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Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

In Landshut verdienen Frauen 420 Euro weniger als Männer

Frauentag am 8. März: Gewerkschaft NGG kritisiert Lohnlücke

 

Sie arbeiten genauso lang, ziehen aber beim Verdienst den Kürzeren: Frauen, die in Landshut eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 420 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten zum Internationalen Frauentag am 8. März hingewiesen. Die NGG beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen von Frauen in Landshut aktuell bei 3.057 Euro im Monat – Männer mit der gleichen Arbeitszeit kommen auf 3.475 Euro. Das macht einen Unterschied von 12 Prozent.

„Es kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind. Viele Unternehmen in der Region nutzen das Lohngefälle aus, obwohl sie mehr zahlen müssten”, kritisiert Kurt Haberl von der NGG-Region Niederbayern. Besonders problematisch sei die Situation in frauendominierten Berufen – etwa im Service einer Gaststätte oder im Verkauf einer Bäckerei. Wenn hier nicht nach Tarif gezahlt werde, träfen niedrige Löhne häufig auf Teilzeitjobs und befristete Stellen. „Die Folge sind geringe Einkommen und im Alter Mini-Renten, die Frauen dann beim Amt aufstocken müssen”, so Haberl.

Nach Einschätzung des Gewerkschafters dürfte der tatsächliche „Gender Pay Gap”, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, in Landshut bei deutlich über 12 Prozent liegen. „Bezieht man Teilzeitstellen und Minijobs in die Rechnung ein, wird die Kluft noch größer. Denn hier arbeiten mehr Frauen als Männer. Zugleich sind die Löhne im Schnitt deutlich niedriger”, sagt der NGG-Geschäftsführer.

„Hinzu kommt, dass noch immer zu viele Frauen zu Hause bleiben – nicht zuletzt auch, weil das Ehegatten-Splitting bei der Steuer die Rollenteilung verstärkt”, so Haberl. Damit gehe dem heimischen Arbeitsmarkt eine große Chance durch die Lappen. Mit Blick auf die Alterung der Gesellschaft und den Fachkräftemangel müssten eigentlich schon heute viel mehr Frauen ins Berufsleben einsteigen.

Die NGG fordert die Unternehmen auf, die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen zu beenden. Auch die Politik sei gefordert. „Statt immer neuer Lippenbekenntnisse zum Frauentag brauchen wir einen gesetzlichen Anspruch auf gleiches Geld für gleichwertige Arbeit, der Wirkung zeigt und in den Betrieben zwingend umgesetzt werden muss. Alles andere ist im Jahr 2020 von vorgestern”, so Haberl.

 

Foto: NGG

Bildtext: Wer in der Backstube arbeitet, macht einen harten Job. Zu viele Bäckereien speisen ihre Mitarbeiter trotzdem mit Niedriglöhnen ab, kritisiert die Gewerkschaft NGG.

 

Jeder fünfte Vollzeit-Beschäftigte in Landshut arbeitet zum Niedriglohn

Arbeitsagentur: Mini-Löhne besonders im Lebensmittel- und Gastgewerbe

 

40 Stunden die Woche arbeiten – und trotzdem reicht’s am Monatsende nicht: In Landshut arbeiten rund 4.200 Vollzeit-Beschäftigte zum Niedriglohn. Damit liegt jeder fünfte Arbeitnehmer (18,3 Prozent) trotz voller Stundenzahl unter der amtlichen Niedriglohnschwelle von aktuell 2.203 Euro brutto im Monat.

Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG Niederbayern beruft sich hierbei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Geschäftsführer Kurt Haberl spricht von einem „Alarmsignal”. Tausende Menschen hätten trotz langer Arbeitstage enorme Probleme, finanziell über die Runden zu kommen. „In Metzgereien, Bäckereien, Fastfood-Betrieben, Restaurants und Hotels ist der Anteil von Niedriglohn-Beschäftigten dabei besonders hoch. Hier müssen die Firmen endlich deutlich höhere Löhne zahlen”, fordert Haberl. Nach Angaben der Arbeitsagentur liegen bundesweit 53 Prozent aller Vollzeit-Beschäftigten im Lebensmittel- und Gastgewerbe unter der Niedriglohngrenze.

Eine Hauptursache für diesen Zustand ist nach Einschätzung der Gewerkschaft NGG die schwindende Tarifbindung. „Auch in Landshut zahlen immer weniger Hoteliers und Gastronomen nach Tarif. Statt mit dem Tariflohn von 13,34 Euro pro Stunde geht ein gelernter Koch dann nur mit dem Mindestlohn von 9,19 Euro nach Hause. Wie soll man damit eine Familie durchbringen?”, kritisiert Haberl. Um diesen Trend zu stoppen, müssten sich Firmen, die Mitglied im Arbeitgeberverband sind, an die mit der Gewerkschaft ausgehandelten Tarifverträge halten und armutsfeste Löhne zahlen. Nach Beobachtung der NGG nimmt die Zahl der Verbandsmitglieder, die aus der Tarifgemeinschaft ausscheren, seit Jahren zu.

„Außerdem muss es noch mehr Tarifverträge geben, zu denen ganze Branchen durch die Politik verpflichtet werden – gerade da, wo der Niedriglohnsektor wuchert”, so Kurt Haberl. Eine sogenannte Allgemeinverbindlichkeit könne vom Bundes- oder Landesarbeitsministerium erklärt werden. Am Ende komme es aber auch auf die Beschäftigten selbst an, betont die NGG. „Wer in der Gewerkschaft ist, hat nicht nur beim Lohn, sondern auch bei Urlaub und Arbeitszeit die besseren Karten.”

Das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen liegt in Landshut laut Arbeitsagentur bei 3.293 Euro (brutto) im Monat – im Bundesschnitt sind es 3.304 Euro.

 

Foto: NGG

 

Bildtext: Wohl bekomm’s! Bayerisches Bier ist weltweit gefragt. Die Brauer im Freistaat verzeichnen steigende Umsätze. Davon sollen jetzt auch die Beschäftigten profitieren. Für sie fordert die Gewerkschaft NGG höhere Löhne.

 

Gewerkschaft fordert Lohn-Plus in niederbayerischen Brauereien

Landshuter trinken 96.000 Hektoliter Bier im Jahr – nicht nur im Rekordsommer 2018

 

Weltweit geschätzt, daheim ein Renner: In Landshut wurden im vergangenen Jahr rund 96.000 Hektoliter Bier getrunken – der Großteil davon aus regionalen Brauereien. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) errechnet. Sie geht dabei von einem Pro-Kopf-Verbrauch von 135 Litern pro Jahr aus. Auf diese Menge beziffert der Bayerische Brauerbund den Bierkonsum im Freistaat. „Der Bierdurst führt zu steigenden Umsätzen in der Branche. Davon sollen jetzt auch die Beschäftigten etwas haben”, sagt Gewerkschafter Kurt Haberl. Für die Mitarbeiter in den 74 niederbayerischen Brauereien fordert die NGG ein Lohn-Plus von 6,5 Prozent.

„Von Branchengrößen wie Passauer Löwenbrauerei über Mittelständler wie Hacklberg oder Wittmann bis hin zur Hausbrauerei vor Ort – die Betriebe machen gute Geschäfte”, betont der Geschäftsführer der NGG Niederbayern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes setzten die bayerischen Brauer im vergangenen Jahr knapp 24 Millionen Hektoliter ab – ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit stammt mehr als jedes vierte in Deutschland gebraute Bier aus Bayern. „Hinzu kommt der wachsende Markt mit alkoholfreien Sorten, die in der Bilanz nicht enthalten sind”, erklärt Haberl. Laut Bayerischem Brauerbund dürfte der Gesamtbierabsatz bei 26,7 Millionen Hektolitern gelegen haben.

„Ob Helles, Weißbier oder eines der vielen Spezialbiere – unsere Sorten stehen weltweit für Qualität und einzigartigen Geschmack”, betont Haberl. Mittlerweile gehen 23 Prozent aller bayerischen Biere in den Export – die Sparte legte im Vergleich zu 2017 laut Brauerbund abermals um zwei Prozent zu.

„Die Zahlen zeigen, dass die Geschäfte der Brauer auch jenseits von Rekordsommer und Fußball-WM gut laufen. Doch wo die Kassen klingeln, muss für die Mitarbeiter mehr drin sein. Die Beschäftigten klagen schon lange über eine steigende Arbeitsbelastung”, so Haberl. Die Jobs in der Brauerei seien oft hoch technisiert und setzten immer höhere Anforderungen voraus. Das müsse sich für die Beschäftigten lohnen. „Andernfalls wird es für Braumeister zunehmend schwerer, Azubis und Fachkräfte zu gewinnen.”

Nach ersten Gesprächen gehen die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern am 2. Mai in München in die nächste Runde.

 

Foto: NGG

 

Gewerkschaft NGG kritisiert

Seltene Arbeitszeit-Kontrollen in Landshut

 

Tricksereien bei der Arbeitszeit fast nie geahndet: Die rund 2.100 Betriebe in Landshut müssen nur äußerst selten mit einer Arbeitszeit-Kontrolle der Behörden rechnen. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Nach NGG-Angaben führte die Bayerische Gewerbeaufsicht im vergangenen Jahr landesweit lediglich 4.367 Kontrollen zur Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes durch. Dabei deckten die Beamten 2.895 Verstöße auf. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Prüfungen um 31 Prozent zurück. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Linken, Susanne Ferschl. Das Schreiben liegt der Gewerkschaft vor.

Rein rechnerisch wird ein Betrieb im Freistaat demnach nur alle 85 Jahre kontrolliert, kritisiert NGG-Geschäftsführer Kurt Haberl: „Die Zahlen sind schockierend. Das Arbeitszeitgesetz ist eines der wichtigsten Schutzgesetze, das die Beschäftigten haben.“ Es könne nicht sein, dass die Behörden ihre Kontrollen „ausgerechnet in einer Zeit zurückfahren, in der Nacht-, Schicht- und Wochenendarbeit immer stärker zunehmen“, so die NGG Niederbayern.

Ohne eine echte Kontrolle drohe das Arbeitszeitgesetz zu einem bloßen „Papiertiger“ zu werden. Das sei gerade auch mit Blick auf die Digitalisierung ein großes Problem. „Viele Beschäftigte in Landshut müssen immer flexibler arbeiten und teils ständig für den Chef erreichbar sein. Da ist es umso wichtiger, dass sie auch mal Luft holen können“, sagt Haberl. Nicht ohne Grund schreibe das Arbeitszeitgesetz eine Ruhezeit von elf Stunden zwischen Ende und Anfang der Arbeit vor.

Letztlich gehe es dabei um die Gesundheit der Menschen. Laut Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) steigt das Unfallrisiko nach der achten Arbeitsstunde exponentiell an. Wer regelmäßig nachts oder im Schichtdienst arbeitet, hat danach auch ein erhöhtes Risiko, am Herzen oder an Diabetes zu erkranken. Aktuell arbeitet bereits jeder Neunte länger als 48 Stunden in der Woche, so das Statistische Bundesamt.

Einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes, wie sie etwa der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert, erteilt Kurt Haberl eine klare Absage. „Flexible Lösungen, die für die Betriebe und die Beschäftigten passen, lassen sich per Tarifvertrag vereinbaren“, so der Gewerkschafter. In Branchen wie dem Gastgewerbe und der Ernährungsindustrie hätten sich etwa Arbeitszeitkonten bewährt.

„Statt Änderungen am Arbeitszeitgesetz brauchen wir mehr Kontrollen, damit es auch eingehalten wird“, fordert Haberl. Dafür müsse das Personal bei den Arbeitsschutzbehörden massiv aufgestockt werden. Nach Angaben der Bundesregierung waren in ganz Bayern zuletzt nur 360 Beamte für die Kontrolle der Arbeitszeiten zuständig – bei 370.000 Betrieben.

 

Foto: NGG

Bildtext: Lohn-Plus in der Backstube und in den Verkaufsfilialen: Tausende Beschäftigte in der Bäckerbranche bekommen ab sofort mehr Geld. Darauf weist die Bäcker-Gewerkschaft NGG hin.

Für 370 Beschäftigte in Landshut gilt neuer Tarifvertrag

Bäcker bekommen mehr Geld

Sie backen ab sofort größere Semmeln: In Landshut bekommen die rund 370 Beschäftigten in Bäckereien mehr Geld. Zum Juli steigen die Löhne im Verkauf um 2,7 Prozent, in der Produktion und allen anderen Bereichen um 2,5 Prozent. Damit haben gelernte Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen am Monatsende rund 60 Euro mehr auf dem Lohnzettel. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitgeteilt.

Die NGG Niederbayern rät: „Die Beschäftigten sollten unbedingt die nächste Lohnabrechnung prüfen. Denn zusätzlich zur Erhöhung gibt es eine Einmalzahlung von 190 Euro für alle Berufsgruppen.“ NGG-Geschäftsführer Kurt Haberl spricht von einem „guten Ergebnis“ nach einer schwierigen Tarifrunde. Mustafa Öz, Verhandlungsführer der Gewerkschaft: „In den dreimonatigen Verhandlungen haben sich die Arbeitgeber lange nicht bewegt und nur ein Magerangebot‘ von lediglich 1,8 Prozent vorgelegt. Herausgekommen ist dagegen ein richtiges Lohn-Plus für die Arbeitnehmer, denn auch für das kommende Jahr haben wir weitere Lohnsteigerungen zwischen 2,5 Prozent und 2,7 Prozent vereinbart. Das kann sich sehen lassen.“

Mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Branche setze der neue Tarifvertrag ein wichtiges Zeichen. „Viele Betriebe in Landshut haben Probleme bei der Suche nach Fachpersonal. Ob Mehlstaub und Hitze am Ofen oder Stress hinter der Verkaufstheke die Jobs in der Bäckereibranche sind hart. Umso wichtiger ist ein Verdienst, der zum Leben reicht. Einen Anspruch auf die Lohnerhöhung hat jeder Beschäftigte, der Gewerkschaftsmitglied ist und dessen Arbeitgeber in der Bäckerinnung ist.

Zugleich appelliert die NGG Niederbayern an die heimischen Bäckermeister, ihren Azubis auch eine Übernahmegarantie zu bieten. Kurt Haberl: „In den meisten Branchen ist es längst Standard, dass man nach der Ausbildung mindestens ein Jahr weiter im Unternehmen arbeiten kann. Wer in der Bäckerei lernt, will auch eine sichere berufliche Perspektive.“ Bislang hätten sich die Arbeitgeber jedoch gegen eine feste Vereinbarung gewehrt.

Nach NGG-Angaben zählt das bayerische Bäckerhandwerk rund 48.000 Beschäftigte. Die Branche ist zunehmend von Großbetrieben geprägt. Vier Prozent der Betriebe erwirtschaften fast zwei Drittel des Umsatzes.

-Plus in der Backstube und in den Verkaufsfilialen: Tausende Beschäftigte in der Bäckerbranche bekommen ab sofort mehr Geld. Darauf weist die Bäcker-Gewerkschaft NGG hin.

Foto: NGG