Home Tags Posts tagged with "Europäische Umweltagentur"

Europäische Umweltagentur

Bildtext: Prof. Dr. Klaus Buchner war von 2003 bis 2010 Bundesvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). Bei der Europawahl im Mai 2014 wurde der Münchner ins Europäische Parlament gewählt, bei der Europawahl 2019 wurde er wiedergewählt. Er ist Mitglied der Fraktion Grüne/Europäische Freie Allianz.

 

 

MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP) warnte vor den Gefahren durch Funkstrahlen

Buchner: „Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen“

 

Funkstrahlen sind ein umstrittenes Thema, mit dem sich der Physiker Professor Dr. Klaus Buchner, Mitglied des Europäischen Parlaments seit längerem beschäftigt. Er berichtet nun für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) bei seinem Vortrag in der vergangenen Woche vor einem vollen Saal im Gasthaus zur Insel vor allem über das Thema „5G“.

Prof. Buchner nannte Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus oder Gedächtnisstörungen als mögliche Beschwerden infolge von zu vielen Funkstrahlen. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz, die Europäische Umweltagentur und die EU-Kommission mahnen daher zu einem zurückhaltenden Umgang mit den zahlreichen Geräten, die solche Strahlen erzeugen.

Doch nicht nur Handys und Mobilfunkmasten sind ein Problem, auch Schnurlostelefone, WLAN, Bluetooth oder der Behördenfunk Tetra senden schädliche Strahlen aus und können dadurch die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen.

Studien hätten die Schädlichkeit verschiedener Arten von Strahlen mittlerweile eindeutig belegt, warnt Prof. Buchner. Hohen Strahlenbelastung erhöht unter anderem die Anzahl der freien Radikale in den Zellen, die die Erbsubstanz im Körper angreifen. Verringerte Milchleistung der Kühe, Fruchtbarkeitsstörungen und erhöhte Zahlen von Missbildungen wurden bei Tieren nachgewiesen, deren Ställe sich in unmittelbarer Nähe von Funkmasten befinden.

„Beim Menschen, die längerfristig Funkstrahlen ausgesetzt sind, haben Studien die Steigerung der Krebsgefahr bewiesen, aber auch die Gefährdung der Föten von Schwangeren“, so der Europaabgeordnete. Laptops auf dem Schoß und Handys in der Hosentasche reduzierten die männliche Fruchtbarkeit.

Prof. Buchner betonte in seinem Vortrag, dass er den Menschen das Handy nicht verbieten wolle. Vielmehr setzt er sich für einen Mobilfunk ein, der die Menschen nicht belastet. Das sei technisch möglich. „Der Europarat schlägt einen Grenzwert von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter vor, was ein Hunderttausendstel des derzeit in Deutschland gültigen Grenzwertes ist. Das reicht aus für ein funktionsfähiges Mobilfunknetz“, so der Europaabgeordnete. Denselben Grenzwert hat das EU-Parlament schon früher empfohlen. In Luxemburg und der Toskana gelten heute schon Grenzwerte, die weit unter den deutschen liegen. Die Kosten für die Umstellung waren dort so gering, dass sie die Wirtschaftlichkeit des Betriebs nicht beeinträchtigt haben.

Um die Gefahren durch Funkstrahlen zu verringern, rät Prof. Buchner dazu, beim Telefonieren Headsets zu benutzen und Handygespräche nur bei gutem Empfang zu führen. „Das Mobiltelefon sollte nicht angeschaltet in der Hosentasche mitgeführt werden“, empfiehlt der ÖDP-Politiker. Im Auto sollte man das Gerät ausschalten. Den Gebrauch von Schnurlostelefonen in Wohnungen und Büros sollte man möglichst ganz vermeiden.

Die mittlerweile stark verbreiteten Heizungszähler in Mehrfamilienhäusern senden zwar nur schwach, direkt neben dem Bett angebracht, sind sie allerdings sehr problematisch. Sie strahlen in der Nacht und verhindern viele wichtige Regenerationsvorgänge im Körper. „Der Zähler funkt alle paar Sekunden, nicht nur bei der Ablesung“, erklärte Buchner.

Vor allem die „5. Generation“ des Internets 5G ist noch problematischer als ihre Vorgänger. Meistens hat man noch höhere Strahlungsintensitäten. Für die selbstfahrenden Autos sind entlang aller Straßen Funkstationen im Abstand von 100 bis einigen 100 Metern geplant, die eng gebündelte Strahlen großer Intensität senden. Dadurch wird die Strahlenbelastung erheblich ansteigen. Außerdem ist mit 5G eine weitgehende Überwachung auch der Privatsphäre möglich. Vernetzte Haushaltsgeräte verstrahlen den Wohnraum und senden persönliche Daten an Unternehmen und Datenhändler.

Die Gefährdung von 5G sei wissenschaftlich erwiesen, so der Europapolitiker der ÖDP. In der Bevölkerung sind die negativen Auswirkungen vielfach noch zu wenig bekannt, mancherorts wurden aber bereits der 5G-Ausbau von den Bürgern erfolgreich verhindert, so in manchen Schweizer Kantonen.

„Es gibt eine Alternative zu dieser Strahlenbelastung durch 5G. Durch Lichttechnik oder Infrarot können gleich hohe Frequenzen erzeugt werden, aber ohne Gesundheitsschäden“, klärte Buchner die Zuhörer auf.

 

Fotoquelle: ÖDP-Landshut

 

Sie sind hier: StartseitePressePressemitteilungen / Luftverschmutzung verursacht nach wie vor Gesundheitsschäden in Europa

Luftverschmutzung verursacht nach wie vor Gesundheitsschäden in Europa

Sprache ändern
Veröffentlicht: 25.10.2013 Zuletzt geändert: 25.10.2013 09:50
Rund 90 % der Stadtbewohner in der Europäischen Union (EU) sind einem schädlichen Luftschadstoffe in Konzentrationen ausgesetzt, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als gesundheitsschädlich eingestuft werden. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Bewertung der Luftqualität in Europa, die von der Europäischen Umweltagentur (EUA) veröffentlicht wurde.

 

Der Bericht „Luftqualität in Europa – Bericht 2013en” ist ein Beitrag der EUA zur Überprüfung der Luftreinhaltungspolitik der Europäischen Kommission sowie zumeuropäischen „Jahr der Luft”en.

Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Haushalte tragen zur Luftverschmutzung in Europa bei. Trotz sinkender Emissionswerte und des Rückgangs bestimmter Schadstoffkonzentrationen in den letzten Jahrzehnten macht der Bericht deutlich, dass das Luftverschmutzungsproblem in Europa noch lange nicht gelöst ist. Zwei bestimmte Schadstoffe, Feinstaub und bodennahes Ozon, führen nach wie vor zu Atembeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorzeitigem TodenNeue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die menschliche Gesundheit von geringeren Luftschadstoffkonzentrationen beeinträchtigt werden kann als bisher angenommen.

Hans Bruyninckx, Exekutivdirektor der EUA, erklärt dazu: „Luftverschmutzung fügt der menschlichen Gesundheit und den Ökosystemen Schaden zu. Ein Großteil unserer Bevölkerung lebt nach heutigem Standard nicht in einer gesunden Umwelt. Europa muss ehrgeizig sein und über die derzeitigen Rechtsvorschriften hinausgehen, um einen nachhaltigen Weg einzuschlagen.”

Umweltkommissar Janez Potočnik fügte dem hinzu: “Die Luftqualität ist ein zentrales Anliegen vieler Menschen. Umfragen zeigen, dass der überwiegende Anteil der Bürger sehr gut über die Auswirkungen der Luftqualität auf die Gesundheit Bescheid weiß und die Behörden auffordert, wirksame Maßnahmen auf EU-weiter, nationaler und lokaler Ebene zu ergreifen, sogar in Krisenzeiten mit rigider Sparpolitik. Auf diese Anliegen werde ich mit der anstehenden Überprüfung der Luftreinhaltungspolitik durch die Kommission eingehen.”

Zwischen 2009 und 2011 waren bis zu 96 % der Stadtbewohner Feinstaubkonzentrationen (PM 2,5) über den WHO-Richtlinien sowie bis zu 98 % Ozonwerten (O3) über den WHO-Richtlinien ausgesetzt. Ein geringerer Anteil an EU-Bürgern war Konzentrationen dieser Schadstoffe ausgesetzt, die über den Grenz- bzw.- Zielwerten der EU-Rechtsvorschriftenen lagen. Diese von der EU vorgegebenen Grenz- bzw. Zielwerte sind in einigen Fällen weniger streng als die WHO-Richtlinien. Siehe Daten der EUA zur Belastung in der EUen.

Nicht nur Städte sind betroffen  – auch in einigen ländlichen Gebieten wird eine hohe Luftverschmutzung verzeichnet, so der Bericht. Die nationalen Unterschiede in Europa werden in einer Reihe von Datenblättern für die einzelnen Länder aufgezeigten, die den wichtigsten Ergebnissen beigefügt sind.

Es gibt eine Reihe von Erfolgen bei den Bemühungen zur Senkung von Schadstoffemissionen zu verzeichnen – so haben sich z. B. die Schwefeldioxidemissionen aus Kraftwerken, Industrie und Verkehr im Laufe des letzten Jahrzehnts verringert, was zu einer geringeren Belastung geführt hat. Die schrittweise Abschaffung von verbleitem Benzin hat zu einer Senkung der Bleikonzentrationen geführt, die sich nachweislich auf die Entwicklung des Nervensystems auswirken.

Eutrophierung

Neben den Gesundheitsbedenken zeigt der Bericht auch Umweltprobleme wie die Eutrophierung auf, bei der die Ökosysteme durch übermäßige Stickstoffanreicherung geschädigt werden, was wiederum die Biodiversität gefährdet. Eutrophierung ist nach wie vor ein weitverbreitetes Phänomen, von dem die meisten europäischen Ökosysteme betroffen sind.

Die Emissionen einiger stickstoffhaltiger Schadstoffe sind gesunken – so haben sich z.B. die Stickoxid- und Ammoniakemissionen seit 2002 um jeweils 27 % und 7 % verringert. Dennoch liegen diese Emissionswerte unter den Erwartungen, da acht EU-Mitgliedstaaten ein Jahr nach Ablauf der Frist für die Einhaltung die gesetzlichen Grenzwerte überschrittenen haben. Um das Problem der Eutrophierung anzugehen, sind weitere Maßnahmen zur Senkung von Stickstoffemissionen erforderlich.

Kongens Nytorv 6
1050 Copenhagen K
Denmark
Telefon: +45 3336 7100
Die Europäische Umweltagentur (EUA) ist eine Agentur der Europäischen Union.
Rechtlicher HinweisEU-Flagge

entwickelt von
EUA Web Team

Creative Commons Attribution Lizenz