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Jagd

“Jagen ist was für alte Männer mit Hut!”

Falsch! Die Jagd ist viel mehr, als ihre Vorurteile landläufig vermuten lassen. Die Aufgaben der Jäger in unserer modernen Gesellschaft gehen weit über das Bewahren althergebrachter Traditionen hinaus. Welche das sind, das steht auf www.jagd-fakten.de. Also schnell dem riskanten Halbwissen Adé sagen und hier in den Fakten stöbern.

“Fakten statt Vorurteile”

Jäger töten nur aus Spaß, Fuchsjagd ist unnötig und Wildbret schmeckt sowieso nicht – das sind nur drei von zahlreichen Vorurteilen, mit denen sich Jäger konfrontiert sehen. Mit der Kampagne „Fakten statt Vorurteile“ liefert der Deutsche Jagdschutzverband e.V. (DJV) schlagfertige Antworten und fundierte Hintergrundinformationen, die diese Vorurteile entkräften.

Mehr als 300.000 Jägerinnen und Jäger engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich für den Artenschutz. Sie betreiben Biotoppflege und liefern ein wertvolles regionales Lebensmittel. Die Jagd ist vielseitig und der Schuss vom Hochsitz nur ein Teil des Waidwerks.

Sind denn alle zauselige Waidmänner und tragen einen grünen Hut? Hat jeder einen Dackel mit Schlappohren? Das Ziel von „Fakten statt Vorurteile“ ist es, Licht in das stereotype Bild der Jagd zu bringen.

Mitmachen und weitersagen

Tollwut, Wildunfälle, steigende Wildschweinbestände – ernste Themen, die nicht durch Vorurteile, Populismus oder Gerüchte angefeuert werden sollten. Die Jagd ist eine ursprüngliche und tierschutzkonforme Beschaffung tierischer Nahrungsmittel. Dazu hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) nachhaltige Jagd, wie sie in Deutschland ausgeübt wird, bereits 2000 als eine Form des Naturschutzes anerkannt. Tatsachen, die es lohnt nachzulesen und zu verbreiten!

Wer steckt dahinter?

Der Deutsche Jagdschutzverband e.V. (DJV) ist die Vereinigung von 15 deutschen Landesjagdverbänden und ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Rund 250.000 Jäger sind bundesweit über die Landesjagdverbände und deren Untergliederungen im DJV organisiert. Die Landesjagdverbände sind als selbständige Organisationen in Kreisgruppen und Hegeringe unterteilt.

Der DJV ist – nach § 63 Bundesnaturschutzgesetz – eine staatlich anerkannte Naturschutzvereinigung, ebenso wie die meisten Landesjagdverbände. Seinen Hauptsitz hat der DJV in Berlin.

 

Koalition ändert jagdrechtliche Vorschriften mit Augenmaß. Die christlich-liberale Koalition hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom Juni 2012 zur Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften zügig umgesetzt und in dieser Woche im Bundestag eine Änderung der jagdrechtlichen Vorschriften beschlossen, die einen gerechten Interessensausgleich zwischen Grundstückseigentümern und Jägern schafft. Das Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften dient dazu, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 26. Juni vergangenen Jahres in nationales Recht umzusetzen.

Der EGMR hatte darin festgestellt, dass es gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt, wenn Grundstückseigentümer die Ausübung der Jagd auf ihren Grundstücken dulden müssen, obwohl ihre ethischen Motive dem entgegenstehen. Bisher gehören Eigentümer von Grundstücken mit einer Fläche von weniger als 75 ha nach dem Bundesjagdgesetz einer Jagdgenossenschaft an und müssen dadurch – kraft Gesetzes – auch die Bejagung ihrer Flächen dulden. Hiergegen hatte sich ein Grundstückseigentümer gewandt, der die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt. Der EGMR hat seiner Beschwerde stattgegeben und eine unverhältnismäßige Belastung des Eigentums festgestellt. Als Unterzeichnerstaat der Menschenrechtskonvention ist Deutschland verpflichtet, das Urteil umzusetzen und eine konventionskonforme Rechtslage herzustellen. Nach dem in dieser Woche vom Bundestag beschlossenen Gesetzentwurf können Grundeigentümer, die einer Jagdgenossenschaft angehören und die Bejagung ihrer Flächen aus ethischen Gründen ablehnen, zukünftig auf Antrag aus der Jagdgenossenschaft ausscheiden.

Praktisch wird dies dadurch erreicht, dass das betroffene Grundstück durch die zuständige Behörde unter bestimmten Voraussetzungen aus ethischen Gründen für befriedet erklärt werden kann. Dafür muss der Grundeigentümer seine ethischen Motive glaubhaft machen. Die Befriedung hat zur Folge, dass die betreffende Fläche grundsätzlich nicht mehr bejagt werden darf. Bei ihrer Entscheidung über den Antrag muss die Jagdbehörde – neben den Interessen des Antragstellers – auch verschiedene Allgemeinwohlbelange sowie die Interessen betroffener Dritter (insbes. Land- und Forstwirtschaft) gegeneinander abwägen. Diese Regelung trägt den Interessen der vielen Jägerinnen und Jäger in Bayern gleichermaßen Rechnung wie den Interessen der betroffenen Grundstückseigentümer.