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Bundesinstitut für Risikobewertung

In Deutschland wurde am 10. September 2020 der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Brandenburg festgestellt. Die ASP ist eine Erkrankung der Haus- und Wildschweine, die durch ein Virus hervorgerufen wird. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat ausgewählte Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt.


07/2020, 27.03.2020

Der „Corona-Monitor“ des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigt, wie die Bevölkerung in Deutschland die aktuelle Situation einschätzt

Welche Befürchtungen treiben die Menschen in Deutschland beim Thema neuartiges Coronavirus und Infektionsrisiko besonders um? Als einen wahrscheinlichen Übertragungsweg für den Krankheitserreger sehen sie hauptsächlich die Nähe zu anderen Menschen (81 Prozent) und verunreinigte Türklinken (61 Prozent) an. Dies zeigen erste Ergebnisse des „Corona-Monitors“ des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Künftig wollen wir jede Woche messen, wie die Bevölkerung in Deutschland das Risiko durch das neuartige Coronavirus wahrnimmt“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Wir hoffen, dass uns diese repräsentative Umfrage damit eine Art ‚Fieberkurve‘ liefert, aus der sich ablesen lässt, wie die Menschen das Risiko ein schätzen und mit ihm umgehen.“

Die Befragten sehen ein vergleichsweise hohes Ansteckungsrisiko bei Bargeld (45 Prozent). Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Corona-Virus durch Lebensmittel, Haustiere oder Kleidung wird hingegen meist als niedrig eingeschätzt.

32 Prozent der Befragten ergreifen bislang keine Maßnahmen, um sich oder ihre Familie vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen. Rund zwei Drittel geben dagegen an, sich vor einer Ansteckung schützen zu wollen. Mit Abstand am häufigsten wird hier das Meiden der Öffentlichkeit genannt. Viele setzen zudem auf häufiges und gründliches Händewaschen, Abstand zu anderen Menschen sowie Desinfektionsmittel. Wurden die Interviewpartner vor die Wahl gestellt, sich entweder mit Wasser und Seife oder mit Desinfektionsmittel die Hände reinigen zu können, so entschied sich die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) für Wasser und Seife. Trotz der Maßnahmen sind sich jedoch nur 28 Prozent sicher, dass sie sich vor einer Ansteckung schützen können.

Die gesundheitlichen Folgen einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 wurden unterschiedlich eingeschätzt. Während 41 Prozent eher geringe Auswirkungen auf die eigene Gesundheit erwarten, schätzen 37 Prozent diese als durchaus bedeutsam ein. Das Coronavirus wird damit derzeit als bedrohlicher angesehen als eine Grippeerkrankung.

Die angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung des Erregers werden insgesamt sehr positiv beurteilt: Mehr als 90 Prozent der Befragten bewerten Maßnahmen wie Schulschließungen, Quarantänemaßnahmen oder das Anfang der Woche angeordnete Kontaktverbot als gerechtfertigt. Das Schließen der meisten Geschäfte oder das Verhängen einer Ausgangssperre wurden von 86 bzw. 74 Prozent der Befragten als angemessen beurteilt.

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (72 Prozent) fühlt sich zudem gut über das Geschehen ins Bild gesetzt und informiert sich über Fernsehen, Internet und Printmedien. Von offiziellen Stellen wurde das Robert Koch-Institut am häufigsten als Informationsquelle genannt.

In der sich dynamisch verändernden Situation aktualisiert das BfR kontinuierlich seine FAQs zum Thema Coronavirus.

Über den BfR Corona-Monitor

Der BfR Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige) repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Seit dem 24. März 2020 werden dazu jeden Dienstag rund 500 zufällig ausgewählte Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu den von ihnen getroffenen Schutzmaßnahmen befragt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR Corona-Monitor.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.


Gefährliche Verwechslung: Pilzvergiftungen können tödlich sein

37/2016, 29.09.2016

Flüchtlinge sind besonders häufig betroffen

Magenkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen: Solche Symptome können typisch für eine Pilzvergiftung sein. Flüchtlinge sind von Vergiftungen durch den Verzehr selbst

gesammelter Pilze offenbar derzeit besonders oft betroffen. Im September 2016 wurde dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) der Tod eines Flüchtlings von de

behandelnden Klinik mitgeteilt, nachdem dieser Knollenblätterpilze gesammelt und verzehrt hatte. Im Jahr 2015 wurden dem BfR insgesamt 27 Fälle von

Pilzvergiftungen gemeldet, zwei davon endeten tödlich. „In Deutschland gibt es sehr giftige Pilzarten, die essbaren Pilzen aus anderen Regionen in der Welt stark

ähneln. Das kann insbesondere für Flüchtlinge zur Gefahr werden“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Ein beliebter Pilz im Mittelmeerraum ist

beispielsweise der essbare Eier-Wulstling – diesem Pilz sie ht der in Deutschland heimische, jedoch hochgiftige Knollenblätterpilz zum Verwechseln ähnlich. Das

gesundheitliche Risiko ist aber auch für die Pilzsammler grundsätzlich vorhanden, die sich erfahren durch die hiesige Vegetation bewegen: Durch die Ähnlichkeit

vieler einheimischer Pilze kann es bei oberflächlicher Betrachtung leicht zu Verwechslungen kommen. Besonders gefährdet sind dabei Kinder und ältere Menschen,

da bei ihnen schon geringe Pilzmengen entsprechende Krankheitsbilder auslösen können.

Das Gesundheitsrisiko durch giftige oder unverträgliche Pilze ist verhältnismäßig hoch – immer wieder werden harmlose Exemplare mit giftigen Vertretern verwechselt. Der Grüne

Knollenblätterpilz ist einer der giftigsten Pilze in Deutschland: Für Erwachsene kann bereits ein Frischpilz von ca. 50 g tödlich sein, für Kinder etwa die Hälfte. Rund fünf Prozent alle

Pilzvergiftungen gehen auf den Verzehr von Grünen Knollenblätterpilzen zurück, die von Juli bis Oktober vor allem in Laubwäldern, aber auch in Parks wachsen. Bei diesen Pilzen

besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit einer Reihe von essbaren Pilzen: so beispielsweise mit Champignons oder Täublingen. Für ca. 80 Prozent aller tödlich verlaufenden

Pilzvergiftungen sind Grüne Knollenblätterpilze verantwortlich.

Tritt nach einer Pilzmahlzeit Unwohlsein auf, sollte immer ärztlicher Rat eingeholt oder ein Giftinformationszentrum befragt werden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Auf

keinen Fall sollte eine Therapie ohne ärztliche Anweisung erfolgen: Selbst vermeintlich harmlose Maßnahmen wie das Auslösen von Erbrechen können ernsthafte Folgen haben, s

zum Beispiel wenn Erbrochenes in die Lunge gerät. Milch kann die Aufnahme von Gift sogar begünstigen.

Über genießbare, unverträgliche und giftige Pilze informiert die BfR-Broschüre „Risiko Pilze“, die kostenlos als pdf-Datei von der BfR-Website heruntergeladen werden

kann: http://www.bfr.bund.de/cm/350/risiko_pilze.pdf

Diese BfR-Broschüre wird derzeit in die englische und arabische Sprache übersetzt. Ziel des BfR ist hierbei, ausgewählte Maßnahmen der Risikokommunikation in Muttersprachen

von Flüchtlingen zugänglich zu machen. Die Flyer „Stillempfehlungen für Schwangere“ und  Stillempfehlungen für die Säuglingszeit“ sowie das Merkblatt „Hygieneregeln in der

Gemeinschaftsgastronomie“ – vielfach nachgefragte Publikationen des BfR – liegen bereits in arabischer Sprache vor und sind über die BfR-Website kostenfrei erhältlich.

Die Dokumentations- und Bewertungsstelle für Vergiftungen des BfR nimmt die Vergiftungsmeldungen von Ärztinnen und Ärzten auf – auch im Verdachtsfall. Grundlage der

Meldepflicht für Vergiftungsunfälle ist 16e des Chemikaliengesetzes. Auf diese Weise können „Vergiftungs-Trends“ erkannt und vorsorgende Maßnahmen getroffen werden. Weitere Informationen über die Meldepflicht bei Vergiftungen und bei unerwünschten Produktwirkungen nach § 16e des Chemikaliengesetzes finden Sie hier: http://www.bfr.bund.de/de/vergiftungen-7467.html

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

(BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die

in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Links

Die Medizinische Hochschule Hannover bietet auf ihrer Website ein Poster an, das über die Vergiftungsgefahr beim Grünen Knollenblätterpilz informiert und sich speziell an

Flüchtlinge richtet. Der Flyer ist in acht Sprachen erhältlich – darunter Arabisch, Kurdisch und Persisch:

https://www.mh-hannover.de/46.html?&tx_ttnews[tt_news]=4180&cHash=e2bf2888f1134b648ca89fe740f1a07c

 

 

 

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