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22.000 Euro

Bildtext: v. l. (1. Reihe): Altbezirkstagspräsident und Schirmherr Manfred Hölzlein mit Gattin Ilse (4. v. l.), Schwester Romana und Schwester Ellen

 

Hilfe für notleidende Menschen in Südafrika

Patenschaftsprojekt des Bezirkskrankenhauses Landshut „Hilfe macht Mut“ sammelt 22.000 Euro

 

Seit über zehn Jahren unterstützt „Hilfe macht Mut“, das Patenschaftsprojekt des Bezirkskrankenhauses (BKH) Landshut, das Hilfsprojekt der Mallersdorfer Schwestern in Südafrika. Kürzlich überreichte Schirmherr Altbezirkstagspräsident Manfred Hölzlein mit seiner Frau Ilse einen Scheck an die Ordensgemeinschaft, die durch Schwester Romana und Schwester Ellen aus Südafrika vertreten waren.

 

22.000 Euro haben die ehrenamtlich engagierten „Paten“ in den zurückliegenden Monaten gesammelt. Es stammt vor allem aus dem Verkauf des jährlich erscheinenden Kalenders, aus den Erlösen verschiedener Aktionen, aber auch den Spenden treuer Mitglieder. Das Geld fließt in das „Sizanani Outreach Projekt (SOP)“ der Mallersdorfer Schwestern im östlichen Südafrika. Seit über 60 Jahren helfen die „Nardini Sisters“, wie sie dort genannt werden, die größte Not der in dieser Region lebenden Menschen zu lindern – vor allem der vielen elternlosen Kinder und Jugendlichen. So bauten sie beispielsweise in Nkandla, einer Gemeinde in der Provinz Kwazulu Natal, ein Krankenhaus.

 

In ländlichen Gegenden wie Nkandla leben die Menschen verstreut über den gesamten Landstrich und haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung oder Sozialdiensten. Entsprechend werden sie nicht von staatlichen Aufklärungskampanien zu den Themen HIV und Tuberkulose erreicht. Gleichzeitig betrifft dies meist die ärmsten und bedürftigsten Teile der Bevölkerung. Darum ist es wichtig, dass die Sizanani-Outreach-Programme der Mallersdorfer Schwestern Südafrika genau in diese Regionen vordringen und vor Ort mit den Menschen über Krankheitsübertragung sprechen und mit Mythen über HIV-Infektionen aufräumen.

 

Bildung ist mitunter das wichtigste Werkzeug, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. In ländlichen Gegenden wie Kwazulu Natal ist eine gute Ausbildung rar. Viele Faktoren können dort junge Menschen davon abbringen, die Schule zu besuchen, geschweige denn einem Abschluss zu machen. Die Schulwege sind lang und steinig, die Schulen selbst schlecht ausgestattet. Es ist nicht selten, dass die systembedingten Schwächen der lokalen Schulen reihenweise Analphabeten produzieren, die nicht einmal ansatzweise Aufgaben lösen oder rechnen können.

 

Da es nur wenige Arbeitsplätze gibt, ist die Bereitschaft gering, Kosten und Mühen eines Studiums auf sich zu nehmen. Unzufriedenheit und Hoffnungslosigkeit sind die Folge. Dort setzt die Arbeit der Hilfseinrichtung der Mallersdorfer Schwestern an. Die Unterstützung reicht von der nötigen Einkleidung mit Schuluniformen bis hin zur täglichen Bestärkung beim Schulbesuch, sei es durch zusätzliche Nahrungsmittel oder Hilfen für den Schulweg. Im „Sizanani Child and Youth Care Centre“ unterstützen die Sozialarbeiter der Mallersdorfer Schwestern die schwierigsten Fälle, vor allem Waisenkinder und Aidskranke, auf dem Weg zu einem Schulabschluss.

 

Hilfe auch in den entlegensten Gegenden

Der Name „Sizanani Outreach“ bedeutet „Hinausgehen“. Die Gegenden, wo die Nardini Sisters arbeiten, sind einsam und weit weg von geteerten Straßen. Dazu bedarf es einen Fuhrpark mit starken und verlässlichen Fahrzeugen, die schlammige Straßen und holprige Pisten überwinden können. Mit den Spenden von „Hilfe macht Mut“ sind die Nardini Sisters in der Lage, die Autos in gutem Zustand zu erhalten und die Sicherheit von Mitarbeitern und Bedürftigen, die darin unterwegs sind, sicherzustellen. Im letzten halben Jahr haben diese Fahrzeuge eine Strecke von knapp 126.000 Kilometern zurückgelegt, die Benzinkosten beliefen sich dabei auf 153.300 Rand, das sind umgerechnet ca. 9200 Euro.

 

Die Ernährungslage in der ländlich geprägten Region um Nkandla ist grundsätzlich schwierig und unsicher. Schlechtes Management und interne Querelen führten in der Vergangenheit oft dazu, dass beispielsweise viele eigentlich garantierte staatliche Unterstützungsleistungen nicht ausgezahlt oder in Form von Nahrungsmitteln ausgeliefert wurden. Weil die Einforderung der zugesicherten Rationen wegen des großen Verwaltungsaufwandes teilweise Monate dauern kann, müssen viele Familien in der Zwischenzeit hungern. Vor allem die Waisenkinder, die häufig von ihren Großeltern großgezogen werden, müssen darunter leiden. Zudem sorgt die politisch instabile Lage des Landes zunehmend zu einer Teuerung vor allem von Lebensmitteln.

 

Durch eine anhaltende Dürre wurde die Region Kwazulu Natal, in der Vergangenheit zum Katastrophengebiet erklärt. Insofern beschäftigt sich ein weiterer bedeutender Teil der Arbeit der Nardini Sisters vor Ort damit, die Menschen in die Lage zu versetzen, sich nachhaltig selbst zu versorgen und damit von Unterstützungsleistungen unabhängig zu machen. So sind zum Beispiel kleine Gartenanlagen zur Nahrungsmittelproduktion ein guter Anfang, Familien beim Erwerb des täglichen Brotes zu unterstützen. Nach überstandener Dürre können die durch Projekte von Sizanani entstandenen Gärten rasch wieder bepflanzt und damit die Ernährung eines Teiles der Bevölkerung aus dem eigenen Land wieder rasch sichergestellt werden.

 

In letzter Zeit half Sizanani 114 Familien dabei eigene Gärten zur Nahrungsmittelproduktion anzulegen, über 900 weitere mit bereits bestehenden Anlagen wurden durch die Zurverfügungstellung von Saatgut und Werkzeugen unterstützt. Die  letztjährige Spende von „Hilfe macht Mut“ ermöglichte es, einen jungen Agrar-Ingenieur zum Aufbau einer Hühnerzucht in der Region zu gewinnen, an der Menschen vor Ort die technischen Grundlagen und Fertigkeiten für die Aufzucht der Tiere erlernen können. Zudem halfen die Gelder aus Deutschland, die mittlerweile gut gedeihende Farm mit dem nötigen Wasser zu versorgen.

 

Wer „Hilfe macht Mut“ unterstützen möchte: Sparkasse Landshut, Spendenkonto Bezirkskrankenhaus Landshut „Südafrikahilfe”, IBAN: DE64 7435 0000 0004 5195 58.

 

– eb –

 

Foto: Bezirk Niederbayern/Sabine Bäter