Home Tags Posts tagged with "Cimbernvorsitzender Jakob Oßner"

Cimbernvorsitzender Jakob Oßner

Bildext: Die wunderbaren Hoch-und Tiefebene von Asiago = Einer der Haupt-Kriegsschauplätze des 1. Weltkrieges

 

Die Jahre 1919 und 1969 bleiben für das Bayerische Cimbernkuratorium in fester Erinnerung.

Buchautor Hanns Dieter Hübner aus Lenggries hält Vortrag bei der Abschlussfeier zum 50-jährigem Jubiläum im Gasthaus Putz-Zviedris in Obervilslern.

Erst mit dem Versailler Vertragsabschluss vom 28.06.1919 endete der erste Weltkrieg vor 100 Jahren, vor 50 Jahren wurde das Bayerische Cimbernkuratorium in München gegründet.

 

Bereits bei der Begrüßung bezeichnete Cimbernvorsitzender Jakob Oßner die Zeit vor 50 und vor 100 Jahren als für das Bayerische Cimbernkuratorium von grundlegender Bedeutung. Wurde vor 50 Jahren das Bayerische Cimbernkuratorium unter maßgeblicher Beteiligung der Bay. Staatsregierung, der Stadt München und des Bayerischen Rundfunks in München gegründet um weiterhin den Kulturaustausch unserer verwandten Sprachen, des Brauchtums und der Tradition mit den oberitalienischen Sprachinseln, Freunden und den dortigen Cimbernkuratorien zu pflegen um so letztlich für Aussöhnung und Zusammenarbeit zwischen den Völkern wieder verstärkt einzutreten, so wurde vor genau 100 Jahren erst mit dem  Abschluss des Versailler Vertrages im völkerrechtlichen Sinne der erste Weltkrieg beendet, der für die Cimbern in Oberitalien insbesondere auf der Hochebene der sieben Gemeinden bei Roana zu fürchterlichen Ereignissen und Verlusten bei den dort lebenden Menschen führte. Die diesjährige Jahresgabe von Raimondo Collino Pansa, an alle Mitglieder mit dem Titel  “Die toten Tannen des Lemmerle Berges” in zimbrisch: ” De tooten Tannen vom-me Perghe Lemmarle” ist ein beredtes Zeugnis dafür.

 

Der Lehrer und passionierte Cimbernforscher Hanns Dieter Hübner aus Lenggries konnte als ehemaliger Berufssoldat der Bundeswehr und Kenner des gesamten oberitalienischen Gebietes aufgrund eigener Begehungen und Wanderungen im Gebiet die Geschehnisse im ersten Weltkrieg auf der Hochebene von Asiago und Cesuna bei Roana den Zuhörern in beeindruckender Form schildern. Zu Beginn seines Vortrages nannte H. Dieter Hübner ausführlich die Ursachen und den Anlass, weshalb das Königreich Italien nach 33 Jahren als Bündnispartner im Dreierbund am 23. Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg erklärte. Am 19. Mai 1916 begann die österreichische Offensive gegen Italien im Land der Cimbern, auf den damals österreichischen Hochebenen von Lavarone, Lusern und den italienischen Sieben Gemeinden von Asiago. Die cimbrische Bevölkerung wurde vor der Offensive evakuiert, erklärte Dieter Hübner Aus dem österreichischen Teil schickte man sie nach Böhmen und Mähren und auf den italienischen Sieben Gemeinden wurden die Menschen bis nach Sizilien fortgebracht. Nach ihrer Rückkehr 1919 fanden die Bewohner ihre Dörfer und Häuser zerstört vor, Sprache, Tradition und Kultur der Cimbern wurden so dabei fast vernichtet.

 

Zum Schluss seines Vortrages ging Dieter Hübner auf das Leiden der Soldaten und der Zivilbevölkerung beider Fronten ein. Sie sollten uns mahnen aus der Geschichte zu lernen.

Die Filmvorführung über die gelungene 50-Jahrfeier des Cimbernkuratoriums am Veldener Schulgelände erbrachte bei Kaffee und Kuchen danach wieder die Lockerheit in den vollen Saal der Gaststätte Putz zurück.

 

Bildquelle: Kuratorium Bayern

 

Kultureller Höhepunkt war die Oper “Aida” in der Arena von Verona.

 

Bayerisches Cimbernkuratorium in den XIII. Gemeinden von Verona bis Giazza.

 

Landshut/Velden. Die erste Jahresfahrt des Bayerischen Cimbernkuratoriums führte in die 13 Gemeinden der Veroneser Alpen und war nach übereinstimmender Meinung aller Fahrtteilnehmer eine ganz besonders einzigartige musikalische Zeitreise, sie stand aber auch bereits im Zeichen der Vorbereitung für das 50-jährige Gründungsjubiläum im nächsten Jahr.

Ein volles aber abwechslungsreiches Kulturprogramm hatten die Teilnehmer der ersten Cimbernfahrt zu bewältigen. War die Busabfahrt in Velden und in den Zustiegsorten in Landshut und München noch vom regnerischen Wetter begleitet, so gab es weit unterhalb dem Brenner ein herrliches sommerliches Reisewetter. Cimbernvorsitzender Jakob Oßner freute sich, unter den 45 bestens gelaunten Reiseteilnehmern auch die die 1. Bürgermeisterin von Wurmsham Maria Neudecker und die Altbürgermeister Hans Tiefenbeck, Robert Maier und Josef Nagl  sowie die Veldener Gemeinderätin Diana Reichvilser und die frühere Gemeinderatskollegin Elisabeth Fuchshuber begrüßen zu können. Der besondere Gruß galt auch stv. Vorsitzender Christine Fischer, der Tochter von Huge Resch. Nach 4 Stunden Fahrt wurde die Brotzeit als Frühstückspause an der Autobahn trotz noch vorhandenen Nieselregen als besonders schmackhaft empfunden.

 

Pünktlich gegen 12.00 Uhr erreichte man die mittelalterliche Bischofsstadt Brixen.

Dr. Hugo Valentin, ein Ladiner, wartete bereits mit Anneliese und Josef Mertlbauer auf die Besucher aus Bayern. Der Südtiroler erläuterte gekonnt in einer Zeitreise die Geschichte  Tirols und führte die interessierten Besucher durch die älteste Stadt Tirols und in den herrlichen barocken Dom Maria Himmelfahrt. Der Domkreuzgang beinhaltet das größte Denkmal alpenländischer Wandmalerei. Nach dem üppigen Mittagessen ging es auf der Autobahn weiter Richtung Verona und hinein ins Illasital der 13 zimbrischen Gemeinden. Im Sporthotel von Illasi, der Partnergemeinde von Wörth , wurde für 3 Nächte Quartier bezogen. Bürgermeister Paolo Tertuli ließ es sich nicht nehmen, die bayerischen Freunde persönlich zu begrüßen. Vorsitzender Jakob Oßner dankte Bürgermeister Tertuli aber vor allem Anneliese und Josef Mertlbauer die die Gemeindepartnerschaft mit Adlkofen mitbegründeten und die heurige Cimbernreise mit vorbereiteten. Bereits am ersten Abend war der Auftritt des erstklassigen Chores und Partnerchor von Wurmsham “Tre Torri” aus dem Nachbarort Tregnago im Sporthotel ein musikalischer Leckerbissen. Mit Josef und Hans Tiefenbeck und Bürgermeisterin Neudecker vereinbarte Jakob Oßner den Besuch des Chores in der VG Velden zum 50-jährigen Jubiläum des Cimbernkuratoriums im Jahre 2019.

Auch am zweiten Besuchstag führte die Fahrt zunächst ins Rathaus von Selva die Progno wo die bayerische Besuchergruppe von Bürgermeister Aldo Gugole und zweiter Bürgermeisterin Elisabetha Belloso mit herzlichen Worten der Freundschaft und dem Wunsche auf weiterhin gute Partnerschaft begrüßt wurden. Jakob Oßner erwiderte mit der Einladung nach Velden. Der letzte befahrbare Ort im Illasital ist Giazza, (zimbrisch Ljetzan) und beherbergt das Veroneser Cimbernmuseum mit vielen Gebrauchsgegenständen aus früheren Jahrhunderten. Museumsleiter Vito Massolonga führte fachmännisch durch die Ausstellung.  Nach dem Mittagessen im “Casa Mia” in Badia Calavena und der Besichtigung der technisch bestens ausgerüsteten Olivenölmühle “Bonamini” in Illasi, wo auch die Einkaufsmöglichkeit gut genutzt wurde, ging es zurück ins Sporthotel um sich für das Abendkonzert mit 3 erstklassigen Chören, im Park der Villa Sagramoso, frisch zu machen. Auch hier erhielten die Ohren der Besucher bis zur Mitternacht durch die Chöre “Piccole Dolomiti”, “Stella Alpina” und “Maddalene” ein Konzert vom Feinsten. Danach wurde mit den Chören im Besucherzelt noch lange gefeiert.

 

Der dritte Besuchstag am Sonntag wurde zum Höhepunkt der Reise. Bereits zum Kirchenzug mit den örtlichen Böllerschützen (Pistonieri) und weiteren Trachtlergruppen aus der Umgebung wurden die “bayerischen Cimbern” in Badia Calavena  empfangen.

Elisabeth Fuchshuber verlas in der Kirche das Markusevangelium. Dem anwesenden Altbürgermeister Georg Rauchenberger aus Benediktbeuern wurde in einem Festakt eine besondere Ehrung für seine Verdienste um die zimbrische Freundschaft zwischen den 13 Gemeinden und Bendiktbeuern aus dessen Kloster die ersten, zumindest namentlich festgehaltenen, Aussiedler aus Bayern im Jahre 1048 n.Ch. kamen. Bürgermeister Emanuelle Anselmi, Vito Massolonga und Jakob Oßner beglückwünschten den Geehrten und freuten sich auf ein Wiedersehen in Velden zum Jubiläum im nächsten Jahr. Jakob Oßner überbrachte auch das Geschenk für den aus gesundheitlichen Gründen an der Reise kurzfristig verhinderten Altbürgermeister Franz Gallecker  für Bürgermeister Anselmi mit Worte des Dankes für die Einladung zum 30-järigen Bestehen des Veroneser Cimbernkuratoriums. Jugendliche Gruppen bewirteten gut gelaunt die Gäste im Kindergarten von Badia Calavena und freuten sich über die großzügige Geldspende der bayerischen Besucher.

 

Die neue Inszenierung der Oper “Aida” von Guiseppe Verdi begeisterte die 20 000 Zuschauer und bleibt für alle Fahrtteilnehmer ein unvergessliches Erlebnis.

Auch nach der Uraufführung in Kairo im Jahre 1871 ist “Aida” noch immer ein Besuchermagnet insbesondere vor der imposanten Kulisse in der Arena.  Bei der Heimreise am Montag gab es Mittags bei der Familie Zeni in St.Michele bei Trient, einem langjährigen Mitglied des Bayerischen Cimbernkuratoriums,  Einkehr. Nicht nur die vortreffliche Küche der Gastwirtsfamilie erfreute die bayerischen Gäste sondern auch die gekonnten musikalischen Einlagen des Wirts auf seiner Ziach.

Die zweite Cimbernfahrt diese Jahres führt von Samstag den 08. September bis Montag den 10. September in die 7 Gemeinden von Asiago und Roana. Bei Vallarsa wird im cimbrischen Brand- und Laimbachtal Dr. Hugo-Daniell Stoffella der Leiter des dortigen Museums besucht. Am Sonntag wird Asiago und Roana angesteuert. Am Sonntagabend findet das Schachspiel mit den Lebendfiguren in der malerischen Kleinstadt Marostica statt. Am Montag führt die Heimreise über Lusern und das Fersental wo die dortigen außerordentlich gut geführten Museen unter der fachkundigen Führung der dortigen Leiter besichtigt werden.  Da noch nicht alle Plätze belegt sind, können weitere Anmeldungen bei Vorsitzendem Jakob Oßner Tel: 08742/8079 getätigt werden-

 

J. Oßner

 

Fotos: h.j.lodermeier