Home Tags Posts tagged with "Energie"

Energie

Hochschule Landshut arbeitet an einem Managementsystem, das Unternehmen und Regionen helfen soll, ihre Energieeffizienz zu steigern und Energiekosten zu sparen

Damit Deutschland seine energie- und umweltpolitischen Ziele erreichen kann, müssen der Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen drastisch sinken. Einen wesentlichen Beitrag dazu will nun die Hochschule Landshut mit dem neuen Forschungsprojekt „DENU – Digitale Energienutzung zur Erhöhung der Energieeffizienz durch interaktive Vernetzung“ leisten. Sie entwickelt ein Energieeffizienz-Managementsystem zur Sektorenkopplung (d.h. zur Vernetzung der Sektoren Strom, Wärme, Kälte, usw.) in Anlehnung an den ISO Norm-Standard. Es soll Unternehmen und Regionen als Werkzeug dienen und helfen, die geforderte Energiewende umzusetzen. Dazu wird in Echtzeit der Energie-und Ressourcenbedarf sowie das Angebot mehrerer Gebäudekomplexe in Niederbayern unter Berücksichtigung der Wetterprognosen miteinander vernetzt, um automatisiert bestehende Energieerzeugungs- und Verteilstrukturen effizienter zu nutzen und zu entlasten. Basierend auf den identifizierten Maßnahmen und Handlungsempfehlungen untersuchen die Forschenden zudem, inwieweit langfristig möglichst 100 Prozent des Gesamtenergiebedarfs durch erneuerbare Energien abgedeckt werden kann. Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse, Projektleiterin an der Hochschule Landshut, ist überzeugt: „Durch die ganzheitliche Betrachtung aller Faktoren können wir über 50 Prozent Primär-Energie einsparen.“ Am Projekt beteiligt sind drei Fakultäten der Hochschule Landshut sowie die Ingenieur-Unternehmen Sehlhoff und HPE. Darüber hinaus kooperiert die Hochschule Landshut im Projekt mit den Kommunen Bad Füssing, Markt Ruhstorf und Pocking dem Energieversorger Stadtwerke Landshut sowie mit den Firmen Leipfinger-Bader und Wolf Heiztechnik.

Mehr Effizienz durch intelligente Steuerung der Gebäude

Um die Datenerfassung kümmert sich Prof. Dr. Stefan-Alexander Arlt aus der Fakultät Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen. Dazu werden Mess- und Steuerungsgeräte in verschiedenen Gebäudetypen installiert, z.B. in Hotels, Hallenbäder, Verwaltungs- und Fabrikgebäuden. Prof. Dr. Markus Mock aus der Fakultät Informatik vernetzt die gemessenen Daten mit bereits bestehenden Energie- und Gebäudeeffizienz-Managementsystemen zu einem ganzheitlichen System. Diese Daten analysiert er unter Einsatz von Maschinellem Lernen und entwickelt Algorithmen, wie der Energieverbrauch durch die intelligente Steuerung der Gebäude gesenkt werden kann.

Weniger Energieverluste, Entlastung der Stromnetze

„Beispielsweise lassen sich bei schönem Wetter die Vorlauftemperaturen von Wärmeerzeugungsanlagen frühzeitig reduzieren“, erklärt Hehenberger-Risse, Professorin an der Fakultät Interdisziplinäre Studien und Koordinatorin, „oder es verringert sich der Kühlbedarf in Gebäuden, indem Jalousien automatisch für Schatten sorgen.“ Möglich sei auch, im Sommer die gespeicherte Energie aus der Photovoltaik zur Warmwasserbereitung zu nutzen und dafür während dieser Monate Nahwärmenetze abzuschalten, die mittels Blockheizkraftwerken oder Erneuerbare-Energien-Anlagen betrieben werden. Hierdurch lassen sich die Wärmenetzverluste (bis zu 60 Prozent) und damit den Energieträgereinsatz in den Sommermonaten deutlich reduzieren. Außerdem werden die Stromnetze entlastet, da der Überschuss-Strom, z.B. aus Photovoltaik-Anlagen, zur Wärmeerzeugung genutzt wird.

Ganzheitlicher Ansatz – konkrete Handlungsempfehlungen

Aus den gewonnenen Erkenntnissen entwickeln die Forschenden schließlich Maßnahmen und Handlungsempfehlungen, die dann in den Prototypen des neuen Managementsystems eingebettet werden. „Das Besondere daran ist der ganzheitliche und zeitaktuelle Ansatz sowie die Vernetzung verschiedener Energieabnehmer und die sektorenübergreifende Vernetzung“, erläutert Hehenberger-Risse. Bisher gebe es zwar viele einzelne Energie- oder Umweltmanagement-Systeme, diese arbeiten jedoch oft mit Daten aus der Vergangenheit und betrachten keine Gesamtszenarien unter dem Aspekt der Sektorenkopplung. „Bei DENU vereinen wir das Know-how aus Informations-, Energie-, Umwelt, Ingenieurs- und Geoinformationswissenschaft“, so die Professorin.

Vorteile für Verbraucher, Energieversorger und öffentliche Hand

Sowohl Industrie als auch Energiewirtschaft und Kommunen könnten in Zukunft von dem neuen System profitieren. „Bisher nutzten weniger als 20 Prozent der Unternehmen ein professionelles Energiemanagement“, so Hehenberger-Risse, „trotz der gesetzlichen Pflicht setzen viele Firme keine Softwarelösung ein, sondern stellen die Verbrauchsdaten zeitaufwendig manuell mit Excel zusammen.“ Auch beim Thema Städtebau könne das System zum Einsatz kommen und als Planungsinstrument eine wichtige Rolle bei der energieeffizienten Stadtentwicklung führen.

Über das Projekt

Das Projekt „DENU – Digitale Energienutzung zur Erhöhung der Energieeffizienz durch interaktive Vernetzung“ läuft bis 2022. Die Projektleitung übernimmt Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse von der Hochschule Landshut; weitere Projektpartner sind das Technologiezentrum Energie, der Generalplaner Sehlhoff das Ingenieurbüro HPE, die Kommunen Bad Füssing, Markt Ruhstorf und Pocking, die Stadtwerke Landshut sowie die Firmen Leipfinger-Bader und Wolf Heiztechnik. Die Finanzierung des Projekts übernimmt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms. Die Gesamtsumme liegt bei über 1,4 Millionen Euro.

Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse von der Hochschule Landshut übernimmt die Projektleitung.

Foto: Hochschule Landshut

CSU-Bezirksparteitag beschließt mehrere Positionspapiere – Migration, Energie, Tourismus Schwerpunkte –

komplette Ergebnisse der Neuwahlen

Für schnellere Asylverfahren und eine Verschärfung des Asylrechts tritt die CSU Niederbayern ein. Bei ihrem Bezirksparteitag am Samstag in Essenbach (Landkreis Landshut) beschlossen die 200 Delegierten einstimmig eine Resolution, die unter anderem die Einstufung von Albanien, Montenegro und dem Kosovo als sichere Herkunftsstaaten fordert. Zudem will die CSU vorübergehend eine Wiedereinführung der Visumspflicht für die Staaten des westlichen Balkans und Leistungskürzungen für Flüchtlinge aus diesen Ländern. Derzeit kommen 40 Prozent der Asylantragsteller in Deutschland vom westlichen Balkan. „Wir sind offen für schutzbedürftige Flüchtlinge, etwa aus Bürgerkriegsgebieten. Wir müssen aber auch den Missbrauch unseres Asylsystems bekämpfen“, sagte der wiedergewählte Bezirksvorsitzende Manfred Weber. Sonst würde man die Unterstützung der Menschen für das Asylrecht verlieren.

Zudem kritisiert die Niederbayern-CSU die Länge der Asylverfahren und fordert eine deutliche Beschleunigung. Es sei auch mehr Personal für Polizei und die betroffenen Kommunen notwendig. Die CSU schlägt die Einrichtung einer zentralen Aufnahmeeinrichtung für unbegleitete Minderjährige vor und begrüßt die kürzlich beschlossene Verteilung dieser Flüchtlinge in einem festen Mechanismus in Deutschland. Auf Europaebene drängt die CSU ebenso auf die Einführung einer Quotenregelung für alle Asylbewerber zur Verteilung auf die Mitgliedstaaten.

In der Energiepolitik stellt sich der niederbayerische Bezirksverband hinter den von den Parteivorsitzenden der Großen Koalition in Berlin ausgehandelten Kompromiss. „Wir werden uns nicht einer Einbeziehung Niederbayerns bei der künftigen Stromversorgung verschließen“, heißt es in dem Papier. Forderung der CSU Niederbayern ist, dass „Erdverkabelung bei Leitungen den Vorrang haben muss und dann zuerst vorhandene Leitungen mit genutzt werden“ müssen. Dafür sei die Einbindung der Kommunen und Bürger Grundvoraussetzung für das Gelingen. Zudem müsse der Kraftwerkstandort Pleinting in die Überlegungen zum Aufbau einer Energiereserve eingebunden werden. Dort sei ein Gaskraftwerk oder -turbine denkbar. Die CSU Niederbayern ist außerdem bereit, bei einer gerechten Lastenverteilung von Atommüll auf Zwischenlager Verantwortung zu übernehmen. Das bisherige Vorgehen der SPD-Umweltministerin in Berlin wird aber scharf kritisiert. Die betroffenen Bundesländer und Kommunen seien im Verfahren nicht beteiligt worden. Die CSU erinnert daran, dass es eine Entscheidung der früheren rot-grünen Bundesregierung war, an den Kernkraftstandorten Zwischenlager einzurichten. Dies darf nach Ansicht der CSU keine Dauereinrichtung werden. Es müsse eine Entscheidung für ein Endlager geben.

Einen besonderen Schwerpunkt setzt die CSU auf die Förderung der Tourismusregion Niederbayern. Der Tourismus sei eine „Leitwirtschaft“. „Ziel muss sein, den ‚Urlaub zu Haus‘ oder den ‚Urlaub im Grünen‘ gut zu platzieren.“ Als konkrete Maßnahmen wird gefordert,. die Qualität der Betriebe und die Qualifizierung der Häuser weiter zu steigern. Ebenso möchte die CSU Niederbayern weitere Investitionen in Personal, Servicekräfte und Köche mittels geeigneter Schul- und Weiterbildungseinrichtungen in der Region. Der Tourismusverband Ostbayern müsse mit genügend Kapital ausgestattet werden. Ebenso wäre die Anpassung des Mehrwehrsteuersatzes für Restaurations- und Gastbetriebe auf das reduzierte Niveau von Hotels wünschenswert. Für eine erfolgreiche Tourismusregion seien auch eine verbesserte infrastrukturelle Anbindung und der Erhalt der touristischen Wirtschaftsförderung auch über das Jahr 2020 hinaus notwendig.

Die Wahlergebnisse im Einzelnen:

Bezirksvorsitzender                           Manfred Weber, MdEP                     99,5 Prozent

Stv. Bezirksvorsitzende                     Franz Meyer, LR                                 99,5 Prozent

Markus Pannermayr, OB                  97,8 Prozent

Reserl Sem, MdL                                      92 Prozent

StS Bernd Sibler, MdL                         85,1 Prozent

Schatzmeister                                     Klaus Fiedler

Dr. Stefan Kluge

Schriftführer                                       Petra Loibl

Dr. Karlheinz Roth

Beisitzer                                               Cornelia Wasner-Sommer, BRin    GS Andreas Scheuer, MdB

Dr. Bianca Wildfeuer                         Sebastian Gruber, LR

Hannelore Langwieser, BRin          Bartholomäus Kalb, MdB

Martina Hammerl, BRin                   Dr. Christian Moser, OB

Margret Tuchen, BRin                       Peter Erl

Barbara Unger                                     Hans Rampf, OB

Edeltraud Plattner                               Dr. Gerhard Waschler, MdL

Melissa Goossens                               Walter Taubeneder, MdL

Diana Käding                                      Matthäus Strebl, MdB

Manuela Wagenbauer                      Hans Ritt, MdL

Claudia Meier                                     Hans Koller

Christine Moser                                  Josef Heisl, BR

Helga Weinberger

Josef Laumer, LR

Die Kreisvorsitzenden werden kraft Amtes in den Bezirksvorstand kooptiert.

CSU Niederbayern, Bezirksgeschäftsstelle, Mühlsteingasse 7, 94315 Straubing, Pressesprecher Christian Hügel

 

10.09.2013 10:30

Kosten der Umweltbelastung: Was uns saubere Luft wert sein sollte

Mark Fallak Öffentlichkeitsarbeit
Institut zur Zukunft der Arbeit

Die gesellschaftlichen Kosten von Luftverschmutzung sind offenbar deutlich höher als bislang angenommen. Darauf deutet eine Studie aus den USA hin, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht hat. Demnach lassen sich durch eine niedrigere Ozonbelastung sowohl die Gesundheitsausgaben als auch die Sterblichkeitsrate spürbar reduzieren. Die Forscher analysierten ein Umweltprogramm, das in Teilen der USA einen Handel mit Emissionszertifikaten und eine Deckelung des Schadstoffausstoßes von Industrieanlagen einführte. In der Folge sank die sommerliche Ozonbelastung drastisch, was zu Einsparungen allein bei Arzneimitteln in Höhe von 900 Millionen Dollar pro Jahr führte.

Im Rahmen des Programms legte die US-Umweltschutzbehörde jährlich eine Obergrenze für den Ausstoß von Stickoxiden (NOx) fest, die für die Entstehung von bodennahem, gesundheitsschädlichem Ozon als hauptverantwortlich gelten. Im Jahr 2004 durften rund 2.500 betroffene Kraftwerke und Industrieanlagen in den Sommermonaten insgesamt nur noch 650.000 Tonnen Stickoxide ausstoßen. Ab 2005 reduzierte die Behörde die Deckelung auf 550.000 Tonnen pro Sommer. Zugleich führte sie einen Handel mit Emissionszertifikaten ein, der einen Anreiz zur weiteren Senkung der Emissionen bot und Umweltsünder finanziell bestrafte.

Die Autoren der Studie ermittelten neben der Ozonbelastung auch die entstandenen Kosten für “Abwehrmaßnahmen” durch medizinische Behandlung sowie indirekte Folgekosten in Form einer höheren Sterblichkeit. Durch einen Vergleich zwischen den 20 beteiligten Bundesstaaten und dem Rest der USA sowie vor und nach Inkrafttreten des Programms konnten die Wissenschaftler sicherstellen, dass sich die ermittelten Effekte unmittelbar auf das NOx-Programm zurückführen lassen. Jahreszeitliche Unterschiede flossen ebenfalls in die Studie ein.

Das Ergebnis: Durch einen drastischen Rückgang der Emissionen verringerte sich die durchschnittliche Ozonbelastung um mehr als sechs Prozent. Die Zahl der Sommertage mit gefährlich hohen Ozonwerten ging sogar um rund ein Viertel zurück. Da viele der betroffenen Unternehmen im ersten Programmjahr in Umwelttechnologien investiert hatten, sank der NOx-Ausstoß zu Beginn des zweiten Sommers praktisch über Nacht um 35 Prozent. In Folge der geringeren Gesundheitsbelastung reduzierten sich die Gesamtausgaben für Arzneimittel um 1,9 Prozent – das entspricht rund 900 Millionen Dollar jährlich. Eine ebenso hohe Summe kommt noch hinzu, wenn man den “ökonomischen Wert” des menschlichen Lebens mit einrechnet. Denn in den am NOx-Programm beteiligten Regionen gab es pro Sommer im Schnitt 2.200 weniger Todesfälle als sonst, insbesondere in der Altersgruppe über 75 Jahren.

Laut Studie übersteigt der gesellschaftliche Nutzen des Luftreinhaltungsprogramms die Kosten der Emissionsverringerung um mehr als das Doppelte. “In der aktuellen Diskussion um die Förderung grüner Technologien stehen meist die Kosten für Unternehmen und Verbraucher im Vordergrund. Unsere Untersuchung zeigt, dass der Preis unterlassener Umweltschutzmaßnahmen dabei häufig unterschätzt wird”, sagt Mitautor Olivier Deschenes. Der Ökonom von der University of California koordiniert als Programmdirektor den IZA-Forschungsschwerpunkt “Umwelt und Beschäftigung”.

Die englischsprachige Studie ist über die IZA-Homepage abrufbar:

Olivier Deschenes, Michael Greenstone, Joseph S. Shapiro:
Defensive Investments and the Demand for Air Quality: Evidence from the NOx Budget Program and Ozone Reductions
IZA Discussion Paper No. 7557
http://ftp.iza.org/dp7557.pdf

Pressekontakt:
Mark Fallak, IZA
Tel.: (0228) 3894-223
E-Mail: fallak@iza.org


 

Schreckgespenst EEG-Umlage und das Märchen vom billigen Atomstrom
In 2 Generationen gehört die EEG-Umlage der Vergangenheit an. SolarArt Kraftwerk
In 2 Generationen gehört die EEG-Umlage der Vergangenheit an. SolarArt Kraftwerk

Lauda-Königshofen (pts024/09.08.2013/15:00) – Die EEG-Umlage das deutsche Schreckgespenst. Es wartet nur darauf alleinerziehende Mütter und Harz-IV-Empfängern durch steigende Strompreise in die Privatinsolvenz zu treiben. Mit dieser Argumentation diente die EEG-Umlage im vergangen Jahr als Begründung für einen, möglicherweise tödlichen, Schlag gegen die Erneuerbaren Energien. Die Erneuerbaren Energien wurden schließlich als Verantwortliche für das Ansteigen der EEG-Umlage identifiziert. Der Umstand, dass die umfangreichen Befreiungen der Industrie am Anstieg der Umlage beteiligt sind, wurde ausgeblendet.

Doch auch Atom- und Kohlestrom lassen die EEG-Umlage steigen. Die EEG-Umlage bildet die Differenz zwischen dem Börsenstrompreis und der nach EEG zu zahlenden Einspeisevergütung. Der Börsenpreis wird durch den Strom bestimmt, der nach den Erneuerbaren Energien der billigste Strom am Markt ist. Und besonders billig ist: deutscher Atom- und Kohlestrom. Doch warum ist gerade dieser Strom so billig? Weil deutsche Atom- und Kohlekraftwerke alt und massiv über das Steuersystem subventioniert sind.

Die Investitionskosten der Atomkraftwerke sind lange abgeschrieben. Kosten verursachen nur noch der Brennstoff, die Betriebsführung und die Wartung. Im Laufe der Jahre erhielten die Betreiber von Atomkraftwerken umfangreiche finanzielle Unterstützung für den Bau und den Betrieb ihrer Kraftwerke. In den ersten Jahren der atomaren Stromerzeugung waren diese Subventionen besonders hoch. In der Anfangsphase wurde der Atomstrom mit 101,6 Cent/kWh subventioniert. Nach den ersten 20 Jahren Erfahrung mit der Atomstromproduktion sanken die Subventionen auf 13,3 Cent/kWh. Ab dem Jahr 1980 schwanken die Subventionen zwischen 3,1 und 3,7 Cent/kWh. Zum Vergleich, die Förderung von Photovoltaikstrom lag bei einem Börsenstrompreis von 5 Cent/kWh anfänglich bei 85 Cent/kWh und liegt nach 10 Jahren bei 6-9 Cent/kWh.

Im Schnitt wurde die Atomenergie in Deutschland 60 Jahre lang mit rund 4 Cent/kWh subventioniert. Hinzu kommt, dass die Atomkraftwerksbetreiber ihre Kraftwerke nicht umfassend versichern müssen und im Falle eines Atomunfalls der Steuerzahler haftet. Ähnlich verhält es sich mit der Entsorgung des Atommülls, auch hier trägt der Steuerzahler die Kosten. Atomkraftwerke, die heute nach aktuellem Stand der Technik errichtet werden, sind nicht wettbewerbsfähig, weshalb aktuell eine Förderung von 10 Cent/kWh für 10 Jahre für Atomstrom diskutiert wird.

Die Verhältnisse bei Strom aus Braun und Steinkohle sind ähnlich. Jede kWh, welche die Stromkonzerne an die Stromverbraucher verkaufen, wird vom Steuerzahlern zusätzlich subventioniert. Strom aus Braunkohle mit 1,3 Cent/kWh und Steinkohle mit 3,3 Cent/kWh. Wie bei der Atomenergie auch, werden die Folgekosten durch Umweltschäden die in diesen Subventionen noch nicht eingerechnet sind, der Allgemeinheit überlassen und damit wieder dem Steuerzahler.

So muss die EEG-Umlage nicht nur die Vergünstigungen der energieintensiven Industrie bezahlen sondern auch den Umstand, dass viele veraltete konventionelle Kraftwerke im deutschen Stromnetz weiter produzieren dürfen. Schon 2013 waren nur 49% der EEG-Umlage reine Förderkosten der Erneuerbaren Energien. Wir können sicher sein, dass auch in diesem Jahr wieder das Schreckgespenst EEG-Umlage aus dem Schrank geholt wird und für die sozialen Verwerfungen in Deutschland verantwortlich gemacht werden.

Für die bezahlte EEG-Umlage bekommen wir eine neue Energieinfrastruktur mit erneuerbaren Kraftwerken ohne Ressourcenverbrauch und Umweltschäden. Auch der Ersatz konventioneller Kraftwerke hätte über den Strompreis refinanziert werden müssen und hätte zu erheblich höheren Stromkosten geführt. Der billige Atom- und Kohlestrom hat in den vergangen Jahren maßgeblich zur Produktion von CO2 und Atommüll beigetragen. Beides wird noch Generationen von Menschen an uns erinnern. Ob diese ein positives Bild unserer Zeit prägen wird, kann mit Recht bezweifelt werden. Die Kosten des konventionellen Stroms werden noch bis zu 6.000 Generationen nach uns bezahlen – die EEG-Umlage gehört schon nach 2 Generationen der Vergangenheit an.

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://solarart-kraftwerk.de/solarart-tv/schreckgespenst-eeg-umlage-01.html
http://solarart-kraftwerk.de/solarart-tv/schreckgespenst-eeg-umlage-02.html
http://solarart-kraftwerk.de/solarart-tv/schreckgespenst-eeg-umlage-03.html
http://solarart-kraftwerk.de/solarart-tv/schreckgespenst-eeg-umlage-04.html

(Ende)

Aussender: Solarart Kraftwerk 1 GmbH & Co. KG
Ansprechpartner: Armin Hambrecht
Tel.: 09343627690
E-Mail: hambrecht.armin@solarart.de
Website: www.solarart-kraftwerk.de
Solarart Kraftwerk 1 GmbH & Co. KG

 

Stromexporte steigen um mehr als 60 %

Jochen Habermann Pressestelle
Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

Der Trend zu hohen Exportleistungen wurde im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr gesteigert. In den ersten sechs Monaten wurden netto 15,4 TWh ins europäische Ausland exportiert.

Im Vergleich zum Vorjahr 2012 entspricht dies einer Steigerung von 62 Prozent. Das saisonale Profil mit höheren Exporten in den Wintermonaten wiederholt sich auch im ersten Halbjahr 2013. Im Vergleich zum Vorjahr spiegelt sich vor allem der kalte März dieses Jahres in den Exporten wider. Die Hauptexportländer veränderten sich, die meisten Exporte verzeichnete Deutschland in die Niederlande (9,2 TWh, +32 %), gefolgt von Frankreich (5,9 TWh, +28 %) und Österreich (5,0 TWh, -45 %). Aus Tschechien wurden mit 6,5 TWh wiederum am meisten importiert, was einer Steigerung von einem Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die gesteigerten Ein- und Ausfuhren von elektrischer Energie sind vermutlich auf die kalten Witterungsbedingungen diesen Winter zurückzuführen.

Ein ausführlicher Artikel zur Beschreibung der Im- und Exporte des letzten Jahres wird in Kürze in der Zeitschrift EMW erscheinen.

Datengrundlage:
Bei den analysierten Exportdaten handelt es sich um die Commercial Cross‑Border Schedules (CBS), die von der Entso-E veröffentlicht werden.

 

0 2694

4.3.2013

PM_Tagung_AKE_AKU

Niederbayerische Energiekompetenz tagte in Neustadt an der Donau

Hohe Wellen hatte sie geschlagen, die Energiewende in Deutschland. Was noch vor eini-gen Monaten heiß diskutiert wurde, scheint mittlerweile aber an Brisanz verloren zu ha-ben. Nicht so in Niederbayern und vor allem nicht in Neustadt! Vergangenen Donnerstag tagten hier der Arbeitskreis Umwelt (AKU) und der Arbeitskreis Energiewende (AKE) des CSU-Bezirksverbandes Niederbayern zusammen mit dem Europaabgeordneten Manfred Weber. Eingeladen hatte der stellvertretende AKE-Bezirksvorsitzende Werner Reichl.

Erster Programmpunkt war die Vorstellung des Projekts „Abwärmenutzung in Neustadt an der Donau“ durch Herrn Lothar Behringer, dem Geschäftsführer der Firma Behringer Consulting – Energiewirtschaftliche Beratung. Durch die Nutzung vorhandener Industrie-abwärme könnte eine große Menge Energie bereitgestellt werden, die der Bevölkerung zu geringen Kosten zur Verfügung gestellt werden könnte. Derzeit geht die überschüssi-ge Wärme in die Atmosphäre oder muss aufwändig abgekühlt werden, was sowohl zu hohen Kosten als auch zur weiteren Belastung der Umwelt führt. Die sinnvolle Nutzung der Abwärme wird von den Teilnehmern als wichtiges Instrument in der Energiewende angesehen.

Klar herausgestellt wurde auch noch einmal die zentrale Forderung der Arbeitskreisvor-sitzenden Freymadl und Schnur nach der Umsetzung der Power-to-Gas-Pilotanlage in Pleinting. Unter Power-to-Gas versteht man ein Verfahren, bei dem überschüssige Energie z.B. aus Wind oder Sonne, die nicht bedarfsgerecht anfällt, gespeichert wird. Dies ge-schieht durch die Umwandlung von Strom in synthetisches Erdgas.

Zur Sprache kam auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz „EEG“. Nach Meinung beider Arbeitskreise ist es erforderlich, dieses Gesetz einer systematischen Prüfung zu unterzie-hen und gegebenenfalls Anpassungen an die derzeitige Situation vorzunehmen.

Abschließend gab MdEP Manfred Weber einen Überblick, was sich in Bezug auf die EU-Wasserrichtlinie im Binnenmarkt-Ausschuss des Europäischen Parlaments getan hat. „Un-ser Druck im Europaparlament und aus Bayern zeigt Wirkung. Die Kommission will klar-stellen, dass Wasser öffentliches Gut und eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung nicht Ziel der Richtlinie ist”, sagte Niederbayerns Europaabgeordneter Manfred Weber. Trotzdem rief er auch weiterhin zu Wachsamkeit auf, da man sich mitten im Gesetzge-bungsprozess zwischen Europäischem Parlament und Ministerrat befinde. Für die CSU ist nach den Worten des EVP-Fraktionsvizes klar: “Wir wollen, dass der Wasserbereich am besten gar nicht in der Richtlinie geregelt wird, auf alle Fälle aber die bayerischen Kom-munen nicht betroffen sind.”

 

0 2194

Betreff: BMU Pressedienst Nr. 151/12 — Klima/Studie

Studie: Energiebedarf der EU lässt sich um zwei Drittel senken
Reiche: Potenzial für Energieeffizienz größer als erwartet

Mit Energieeffizienz-Maßnahmen kann der Energiebedarf der Europäischen Union
bis zum Jahr 2050 um zwei Drittel gesenkt werden. Das ist das Ergebnis einer
Studie des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
(Fraunhofer ISI) im Auftrag des Bundesumweltministeriums, die heute in
Berlin vorgestellt wurde. „Die Steigerung der Energieeffizienz bietet
enormes Potenzial. Unser Energiebedarf kann hierdurch deutlich gesenkt
werden. Gleichzeitig tragen sich rund 90 Prozent aller Einsparmaßnahmen von
selbst. Durch Energieeffizienz können die Energiekosten deutlich gesenkt und
sogar Einspargewinne erzielt werden,“ sagte die Parlamentarische
Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche.

Damit würde Energieeffizienz entscheidend dazu beitragen, die
Treibhausgas-Emissionen in der Europäischen Union wie geplant bis zum Jahr
2050 um 80 Prozent zu reduzieren. Würden alle in der Studie beschriebenen
Maßnahmen umgesetzt, ließen sich darüber hinaus jährlich steigende
Milliardenbeträge einsparen; im Jahr 2050 betrüge die Einsparung bereits
rund 500 Milliarden Euro im Jahr, so die Forscher.

Fraunhofer ISI errechnet alleine für die Privathaushalte mögliche
Kosteneinsparungen von 125 Milliarden Euro jährlich, vor allem im Gebäude-
und Heizungsbereich. In der Industrie können bis zum Jahr 2050 die
Energierechnungen um 100 Milliarden Euro jährlich geringer ausfallen, vor
allem durch den Einsatz effizienter Querschnittstechnologien wie etwa
Technologien zur Dampf- und Heißwasserbereitstellung oder bei effizienten
Motoranwendungen. Im Transportsektor können vor allem technologische
Verbesserungen im Straßenverkehr zur Halbierung der Energie-Nachfrage
führen. Durch geringeren Kraftstoffverbrauch könnten rund 200 Milliarden
Euro pro Jahr gespart werden.

Die Broschüre zur Studie kann unter www.bmu.de/49202 heruntergeladen werden.

Die Studie selbst ist elektronisch abrufbar unter: www.isi.fraunhofer.de/isi-en/e/projekte/bmu_eu-energy-roadmap_315192_ei.php.

Unter www.isi.fraunhofer.de/isi-en/x/projekte/314587_bmu-langfristszenarien.php ist zudem eine aktuelle Studie verfügbar, die zeigt, dass langfristig gesteigerte Energieeffizienz gekoppelt mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien ausreicht, um die notwendigen CO2-Einsparungen im Strombereich zu erbringen.

 

World Energy Outlook 2012 der IEA: Energieeffizienz im Mittelpunkt

Datum: 13.11.2012

Im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) wurde heute der “World
Energy Outlook 2012” der Internationalen Energieagentur (IEA) durch deren
Chefökonom, Dr. Fatih Birol, vorgestellt. Der Weltenergieausblick zeigt die
energiewirtschaftlichen Trends
<http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Energiedaten/energieprognosen.html> bis zum
Jahr 2035 auf. Demnach wird der weltweite Energieverbrauch weiter deutlich
ansteigen, wenn sich die internationale Staatengemeinschaft nicht auf drastische
Maßnahmen insbesondere zur Energieeffizienz
<http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/energieffizienz-und-einsparung.html>
verständigt.

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Stefan
Kapferer: “Der Weltenergieausblick erweitert die oft nur national geführte
energiepolitische Diskussion. Der Blick über den Tellerrand ist außerordentlich
wichtig, um die energie- und klimapolitischen Herausforderungen richtig
einschätzen zu können. Ich begrüße, dass der Weltenergieausblick dabei den
Stellenwert von Energieeinsparung und Energieeffizienz für die Lösung der
langfristigen Energie- und Klimaprobleme hervorhebt. Wir sehen darin eine
Bestätigung für die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende
<http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/energiewende.html>.”

Nach Einschätzung der IEA werden im Rahmen der bereits geplanten politischen
Maßnahmen zwei Drittel des globalen Energieeffizienzpotenzials nicht
ausgeschöpft. Durch die Realisierung dieser Effizienzpotenziale könnte die
internationale Staatengemeinschaft
<http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Energiepolitik/internationale-energiepolitik.html>
jedoch fünf Jahre mehr Zeit gewinnen, um den Umfang der vertretbaren
CO2-Emissionen so zu begrenzen, dass das 2°C-Ziel erreichbar bleibt.

Weiterer Schwerpunkt des Weltenergieausblicks ist die Rolle des Iraks für die
globale Ölversorgung. Die IEA geht davon aus, dass der Irak bis zum Jahr 2035 der
zweitgrößte Ölexporteur der Welt werden könnte.

Thema der Veranstaltung waren zudem die zunehmenden Interdependenzen auf dem
Energiemarkt. So weist die IEA darauf hin, dass durch verstärkte Nutzung der
Fracking-Technologie in den USA zunehmend US-Steinkohle nach Europa exportiert
werde und dort das teurere, aber auch klimafreundlichere Erdgas verdränge. An der
gemeinsamen Veranstaltung von BMWi und BDI nahmen 300 Gäste aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik teil.

Der World Energy Outlook 2012 kann hier <http://www.worldenergyoutlook.org>
eingesehen werden.

Pressemitteilung

München, 05. November 2012

PM 283/12

Huber: Bayern stärkt betrieblichen Umweltschutz – Neue Online-Hilfe bietet Branchen-Leitfäden vor allem für kleine Betriebe

 

Bayern will den betrieblichen Umweltschutz weiter voranbringen. Deshalb hat der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber das neue Internetprojekt “Online-Branchenleitfäden – Umwelttipps für Ihren Betrieb” gestartet. Huber betonte: “Umweltschutz ist kein einseitiger Kostenfaktor, sondern nachhaltige Investition in die Zukunft. Langfristig profitieren Unternehmen und Umwelt gleichermaßen.” Die Bayerische Staatsregierung hat spezifische Leitfäden im Rahmen des Umweltpakts Bayern entwickelt. Die umfangreichen Informationsmaterialien sollen vor allem kleineren und mittleren Unternehmen den Einstieg in den betrieblichen Umweltschutz erleichtern. Dabei sind es oft einfache Maßnahmen, die dem Umweltschutz dienen und gleichzeitig Kosten sparen: Eine LED-Lampe verbraucht bei gleicher Helligkeit etwa bis zu 90 Prozent weniger Energie als eine Glühlampe und bis zu 85 Prozent weniger als eine Halogenlampe. Oder beim Einsatz von Druckluft können 50 Prozent durch undichte Leitungen auf dem Weg zum Werkzeug verlorengehen. Ein kleines Leck von nur drei Millimetern kann damit mehr als 5.000 Euro pro Jahr kosten. Huber: “In nahezu jedem Unternehmen kann bis zu 50 Prozent Energie eingespart werden. Wir wollen helfen, dieses Potenzial aufzuspüren. Denn jede nicht verbrauchte Kilowattstunde ist eine gute Kilowattstunde.”

Zum neuen Internetangebot unter www.izu.bayern.de (Infozentrum UmweltWirtschaft) gehören spezifische Online-Leitfäden für Bäckereien, Friseure, Kfz-Werkstätten, Einzelhändler und ein branchenübergreifender Leitfaden. Enthalten sind Checklisten zur Selbstüberprüfung und schnellerem Identifizieren von Handlungsmöglichkeiten, Hilfen zur pragmatischen Umsetzung rechtlicher Anforderungen oder Hinweise für den Aufbau eines systematischen betrieblichen Umweltschutzes. “Wir bieten den Unternehmen Hilfe zur Selbsthilfe: Der bayerische Weg für mehr Umweltschutz in den Betrieben setzt auf Kooperation und Freiwilligkeit. Das ist unser Erfolgsrezept für modernen und effektiven Umweltschutz”, so Huber. Umweltschutz rechnet sich laut Huber für die Betriebe und verbessert ihre Wettbewerbsfähigkeit. Dies haben 61 Prozent der befragten Unternehmen mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem in einer Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) bestätigt. Durch gezieltes Umweltmanagement können sich die Gesamtkosten des einzelnen Unternehmens um bis zu fünf Prozent reduzieren. Hochgerechnet liegt das Kosteneinsparpotential für das produzierende Gewerbe deutschlandweit bei 25 bis 62 Milliarden Euro pro Jahr.

Weitere Informationen unter www.stmug.bayern.de.

 

 

0 2280

Bayerischer Wirtschaftstag 2012

Der bayerische Wirtschaftstag 2012 stand ganz im Zeichen der Energiewende und der Sicherung der Energieversorgung in den kommenden Jahren. Dabei wurde das Thema unter den unterschiedlichen Perspektiven der Wissenschaft, der großen Energieversorger, eines energieintensiven Industrieunternehmens und der Politik betrachtet.

In seiner Einführung gab der Präsident des Wirtschaftsbeirats Bayern, Dr. Otto Wiesheu, neben der Vorstellung der Referentin und der Referenten einen kurzen Überblick über die Energieversorgung in Bayern nach dem zweiten Weltkrieg. Demnach war die bayerische Wirtschaft zunächst geprägt vom Import von Kohle, hauptsächlich aus Nordrhein-Westfahlen. Erdöl machte später einen beispiellosen Wirtschaftsboom in Bayern möglich. Es wurden Pipelines und Raffinerien in Ingolstadt und Neustadt an der Donau gebaut. Um von den importierten fossilen Rohstoffen unabhängiger zu werden, habe man dann mit dem Bau von Atomkraftwerken begonnen. Otto Wiesheu resümierte: „Ursprünglich war die Energiegewinnung durch Kernspaltung als Brückentechnologie bis zur Nutzbarkeit der Kernfusion gedacht. Heute ist die Atomkraft eine Brückentechnologie bis erneuerbare Energien sicher, zuverlässig und flächendeckend zur Verfügung stehen.“ Aus der regionalen Perspektive betrachtete Dr. Helmuth Jungbauer, Vorsitzender des Bezirks Bamberg die Energiewende mit all ihren Herausforderungen und auch Chancen.

Prof. Dr. Ganteför, Leiter des Fachbereichs Physik an der Universität Konstanz unternahm zunächst eine kleine gedankliche Zeitreise in die Geschichte der Energieversorgung. Er unterschied mehrere Phasen, wobei Phase I die Frühgeschichte und Antike umfasste, in der lediglich Biomasse zur Energiegewinnung zur Verfügung stand.  In Phase II, die am ehesten dem europäischen Mittelalter entsprach, kam die Nutzung der Wasserkraft hinzu und in Phase III, dem Zeitalter der Industrialisierung die Nutzung von Wasserdampf. In Phase I hätten die Menschen laut Prof. Dr. Ganteför gerade das Nötigste produzieren können und als Selbstversorger gelebt. Eine größere Anhäufung von Wohlstand sei zu dieser Zeit nicht möglich gewesen, wobei die Prachtentfaltung antiker Hochkulturen beispielsweise in Ägypten, Griechenland oder Rom leider völlig außer Acht gelassen wurde. Im Europa des Mittelalters sei schließlich die Wasserkraft nicht nur zum Mahlen von Getreide genutzt worden, sondern auch, um Säge- und Hammerwerke zu betreiben. Phase II sei also geprägt gewesen von einer Blütezeit von Handwerk und Handel. In ganz Europa seien wohlhabende Städte entstanden.  Die Nutzung von Wasserdampf ab dem 18. Jahrhundert habe die Industrialisierung möglich gemacht, so Prof. Dr. Ganteför. Nach diesem Exkurs in die Geschichte erkannte der Physiker einen stark zunehmenden Energiebedarf bei stark ansteigender Weltbevölkerung als wichtige Herausforderung der Gegenwart. Der Wissenschaftler warnte eindrücklich davor, zu einer Energiegewinnung aus Biomasse zurückzukehren. Aufgrund der heute benötigten Energiemengen sei die zum Anbau von Energiepflanzen erforderliche Fläche zu groß. Diese Fläche würde dem Anbau von Nahrungsmitteln fehlen. Als Beispiel wurde eine Fläche von etwa 40 000 km² genannt, die benötigt würde, um den Energiebedarf der Bundesrepublik Deutschland zu decken. Diese Fläche entspräche einem großen Teil der Fläche Bayerns.

Auch der Vorstandsvorsitzende des EON- Konzerns, Dr. Johannes Teyssen begann seinen Vortrag mit einem kurzen Abriss der Geschichte, beschränkte sich dabei jedoch auf eine Zeitspanne von etwa 15 Jahren. Er betonte nachdrücklich, dass der Zick- Zack- Kurs aus rot- grünem Atomausstieg, dem anschließenden schwarz- gelben „Ausstieg aus dem Ausstieg“ und der erneuten Kehrtwende als Folge aus dem Atomunfall in Fukushima den Energieversorgern das Leben nicht unbedingt leichter gemacht habe. Dr. Teyssen berichtete, im Winter 2011/2012 hätten während der Kälteperiode aufgrund höherer Leistungsspitzen Schwierigkeiten bestanden, eine sichere Energieversorgung aufrecht zu erhalten. Dabei beruhigte er das Publikum, man dürfe sich Lücken in der Energieversorgung nicht als tage- oder gar wochenlangen Blackout vorstellen, sondern höchstens als Drosselung der Stromversorgung energieintensiver Industriebetriebe für maximal wenige Stunden.  Der Manager wies allerdings ebenfalls darauf hin, dass die Kälteperiode im Winter 2011/2012 relativ kurz gewesen sei,  verschwieg dabei jedoch geflissentlich, dass sie dafür umso strenger ausgefallen war. Weiter betonte Dr. Teyssen, dass der Anteil regenerativer Energien inzwischen zwar auf etwa 20 Prozent ausgebaut werden konnte, die restlichen 80 Prozent jedoch „dreckiger“ geworden seien, beispielsweise durch die verstärkte Nutzung von Braunkohle. Gaskraftwerke wurden laut Dr. Teyssen als wichtige Alternative zum Ersetzen der Nutzung von Atomenergie erachtet, jedoch würde sich der Bau neuer umweltfreundlicher Gaskraftwerke nicht rechnen. Dabei wurde verschwiegen, dass bereits bestehende Gaskraftwerke, wie z.B. in Nürnberg- Stein stillgelegt werden sollen. Ein Hauptproblem künftiger Energieversorgung mit regenerativen Energien sieht der Manager des großen Energieversorgers in den mangelnden Speichermöglichkeiten dieser Energieformen. Abschließend wurde noch mahnend erwähnt, Energieversorgung müsse auch für Geringverdiener bezahlbar bleiben. „Die Energieversorgung muss sicher und bezahlbar für alle bleiben“, so Dr. Teyssen.

Der folgende Referent, Dr. Peter-Alexander Wacker, machte nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens Wacker- Chemie mit den beiden deutschen Standorten und einem weiteren Werk in Tennessee, USA deutlich, dass eine sichere und preisgünstige Energieversorgung einen wichtigen Standortvorteil darstelle und auch eine kurze Drosselung der Energieversorgung oft massive Gewinnausfälle zur Folge habe. „Ich schätze Nordamerika und nicht China als künftigen Hauptkonkurrenten Europas auf dem Weltmarkt ein“, sagte Dr. Wacker, „da Nordamerika aufgrund großer Erdöl- und vor allem Erdgasvorkommen über einen ganz wesentlichen Standortvorteil verfügt.“ Auch die Standortentscheidung für Tennessee sei vor allem aufgrund der günstigeren Energiepreise zustande gekommen, so Dr. Wacker. Er betonte mit Nachdruck, der Staat müsse deutlich bessere Konditionen bei der Energieversorgung für Industriebetriebe schaffen, da man sich sonst gezwungen sehe, an günstigere Standorte auszuweichen. Die Politik müsse dies notfalls eben auch zu Lasten von Privathaushalten durchsetzen, verlangte der Unternehmer, schließlich müssten Arbeitsplätze erhalten werden.

Staatssekretärin Melanie Huml, die kurzfristig für den verhinderten Umweltminister Dr. Marcel Huber eingesprungen war, betonte, man habe in Bayern die Kernkraft schon immer nur als Übergang auf dem Weg zur Versorgung mit regenerativen Energien betrachtet. Die Energiewende sei machbar mit Lösungen „intelligenter Stromverteilungssysteme“ wie beispielsweise „Smart Grits“, wobei die Staatssekretärin es versäumte, diese technischen Möglichkeiten genauer zu erläutern und eher schwammig in ihren Ausführungen blieb. Sie sehe ein größeres Problem in der Speicherung regenerativer Energien, so Melanie Huml, Pumpspeicherwerke würden bei weitem nicht ausreichen, ein Puffersystem durch Elektroautos mittels Aufladung und bedarfsgerechter Stromentnahme sei mangels ausreichender Gesamtkapazität in absehbarer Zeit kein gangbarer Weg.

In der abschließenden Diskussion waren sich alle Referenten einig, das Hauptproblem bei der Energiewende sei die Speicherung regenerativer Energien, Pumpspeicherwerke reichten selbst dann nicht aus, wenn Fjorde in Norwegen in geeigneter Weise in das Energiekonzept mit einbezogen würden. Dr. Teyssen machte deutlich, das Wasser könne in Norwegen nur ein einziges Mal in Speicherseen gepumpt werden, da das Wasser in die Fjorde und damit ins Salzwasser flösse. Prof. Dr. Ganteför hielt eine chemische Lösung für unumgänglich, doch auch dazu wären derzeit noch riesige Batterien nötig. Als einen gravierenden Nachteil möglicher chemischer Lösungen nannte er hohe Energieverluste bei der Speicherung.

Katja Ammon