort des Glaubens nachrangig. Insofern ist das mittlerweile dritte Buch von Klaus-Rüdiger Mai über Luther (nach „Martin Luther – Prophet der Freiheit“ von 2014 und „Gehört Luther zu Deutschland?“ von 2016) eine wichtige Ergänzung zu 2017, vor allem aber ist es ein umfassender Blick auf die 500. Wiederkehr des Reichstages von Worm im Jahr 1521 und damit auf ein wahrlich weltbewegendes Datum.

Klaus-Rüdiger Mai, den Lesern der „Tagespost“ bekannt als Kommentator und Essayist vor allem in Fragen des christlichen Glaubens und der aktuellen Kirchenpolitik verbindet zwei Talente: Er ist ein glänzender Erzähler, und er ist ein versierter politischer und theologischer Kopf. Diese fruchtbare Verbindung merkt man seinem neuesten Buch an. Mais aktuelles Werk hat den Titel „Und wenn der Welt voll Teufel wäre – Luther auf dem Reichstag von Worms.“ Es ist ein sehr gründliches Werk, was wenige Zahlen belegen mögen: Umfang 355 Seiten, 318 Belege, rund 300 Angaben im Literatur- und Quellenverzeichnis, dazu ein sehr hilfreiches Personenverzeichnis mit fast 400 Namen

Das Buch beginnt mit einem Ereignis, das gut hundert Jahre vor 1521 geschah.

Der böhmische Theologe und Reformator Jan Hus hatte 1415 von Kaiser Sigismund die Zusage des freien Geleites erhalten, wie später Luther von Karl V., war aber dennoch in Konstanz anlässlich des dort stattfindenden Konzils als Ketzer verbrannt worden. Es ist dies ein psychologisch interessanter Einstieg, den Mai wählt, denn er lässt erahnen, in welch inneren Konflikt, ja in welch lebensbedrohliche Lage sich Luther mit seiner Reise von Wittenberg nach Worm begeben haben mag. Am 2. April 1521 jedenfalls tritt der seit dem 3. Januar 1521 exkommunizierte Martin Luther, zu diesem Zeitpunkt 37 Jahre alt und noch nicht verheiratet, seine 600-Kilometer-Reise von Wittenberg über Erfurt, Gotha und Eisenach zum Reichstag nach Worms an. Nur etwas mehr als eine Woche weilte Luther in Worms. Sein Auftritt war „nur“ ein Punkt auf der gewaltigen Agenda eines Reichtages, der vom 27. Januar bis 26. Mai 1521 dauerte und dessen Oberster der gerade einmal 19 Jahre alte, eben erst in Aachen gekrönte Kaiser Karl V. war.

Um die Reise selbst geht es Mai weniger. Natürlich kommen die Strapazen zur Sprache. Aber vor allem geht es Mai um die politischen Umstände von „Worms“. Der Reichstag selbst und Luthers Auftritt dort machen nur rund ein Zehntes des Buches aus. Aber die Umstände und die Art, wie Mai sie analysiert und darstellt, machen dieses Buch zu einer gewinnenden Lektüre, die bei Lesern Bekanntes oder Vergessenes auffrischt, vor allem aber Neues hinzufügt.

Wir können hier nicht alles aufgreifen, was Autor Mai aufgreift: die Zwei-Regimente-Lehre, die Rechtfertigungslehre, Luthers disputative Auseinandersetzung mit Johann Eck, die katastrophalen hygienischen und kriminellen Umstände in der Stadt Worms während des Reichstags, Luthers 21 Tage währendes freies Geleit nach seiner Abreise aus Worms, seine lange und kreative Rast vom 2. Mai 1521 bis zum 1. März 1522 nach der Rückkehr von Worms auf der Wartburg, Luthers Reichsacht vom 8. Mai 1521 („Wormser Edikt“), mit der er für vogelfrei erklärt wurde usw. Zu all dem wird man im Mai-Buch kundige Erläuterungen finden. Natürlich auch die weltberühmten Sätze „Mönchlein, Mönchlein, du gehst jetzt einen Gang, dergleichen ich und mancher Oberst auch in unser aller ernstesten Schlachtordnung nicht getan haben“ und (je nach Überlieferung) „Ich kann nicht anders, hier stehe ich, Gott helfe mir, Amen.“ Leider wenig zur Sprache kommt der Satz, der den Haupttitel des Buches abgibt: „Und wenn die Welt voll Teufel wäre.“ Es ist dies erste Verse der 3. Strophe des Wochenlieds „Ein feste Burg ist unser Gott“ – eine Anspielung auf das Evangelium von Matthäus 4,1–11 bzw. die Versuchung Jesu durch den Teufel

Greifen wir die für Luther sehr bedeutenden „Gravamina der deutschen Nation (lat. „Gravamina nationis germanicae“, erstmals 1456) heraus – eine ab Mitte der 15. Jahrhunderts nach und nach entstehende Sammlung von Beschwerden aus dem deutschen Sprachraum „wider den päpstlichen Hof“. Ihre Gegenständewaren die materielle Schädigung der deutschen Lande durch Rom, die Einflussnahme Roms auf die Besetzung kirchlicher Ämter und Pfründen im Reich und – ganz klar – die Geldzahlungen für kirchliche Akte etwa in Form des Ablasshandels. Man wollte die Prachtentfaltung der Renaissancepäpste stoppen.

Bis zum Reichstag von Worms hatten sich die „Gravamina“ auf die stolze Zahl von 102 aufsummiert. Luther kannte die „Gravamina“ natürlich bestens, 1520 hatte er sie in seiner Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation“ aufgegriffen. Er beschleunigte damit sehr wohl, dass politische und Reformationsbewegungen ineinander übergingen, denn auch Reichstage befassten sich immer wieder mit den „Gravamina“. Auf dem Reichstag von 1523 in Nürnberg etwa wurden die Gravamina zu 74 Artikeln zusammengestellt. Kaiser Karl V. versprach, diese dem Papst zu unterbreiten.

Nicht nur am Rande: Die „Gravamina“ waren, auch wenn Deutschland erst viel später zu einer „verspäteten Nation“ wurde, zugleich ein erster Ansatz eines nationalen, deutschen Selbstverständnisses. Ulrich von Hutten etwa hat 1518/19 anstelle der Türken oder Frankreichs den Papst als Gegner der „teutschen Freiheit“ identifiziert. Zur Erinnerung: Konstantinopel war im Jahr 1453 von den Türken erobert worden. Für die Eindämmung des osmanischen Reiches hatten Päpste an neue Kreuzzüge und für deren Finanzierung an „Türkensteuern“ gedacht. Wie auch immer: Ohne die „Gravamina“ der deutschen Nation hätte die Nation auf Luther nicht geantwortet, wäre die Reformation nicht gekommen.

Worum ging es Luther in Worms? Luther wollte den Unterschied zwischen äußerer Kirche, der Amtskirche, und innerer Kirche, Gemeinschaft mit Jesus, deutlich machen. Für Luther bestand die größte Gefahr für die äußere Kirche in der Veräußerlichung, der Selbstsäkularisation, im Funktionärwerden ihrer Amtsträger, in der Entmachtung und der Marginalisierung der Ortsgemeinden. Luther kämpft 1521 in Worms überhaupt gegen den politischen Machtanspruch der Kirche, gegen ihre Verweltlichung, gegen die feudal lebenden Renaissancepäpste. Christ zu sein, bedeutete für ihn zuallererst, Christus zu folgen.

Ist die Kirche eine Institution des Glaubens oder der Macht? Diese Frage bewegte Luther, und sie bewegt den Autor Klaus-Rüdiger Mai. Deshalb auch vor Jahren Mais Buch „Geht der Kirche der Glaube aus?“ aus dem Jahr 2019. Besonders interessant im aktuellen Buch ist Mais “Epilogus“. Mai stellt – quasi rhetorisch – die Frage: Was wäre, wenn Luthers Kirchenbann und Exkommunikation heute aufgehoben würden? Und er antwortet fragend und zugleich sibyllinisch: Welche katholische Kirche? Diese sei ja recht eigentlich erst in Trient mit dem Konzil von 1545 bis 1563, also nach Luthers Tod (1546) entstanden. Mai weist auch den Begriff „Gegenreformation“ zurück, denn auch in der katholischen Kirche wurde intensiv über eine Reform der Kirche nachgedacht.

Alles in allem: Das Buch „Und wenn die Welt voll Teufel wäre: Martin Luther in Worms“ belegt erneut, wie sich zwei Merkmale Mai’scher Schreibkunst vereinen:

das streng historische und theologische Analysieren sowie das romanhafte Schreiben. Der Protestant Mai erweist sich dabei nicht als eine Art Hardcore-Lutheraner, sondern – siehe seine anderen Schriften – als einer, der auch dem Katholizismus, sogar dem einen oder anderen Papst einiges abzugewinnen vermag. Vor allem aber warnt er die katholische Kirche aus leidvoller Erfahrung mit seiner Kirche davor, den Weg in Richtung politisierter NGO einzuschlagen. Hier ist Mai wieder Wormser Lutheraner.

Klaus-Rüdiger Mai

Und wenn die Welt voll Teufel wär: Martin Luther in Worms 

Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 1. November 2020

Foto: Klartext.LA (Josef Kraus)

 

Von Sebastian Eder und Timo Steppat (Auszüge)

…. Die große Frage, was einen guten Lehrer ausmacht, ist nicht leicht zu beantworten. Josef Kraus hat sich viele Jahre darüber Gedanken gemacht. Als Direktor eines bayerischen Gymnasiums ist er häufig selbst in die Vertretungsstunden gegangen und hat den Schülern ein Angebot gemacht: Entweder macht er als Deutschlehrer eine Stunde Grammatik mit ihnen, oder die Schüler sollten ihm erzählen, was aus ihrer Sicht einen guten Lehrer ausmacht. Weil sich fast keiner für Grammatik entschied, erfuhr Kraus viel. Am Anfang der Schullaufbahn, in den fünften Klasse, ging es vor allem darum, welche Lehrer sympathisch und witzig sind, wer bändigen und unterhalten kann. “Mit 15, 16, wenn es mehr Richtung Abitur ging, legten die Schüler größeren Wert auf die fachlichen Fähigkeiten, auf wirklich guten Unterricht”, sagt Kraus. Mit der Zeit hat Kraus neun Punkte für sich entwickelt, die einen guten Lehrer ausmachen:

  1. Kann gut erklären, weil er fachlich souverän ist. Kann spannend erzählen.

Das ist für Kraus der vielleicht wichtigste Punkt. “Wenn ein Physik- oder Geschichtslehrer sein Fach so begriffen hat, dass er begeistert davon berichten kann, steckt er damit automatisch die Schüler an.”

  1. Ist ein Vorbild an Neugier.

 

  1. Ist gerecht. Das impliziert, dass er unter Umständen auch streng sein kann/muss.

 

  1. Ist politisch neutral, aber durchaus engagiert.

 

  1. Ist Chef im Ring, ohne es immer zeigen zu müssen.

 

  1. Ist bei aller gebotenen Loyalität souverän auch gegenüber der Obrigkeit.

 

  1. Zeigt, dass er junge Menschen mag. Traut ihnen etwas zu, mutet ihnen aber auch etwas zu.

 

  1. Behält auch mal etwas für sich, wenn die Eltern es nicht unbedingt wissen müssen.

 

  1. Räumt auch selbst mal einen Fehler oder eine Schwäche ein.

 

So ein Lehrer zu werden ist schwer. Die Lehrerausbildung könne vieles leisten, glaubt Kraus als ehemaliger Präsident des Lehrerverbandes, “aber das meiste ist in der Persönlichkeit angelegt”. Es gehe darum, die Richtigen für den Beruf zu begeistern. Kraus hat deshalb manche Abiturienten angesprochen, von denen er glaubte, dass sie ein guter Lehrer werden könnten. Sie brachten eine Mischung aus fachlicher Begeisterung und Alleinunterhalter-Qualitäten mit. Manche winkten gleich ab. “Dann muss ich mich ja mit Leuten wie mir rumschlagen”, hat einer zu Kraus gesagt.

Die andere Herausforderung sei es, die Falschen vom Lehramtsstudium abzuhalten oder rauszuziehen, wenn sie einmal drin sind. Er selbst hat manchmal Praktikanten, bei denen er das Gefühl hatte, dass sie Schwierigkeiten im Job bekommen könnten, auf seine Bedenken hingewiesen. “Der Lehrerberuf kann sehr erfüllend sein”, sagt Kraus. “Aber wer dafür nicht gemacht ist, den quält es.” ….

… Seit Jahren besagen Studien wie Iglu oder Pisa, dass Lehrer entscheidend sind für den Lernerfolg. Sie können, wenn sie gut sind, die Schwächen des Schulsystems ausgleichen. Der australische Bildungsforscher John Hattie etwa wertete vor einigen Jahren englischsprachige Metaanalysen zur Unterrichtsqualität aus, Zehntausende quantitative Einzeluntersuchungen. Hattie schreibt, dass die gängigen Rezepte zum Bildungserfolg – kleine Klassen, offener Unterricht oder jahrgangsübergreifendes Lernen – wenig helfen. Besonders positiv sollen sich dagegen direkte Ansprache, der vielfach verschriene Frontalunterricht und Leistungsüberprüfungen auswirken. Kurz: Es braucht den Superlehrer.

Dabei geht es Hattie um Leistung, nicht um Noten. Der Einfluss der Lehrer kann überragend sein, heißt es bei ihm, wenn sie ständig an den Schüler denken und daran, was er braucht. Josef Kraus, der ehemalige Lehrerverbandspräsident, atmet schwer, wenn es um die Überhöhung seines Berufs geht. “Es entsteht der Eindruck, dass Lehrer allein das Bildungssystem und die Schule retten können”, sagt er. Ein Drittel hänge von den Rahmenbedingungen ab, die die Politik schaffe, glaubt Kraus, ein Drittel vom Schüler selbst – und ein weiteres Drittel trage der Lehrer zum Lernerfolg bei.

Vollständiger Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 16. August 2020
Dieser Auszug mit freundlicher Genehmigung von Josef Kraus
Foto: klartext.LA

Von Josef Kraus

Fr, 2. August 2019

In der Bundesregierung hat sich ein wahres Unwesen

an extern bestellten „Beratern“ und extern in Auftrag

gegebenen „Studien“ breitgemacht. Kaum ein Hahn

allerdings kräht danach, dass es hier um Milliarden

geht – das Ganze selten mit erkennbarem praktischpolitischem Nährwert.

Beispiel 1:

Die Bundesministerien gaben zwischen Oktober 2013

und Juni 2019 fast 1,3 Milliarden Euro für

externe „Studien“ aus, zum Beispiel für empirische Forschung,

Sachverständigengutachten, Begleitforschung und demoskopische Untersuchungen.

Siehe https://www.maz-online.de/Nachrichten/Politik/Milliarden-Kosten-Die-Studien-

Republik-So-viel-gibt-die-Bundesregierung-fuer-wissenschaftliche-Unterstuetzung-aus

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des FDPAbgeordneten

Hagen Reinhold hervor. Nicht eingerechnet sind Gelder für Beraterfirmen.

Die annähernd 1,3 Milliarden verteilen sich dabei wie folgt: das

Bundesumweltministerium gab 454 Millionen Euro aus; das Bundesministerium für

Wirtschaft und Energie rund 229 Millionen Euro; das Verkehrsministerium etwa 175

Millionen Euro. Vergleichsweise preiswert waren andere Ministerien: das

Justizministerium (4,4 Millionen Euro), das Auswärtige Amt (5,9 Millionen) und das

Finanzministerium (6,9 Millionen). Das in diesem Fall rühmliche Schlusslicht bildet mit

1,8 Millionen Euro das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und

Entwicklung. So weit einige Summen! Nicht immer offengelegt wird, was die einzelnen

Studien gekostet haben. Das Bundesarbeitsministerium etwa begründet diese

Verschleierungstaktik mit dem „Recht auf Wahrung von Geschäftsgeheimnissen“. Siehe

ferner die 108 (!) Seiten umfassende Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage des

FDP-Abgeordneten Hagen Reinhold allein zu den Studien des Umweltministeriums.

Interessanterweise wird dort mancher Auftragnehmer nur mit „N.N.“ benannt. So viel

zum Thema Transparenz!

Beispiel 2:

Allein im ersten Halbjahr 2019 investierte die Bundesregierung mindestens 178 Millionen

Euro in externe Beratung. Das ergibt sich aus einer Umfrage des Finanzministeriums in

den 14 Ressorts, die auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn durchgeführt

wurde. Am teuersten war das Innenministerium mit 78,7 Millionen Euro, gefolgt vom

Verkehrsministerium mit 47,7 Millionen Euro. Das Bildungsministerium benötigte

dagegen am wenigsten zusätzliche Expertise. Dort wurden in den ersten sechs Monaten

des Jahres nur 293.000 Euro für Berater ausgegeben. Vom Kanzleramt und vom

Verteidigungsministerium gibt es keine Angaben. Bei letzterem sei die „entsprechende

Erhebung (…) noch nicht abgeschlossen“, so die regierungsamtliche Antwort. Apropos

Verteidigungsministerium: Der Einsatz von externen Beratern etwa der Firma McKinsey

wird seit Anfang des Jahres vom Verteidigungsausschuss als Untersuchungsausschuss

überprüft. Es geht um Summen in der Größenordnung von über 200 Millionen Euro; und

es geht um den Vorwurf unkorrekter Auftragsvergabe bis hin zu Vetternwirtschaft.

Beispiel 3:

Seit 2006 hat die Bundesregierung mindestens 1,2 Milliarden Euro für mehr als 6.000

Verträge mit externen Beratern ausgegeben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des

Finanzministeriums beim Kanzleramt und den 14 Bundesministerien, die auf Anfrage

ebenfalls des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn im Februar 2019 durchgeführt wurde.

Die höchsten Ausgaben für Expertise von außen meldeten das Finanzministerium selbst

mit 258 Millionen und das Innenministerium mit 208 Millionen Euro. Gänzlich

rekonstruierbar aber sind all die Zahlen nicht, denn die entsprechenden Akten müssen

nur fünf Jahre aufbewahrt werden. Für die Jahre bis 2014 sind daher teilweise keine oder

nur lückenhafte Unterlagen vorhanden. Außerdem definieren die einzelnen Ressorts

unterschiedlich, was unter „Berater- und Unterstützungsleistungen“ zu verstehen sei.

Das Sichtbare ist also womöglich nur die Spitze eines Eisbergs. Ab 2014 sind, soweit

vollständige Akten existieren, die Ausgaben für externe Regierungsberater jedenfalls

deutlich gestiegen. 2014 lagen sie laut Aufstellung des Finanzministeriums noch bei 63

Millionen Euro, 2015 waren es schon 105 Millionen, 2016 stieg die Zahl auf 243 Millionen

und 2017 bei 248 Millionen Euro. Für 2018 haben noch nicht alle Ministerien Zahlen

gemeldet. Siehe hier.

Fragen über Fragen: Was soll dieses sündteure Studie- und Berater-Unwesen? Hat die

Bundesregierung nicht mehr als 20.000 zumeist hochdotierte Mitarbeiter? Öffnet die

Bundesregierung sich damit nicht interessengeleiteten Einflüssen? Ist dieses Unwesen

eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für unterbeschäftigte oder gar willfährige

„wissenschaftliche“ Gefolgsleute? Siehe oben die „N.N.“-Auftragnehmer!

Und: Warum gaben vor allem vergleichsweise kleine Ministerien, nämlich die für Umwelt

und für Verkehr, so viele Gelder aus? Will das Umweltministerium damit den ohnehin

nicht mehr steigerbaren Öko-Populismus und Klima-Hype weiter befördern? Und was

das Verkehrsministerium betrifft: Warum gab es dort nicht wenigstens eine Studie, die

den Herrn Verkehrsminister davon abgehalten hätte, für den Wahlkampf-Rohrkrepierer

„PKW-Maut“ Hunderte von Millionen in den Sand zu setzen?

Es ist alles nur noch ein Kasperltheater. Die Regierenden wollen sich offenbar mit

externer „Expertise“ immunisieren gegen Angriffe auf ihre mangelnde Kompetenz und

auf ihre Unfähigkeit bzw. Unwilligkeit, Entscheidungen zu treffen. Regierungsamtliche

Unmündigkeit eben!

Quelle: tichyseinblick.de/daili-es-sentials/wie-sich-die-bundesregierung-selbst-entmuendigt/

Klartext.LA wünscht: Alles erdenklich GUTE für Josef Kraus zu seinem 70. Geburtstag!

Josef Kraus ist ein (ge-)wichtiger Mahner und Vordenker und hat stets eine Vermählung mit dem Zeitgeist ausgeschlagen. Sein Weitblick wäre manchem Entscheidungsträger gut angestanden und hätte viel Unsinn und Leid in der Bildungspolitik erspart. Er ist einer der wenigen Menschen, bei denen die Eigenschaften Charakter, Intelligenz, Fleiß und Haltung in idealer Weise vereinigt sind.

 

Die FAZ würdigt ihn am gestrigen Samstag mit dieser Meldung:

Fotos: Klartext.LA

50 Jahre Umerziehung –

Die 68er und ihre Hinterlassenschaften

 

 

 Der 50. Geburtstag – oder besser: das 50. Dienstjubiläum – von „1968“ wurde 2018 mit viel Heiligsprechung und Weihrauch begangen. Kritik und Selbstkritik waren eher nicht angesagt. „68“ – das wurde erneut zu einem wirkmächtigen Mythos hochgejubelt:

Man rühmt „68“, weil damit die Fundamentalliberalisierung der Republik und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit begonnen habe. Tatsächlich sind die 68er nur auf Entwicklungen aufgesprungen, die längst in Gang gekommen waren. Dabei übernahmen sie bereitwillig die Reeducation-Absicht der Westalliierten.

Jedenfalls haben die 68er erfolgreich den Marsch durch die Institutionen beschritten: nicht nur in den linken Parteien Deutschlands, sondern auch in Teilen der CDU; ferner in den Medien, in den Kirchen und ganz besonders im Bildungsbereich.

Trotz 50 Jahren: All das ist nicht Historie, sondern real wirksame Ideologie!

Besonders erfolgreich ist nach wie vor der Marsch der 68er bzw. ihrer Epigonen nicht nur durch die Institutionen, sondern auch durch die Definitionen. Die Gesinnungsdiktatur der „political correctness“ und der Gender-Ideologie – beides ebenfalls aus den USA kommend – können mit Fug und Recht als Enkel-Ideologien der 68er gesehen werden, ebenso wie der nationalallergische Affekt und die Sympathie der „Linken“ für einen Multikulturalismus und für den Islam.

Diese zweifelhaften Erfolge der 68er und ihrer Vollender verdanken sich zu erheblichen Teil dem Versagen der Bürgerlichen, die bis heute nicht fähig und nicht bereit zur ideologiekritischen Auseinandersetzung sind.

Und nun genießen die 68er und ihre Epigonen Pensionen, Renten und Bezüge von einem System, das ihnen ja so unglaublich verhasst ist.

Zweimal sechs Anmerkungen – Sixpack Nr. 1

Sonderlich originell war nichts an den 68ern. Sie waren Trittbrettfahrer bzw. bestenfalls Verstärker.

Die Vorbilder für die 68er kamen aus den U S A , wenngleich den 68ern alles Amerikanische in ihrem Anti-Amerikanismus zutiefst zuwider war:

Eine maßgebliche Rolle spielte der Vietnam Krieg (1955 – 1975). 1966 kam die „Black Panther Party“ hinzu – auch im Kontext mit Vietnam, denn viele der dort eingesetzten Soldaten waren Schwarze. Die Hippie-Bewegung spielte eine Rolle – politisiert zu einem erheblichen Teil als Friedensbewegung („Make Love Not War!“). Das Ganze ging einher mit Drogen-Experimenten (USA; LSD); man versprach Bewusstseinserweiterung. „High sein, frei sein“.

„68“ war keineswegs das Jahr 0 der deutschen Demokratie

Die 68er wollten eine Kontinuität Faschismus – Bundesrepublik festgestellt haben. Deshalb wollte die Linke ein – zunächst – neutrales, dann sozialistisches Gesamtdeutschland. Siehe Stalin-Note von 1952!

Aber: „Liberalisierungen begannen lange vor 1968“: 1954 war eine große Strafrechtsreform eingeleitet worden; die Kriterien Schuld und Strafe wurden ergänzt bzw. ersetzt durch die Prinzipien Resozialisierung und Reintegration. Die Strafbarkeit der Homosexualität wurde de facto aufgehoben, auch wenn ihre endgültige Entkriminalisierung erst 1969 kam. 1958 folgte ein Gleichstellungsgesetz und damit das Ende des Alleinvertretungsrechts des Ehemannes; zuvor hatten Ehefrauen für einen Arbeitsvertrag die Genehmigung des Ehemanns gebraucht.

All dies war vor „68“ in die Wege geleitet worden. Lange vor „68“ war es zu symbolträchtigen Aussöhnungen gekommen – vor allem mit Israel und Frankreich.

Ende der 1950er hatte offiziell die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit begonnen; die 68er hinkten dahinterher: Seit 1960 waren Hunderte von Staatsanwälten, Kriminalbeamten und Richtern mit der Aufklärung von NS-Verbrechen beschäftigt. Ab 1963/64 folgten NS-Kriegsverbrecher-Prozesse. Es gab tragische Auslöser, aber vieles endete in 68er Karneval

Einen besonderen Anlass für die 68er Revolte lieferte der 2. Juni 1967. An diesem Tag eskalierten die Proteste vor der Berliner Oper, wo das persische Staatsoberhaupt Reza Pahlevi sich die “Zauberflöte” anschaute. Durch einen Schuss, den der Polizist Karl-Heinz Kurras abgab, wurde der 26-jährige Benno Ohnesorg getötet. Entgegen der Interpretation, dass der Schütze ein Vertreter des „faschistischen Polizeistaates BRD“ sei, stellte sich 2009 heraus, dass er „Stasi“-Mitarbeiter war. Am 11. April 1968 verübte der Hilfsarbeiter Josef Bachmann mit drei Schüssen ein Attentat auf Dutschke. Dutschke überlebte, 1979 starb er an den Spätfolgen.

Was daraus wurde, war großteils Klamauk an den Universitäten. Es gab Sit-ins, Go-ins, Happenings, auch „shit ins“ und „piss ins“. Die (Sponti-)Sprüche, die durch die Universitäten dröhnten, bekamen Kultstatus: „Unter den Talaren ist der Muff von tausend Jahren!“ „Wer zweimal mit der Gleichen pennt, gehört schon zum Establishment.“ Aber auch: „Ho-Ho-Ho-Tschi-Minh!“ „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ „High sein, frei sein, ein bisschen Terror muss dabeisein!“

Dass Teile der 68er sich durch eine ausgeprägte Gewaltaffinität auszeichneten, ist unbestritten. Das heißt nicht, dass von „68“ ein direkter Weg zur 1970 gegründeten Rote-Armee-Fraktion (RAF). Aber ohne „68“ ist die RAF mit ihren mehr als 30 Mordopfern nicht denkbar.

Für die DDR-Bürger fand „1968“ als etwas völlig anderes statt. Ihnen ging es nicht um Dutschke, sondern um den „Prager Frühling“, der mit dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in der ČSSR am 21. August 1968 endete. Die Menschen zwischen Rügen und Erzgebirge blicken also auf ein eigenes ‚68‘ zurück … Allerdings lösten die Tumulte an westdeutschen Universitäten, die Ho-Chi-Minh-Rufe und Mao-Transparente auf breiter Front Kopfschütteln und großes Befremden aus.“ Apropos DDR: Dass das DDR-Unrechtssystem stets die Finger im Spiel hatte, wird bis heute verdrängt.

Die DDR war in der Bundesrepublik allgegenwärtig: Zum Beispiel griff die DDR im Frühjahr 1969 in West-Berlin mit 17 „Informellen Mitarbeitern“ (IM) der „Stasi“ in die Arbeit der APO ein. Die DKP bekam bis in die 1980er Jahre aus der DDR hohe Millionenbeträge an D-Mark. Die DDR gewährte zehn RAF-Terroristen Unterschlupf. Es fiel der DDR zu dieser Zeit zudem nicht schwer, zahlreiche „IM“ in Westdeutschland zu finden.

Mit hohen Bestechungssummen (2mal 50.000 DM) hatte die DDR das Misstrauensvotum vom 27. April 1972 gegen Bundeskanzler Willy Brandt unterlaufen. Wie weit der Einfluss der DDR bis hinein ins Zentrum der Bundesregierung reichte, zeigte 1975 in der Guillaume-Affäre.Nicht zu vergessen: die ideologischen (Ur-)Väter der 68er.

Die meisten und die führenden 68er Revolutionäre suchten ihre Vorbilder in kommunistischen Diktaturen: Man trug die Gesinnung vor sich her: Che-Guevara-Button, Sowjetstern an der Mütze, und man begeisterte sich für neue „Autoritäten“: Ho Chi Minh, Castro, Mao. Da gab es schon mal seitens des KBW (Kretschmann war Mitglied) Glückwünsche an den Massenmörder Pol Pot, der zwei Millionen Menschen auf dem Gewissen hatte, und Reisen ins erzkommunistische Nordkorea. Vor allem die „Mao-Bibel“ und die chinesische Kulturevolution (1966 – 1976), der mehrere Millionen Menschen zum Opfer fielen, standen hoch im Kurs. Von den historischen (Ur-)Vätern, etwa J.J. Rousseau mit seinem Egalitarismus und seiner Vision vom „Edlen Wilden“ ganz zu schweigen.

Man wollte eine (Neu-)Gründung der „BRD“ durch Klassenkampf.

 Federführend war die „Frankfurter Schule“. Mit Habermas ist sie auch heute medial einschlägig präsent. Als markantester Identitätsfaktor der Deutschen galt deren historische Schuld. Auschwitz wurde zum Gründungsmythos der Bundesrepublik erklärt. Bei dieser Betrachtung sollte der US-Amerikaner John Dewey mit seiner Schrift „Deutsche Philosophie und deutsche Politik“ eine Rolle spielen. NS-Gene von Kant bis Hitler sozusagen. Dementsprechend war „re-education“ (Umerziehung) angesagt.

Es dauerte nicht lange, dann wurde „re-education“ von deutschen Intellektuellen übernommen: von Adorno, von ev. Christen wie Niemöller, Gollwitzer. Es wirkt bis heute nach. S. die Nationalallergie der Linken.

Und dann erst die Enkel-Ideologien der 68er! Sixpack Nr. 2

 Enkel-Ideologie I: PC

Im Sinne von Umerziehung am wirksamsten sind die Sprach- und Gesinnungsdiktate der „political correctness“ (PC). Das ist ein Erbe von 68, auch wenn „PC“ als Begriff erst Ende der 1980er in den USA Jahre geprägt wurde.

Wie in vielen Dingen waren und sind die USA in Sachen „PC” federführend. Sprach- und Denkdiktate sind daraus geworden. Die Schweigespirale tut ein übriges: Man neigt dazu, nichts zu sagen, wenn man annimmt, dass man sich damit außerhalb des Merkel’schen “Mainstreams” stellt. Die Folge ist, dass sich “veröffentlichte” Meinung qua „Schweigespirale“ durchsetzt. Wir sind wieder einmal ein Volk von Flüsterern geworden!

Tagtäglich geht es dabei um die korrekte Verwendung von „PC“-Hui- und um die Vermeidung von PC-Pfui-Begriffen. Orwells „Wahrheitsministerium“ lässt grüßen. Hui-Begriffe: Aus Migranten werden Flüchtlinge, Geflüchtete, Zuziehende, Schutzsuchende, Schutzbefohlene. Alle haben sie als Bereicherung zu gelten. Eine Quasi-Religion der Willkommenskultur ist angesagt. Angesagt ist zudem „virtue signalling“: Seht her, ich bin tugendhaft, ich vermeide Pfui- und Tabu-Wörter wie Flüchtlingsströme, Flüchtlingskrise, Flüchtlingschaos.

Selbst in der Pädagogik fiel und fällt “political correctness” auf fruchtbaren Boden: als “educational correctness – EC”Euphemismen, Phrasen, Plattitüden wohin man schaut. EC-Huis sind „in“: Betroffenheit, Chancengleichheit, Emanzipation, Gesamtschule, Gleichheit, Gerechtigkeit, Willkommensklassen usw. Zugleich wird mit Euphemismen gearbeitet, die die Wirklichkeit kaschieren sollen: Aus Schulschwänzern wurden Schuldistanzierte, aus faulen Schülern demotivierte, aus verhaltensgestörten verhaltensoriginelle und verhaltenskreative. Realitäten werden damit für nicht existent erklärt.

Sodann gibt es die EC-Pfui-Wörter, die im Verdacht des Faschistoiden stehen: Auslese, Autorität, Begabung, Disziplin, Ehrgeiz, Elite, Fleiß, Gehorsam, Intelligenz, Leistung, Ordnung, Pflicht, Rechtschreibung ….

Enkel-Ideologie II: „Genderismus“

Nur ganz kurz: Das ist der neue, der „rosa“ Kulturmarxismus. Es ist ein ideologischer Zweifachgipfel: als Gipfel des Egalisierungswahns (es gibt 60 Geschlechter und alle sind gleich) und als Gipfel des Emanzipationswahns (nämlich als Emanzipation von der Biologie). Das Ganze pseudowissenschaftlich verbrämt mit rund 220 Professuren dafür!

Enkel-Ideologie III: der totalitäre linke Humanitarismus

2015 hat sich Deutschland mit einer rechtlich höchst fragwürdigen Entscheidung einer Bundeskanzlerin erneut auf einen „deutschen Sonderweg“ begeben. Es gab keine Grenzen mehr. Markus Vahlefeld nennt dies eine „moralische Generalmobilmachung“. Der britische Politologe Anthony Glees traf den Nagel auf den Kopf, als er Deutschland damals als „Hippie-Staat“ bezeichnete, der sich nur von Gefühlen lenken lasse.

Aber man sah Deutschland offiziell reich beschenkt, und merkte nicht, dass die Aufnahme von Hunderttausenden angeblicher Fachkräfte eine Art „Kolonialismus 2.0“ ist. Denn wenn diese Menschen Fachkräfte wären, würden sie in ihren Herkunftsländern gebraucht. Aber Karin Göring-Eckhardt („Grüne“) meinte am 8. November 2015 vor der EKD-Synode: „Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt.“ Plötzlich! Dank Merkel!

Zugleich gab es Bagatellschäden: marginale „Einzelfälle“ und kleine „Kollateralschäden“: Kölner Domplatte, Breitscheidplatz, die Morde Asylsuchender in Freiburg, Kandel, Chemnitz, Offenburg und … und … und …… Aber diese Opfer passten und passen nicht ins Konzept des linken Humanitarismus. Nun haben wir also Opfer 1. und 2. Klasse und Täter 1. und 2. Klasse

Enkel-Ideologie/Affekt IV – die typisch deutsche Nationalallergie

 Es gibt Linke, die Deutschland am liebsten so hätten, wie es sich Churchill wünschte: fett und impotent. Die Deutschen oszillieren überhaupt gern zwischen (hypermoralischem) Größenwahn und Selbsthass. Auch eine Art Hybris, nämlich die Hybris im Negativen als Fortsetzung des Größenwahns.

Folge: Die Linken leiden an Nation und Volk (Befund: Demophobie!)

In Kreuzberg und in Frankfurt fanden sich zum 3. Oktober 1990 Sprüche wie “Deutschland verrecke!” oder “Nie wieder Deutschland!” Jutta Ditfurth („Grüne“) fand am 12. Oktober 1991 Deutschland “zum Kotzen”. „Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig“ (Jürgen Trittin am 2. Januar 2005). Zu diesem Zeitpunkt ist er Bundesumweltminister (1998 – 2005). Eine Vizepräsidentin des Dt. Bundestages marschiert hinter Transparenten hinterher, auf den steht: „Deutschland – du mieses Stück Scheiße!“

Wieder andere stänkern gegen die Nationalhymne. Auch die Deutschlandfahne ist immer wieder Objekt des deutschen Selbsthasses. Oder des Versteckens würdig! Siehe die CDU-Wahlparty vom 22.9.2013!)

Enkel-Ideologie V – Islamophilie – oder: Die Linke und der Islam

Ebenfalls nur kurz: So richtig erwärmen können sich die Linken für den Islam ja eigentlich nicht. Denn die Linken haben eine radikale Aversion gegen alles, was mit Religion zu tun hat. Dass sich die Linken für den Islam erwärmen können, hat wohl einen anderen Grund: Der Islam bzw. die massenhafte Zuwanderung von Muslimen näheren die Multikulti-Vision der Linken.

Enkel-Ideologie VI: moderne Pädagogik

Gewiss sind Schulen in Deutschland seit 1968 lebendiger, freier, sozial offener, unkomplizierter geworden. Per saldo aber hat linke Pädagogik mehr Kollateralschaden angerichtet als Nutzen gebracht. Grund: Weil seit „68“ ein Kreuzzug gegen das Leistungsprinzip geführt wird.

Folge? Deutschland als Bildungsnation – das dürfte vorbei sein. Denn die Schüler können immer weniger. Zugleich lügen Politik und die sog. Bildungswissenschaften sich, den Eltern und den jungen Leuten in die Tasche. Denn: Die Noten werden immer besser, 1,0-Zeugnisse werden immer häufiger. Die Abiturienten- und Studierquote steigt und steigt. Folge: Heutzutage beginnen mehr junge Leute ein Studium als eine berufliche Ausbildung. Ein gigantischer Fachkräftemangel ist die Folge.

Warum und wo war der Marsch durch die Institutionen und Definitionen so erfolgreich?

Parteipolitisch: Weil die 68er eigentlich in allen Parteien Fuß gefasst haben. Vor allem natürlich bei den „Grünen“ – die sich ach so bürgerlich-liberal geben, gutmenschlich und gut lebend in ihren gentrifizierten Latte-Macchiato-Blasen. Sie haben „68“ voll internalisiert. Und sie haben viel erreicht: die de-facto Abschaffung der Wehrpflicht, den Ausstieg aus der Atomkraft, die Multikulti-Gesellschaft, das Gender Mainstreaming, die „Ehe für alle“ … Die Abschaffung der Bundeswehr haben sie fast geschafft, wenn man sich deren Zustand anschaut.

Dabei wären die geborenen Erben der 68er an sich die Sozialdemokraten. Aber als Epigonen der 68er taugen sie kaum, zumal die CDU mit ihrem Sozialdemokratismus die Stelle der SPD eingenommen hat.

Medial: Der Kommunikationswissenschaftler Kepplinger stellte 2017 fest, dass das mediale Lager weit links verortet ist und dass mehr als 65 Prozent der Journalisten „Grüne“ oder SPD. Will sagen: Die 68er und ihre Nachfolger beherrschen die Meinungsindustrie. S. Chemnitz!

In den Kirchen: Deutschland ist mit der Wiedervereinigung atheistischer geworden. Die Kirchen haben darauf recht eigenartig reagiert, nämlich indem sie nach links rückten. Folge aber ist, dass der Anteil der Christen unter den Bundesbürgern von 2001 bei 64,4 Prozent auf 55,0 Prozent 2016 fiel. Viele Menschen, die der Kirche den Rücken kehrten, wandten sich nicht von ihrem Glauben ab, sondern von der Linksverschiebung der Kirchen und der Verleugnung sogar wichtigster Glaubenssymbole.

Nur eines von hundert Beispielen: „Flagge zu zeigen“ vergaßen Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm jedoch im Oktober 2016 auf dem Jerusalemer Tempelberg. Ein Blogger hat dazu geschrieben: Und sie legten das Kreuz ab und verrieten ihren Glauben, bevor der Hahn krähte. Ansonsten vernehmen wir oft genug nur ein dröhnendes Schweigen der Amtskirchen – zum Lebensschutz, zu Ehe und Familie, zur millionenfachen Christenverfolgung.

Zum Schluss: Statt Situations- und Gesinnungsethik brauchen wir:

eine ideologiekritische Auseinandersetzung!

1992 verkündete Francis Fukuyama das „Ende der Geschichte“, er meinte, dass mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime die liberale Ordnung gesiegt habe, weil sich alle Ideologien erschöpft hätten. Fukuyama liegt völlig daneben. Richtig liegt Joachim Fest: “Die vom Sozialismus gebundenen Bedürfnisse nach einer Daseinsbotschaft sind mit dessen Ende ziellos geworden und werden nicht lange damit warten, neue Uniformen anzulegen und unter neuen Fahnen zu neuen Phantasiereichen aufzubrechen.”

So isses! Aber damit fehlt ein Kompass. Man sollte aber wissen, was man zu verlieren hat, wenn man weiterhin einem repressiv links-totalitären Toleranzverständnis und einem Nihilismus einer Beliebigkeit des Geltenlassens von schlechthin allem frönt.

Deshalb ist Nichtduldung von Intoleranz angesagt und nicht Hypertoleranz gegenüber Intoleranz. Denn eines ist auch klar: Begegnen sich Toleranz und Intoleranz, siegt immer die Intoleranz.

 

Josef Kraus

 

Foto: h.j.lodermeier

Deutsche Sprache – Bedeutend

Die Forderung des langjährigen Lehrerverbandsvorsitzenden Josef Kraus nach mehr Deutschunterricht an unseren Schulen ist vollkommen berechtigt.

 

Gleichzeitig ist es wichtig, den Blick auf Europa zu richten. Nach dem Brexit, der wie auch immer geschieht, spricht in der EU nur noch eine Minderheit die englische Sprache, überwiegend in den Riesenstaaten Malta und Irland. Trotzdem, so ist zu befürchten, wird das Englische die zentrale EU-Sprache bleiben.

 

Warum eigentlich? Die deutsche Sprache sprechen in der EU etwa 100 Millionen Menschen, rechnet man deutschsprachige Randgebiete in Luxemburg oder Belgien hinzu. Doch seltsamerweise wird bis heute kaum ein EU-Dokument unmittelbar ins Deutsche übersetzt, und Pressekonferenzen finden ohnehin gern in englischer Sprache statt. Gewiss, die deutsche Sprache gehört ins Grundgesetz, aber sie muss künftig auch in der EU mehr Bedeutung erlangen.

 

Worum kümmern sich eigentlich unsere deutschen EU-Politiker den ganzen Tag?

 

Reinhard Tschapke

 

Foto: h.j.lodermeier

 

SONNTAG 1. Juli 2018 ab 08.30 Uhr in SWR 2

SWR2 Wissen: Aula. Von Josef Kraus

Antiautoritäre Erziehung – die haben sich die rebellierenden Studenten auf die Fahnen geschrieben. Sie kämpften auch im Bildungsbereich gegen repressive Strukturen und autoritäre Lehrer. Was hat das gebracht? Josef Kraus, ehemaliger Schulleiter und ehemaliger Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, rechnet mit den falschen Bildungsidealen der 68er ab.

Die 68er werden im Rückblick verklärt

Kritische Bilanzen zu „68“ blieben im Jubiläumsjahr in der Minderzahl. Vor allem gab es in der ersten Hälfte des Jubiläumsjahres viel Verklärung:

  • 68 – das sei der Start in die Fundamentalliberalisierung der Republik gewesen.
  • 68 – das sei der Beginn der Befreiung der Frau gewesen.
  • 68 – das sei der Start in die Aufarbeitung dunkler deutscher Geschichte gewesen.
  • 68 – das sei die Distanzierung zu den kapitalistischen und bellizistischen USA gewesen.

Kollateralschäden im Bildungsbereich

Verklärung der 68er gab es vor allem im Bildungsbereich! Und wenig (selbst)kritische Bilanz! Bis heute!

Gewiss sind Schulen in Deutschland seit 1968 lebendiger, freier, sozial offener, unkomplizierter geworden. Das Verhältnis zwischen Lehrern, Eltern und Schülern hat sich entspannt; es ist nicht mehr geprägt von irgendeinem Gefälle. Per saldo aber hat die 68er-Pädagogik mehr Kollateralschaden angerichtet als Nutzen gebracht. Linke, angeblich “moderne” Pädagogik ist nämlich über den größenwahnsinnigen Versuch einer Korrektur der “irrenden” und Unterschiede produzierenden Natur kaum hinausgekommen.

68er-Studentenbewegung

Drei Verirrungen der 68er-Pädagogik:

  1. Verirrung Nr. 1 der 68er ist der “pädagogische” Egalitarismus. Es scheint zu gelten: Was nicht alle können, darf keiner können. Was nicht alle haben, darf keiner haben. Was nicht alle sind, darf keiner sein. Dazu gehört die nicht enden wollende Euphorie um eine “klassenlose” Einheitsschule. Gesamtschule – heute befördert zur Gemeinschaftsschule – sollte und soll zur Speerspitze “moderner” Schulpolitik werden. Deren Ansprüche wurden allerdings nie eingelöst.
  2. Verirrung Nr. 2 der 68er hat mit der Heiligsprechung eines Jean-Jacques Rousseau und mit seinem pädagogischen “laissez faire” zu tun. Es wirkt bis heute nach. No-Education und Spaßpädagogik heißt das heute.
  3. Verirrung Nr. 3 und Folge des pädagogischen Egalisierungs- und Machbarkeitswahns ist die Quotengläubigkeit der 68er. Das ist die planwirtschaftliche Vermessenheit, es müssten möglichst alle das Abitur bekommen. Wenn aber alle das Abitur haben, dann hat keiner mehr das Abitur.

Josef Kraus

Stand: 25.6.2018, 17.54 Uhr

 

Der Kreisvorsitzende Dr. Thomas Haslinger lud ein und erfreulich viele kamen:

Die Gäste wurden freundlich empfangen:

Dr. Thomas Haslinger begrüßt:

und genießt seine Rolle als Kreisvorsitzender und Gastgeber:

Langjährige Mitglieder wurden geehrt:

Der brillante Redner des Neujahrsempfangs, Josef Kraus sprach Klartext:

und erntete den verdienten Zwischen- und Schlussapplaus!

Im Anschluss daran wurde für das leibliche Wohl bestens gesorgt:

Ganz besonders aktiv und deswegen hoch erfreulich an dem Abend fiel die Junge Union auf. Sie sorgte für die Getränke und war sich nicht zu schade das gebrauchte Geschirr, Besteck und die Trinkgefäße abzuräumen.

Aber auch der gemeinsame Spaß kam nicht zu kurz:

Auch die drei Damen amüsierten sich sichtlich:

Fazit: Ein absolut gelungener Neujahrsempfang 2018 des CSU-Kreisverbandes Landshut-Stadt!

RS

Podiumsdiskussion von CSU und Junger Union mit Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, dem Ehrenvorsitzenden des deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus und dem Vorsitzenden des Elternbeirates des Hans-Carossa Gymnasiums, Professor Dr. Schmidt, über die Wiedereinführung des G9 in Bayern.

Die Moderation erfolgte durch Ludwig Schnur, dem Kreisvorsitzenden der Jungen Union Landshut-Stadt.

Die Begrüßung der Diskussionsrunde übernahm der CSU-Kreisvorsitzende Dr. Thomas Haslinger.