Home Allgemein Das Klimaschutzkonzept und die Bauherrenmappe!

Das Klimaschutzkonzept und die Bauherrenmappe!

Im Bausenat am 27. November 2020 fragte Stadträtin März-Granda (ÖDP) zum wiederholten Mal nach dem Sachstand der sogenannten Bauherrenmappe.
Dieser Ratgeber für potentielle Bauherren war als Bestandteil Nr. 83 des Energie- und Klimaschutzkonzeptes der Stadt Landshut im Plenum vom 16.12.2011 einstimmig beschlossen worden.
Mit großer Ausdauer wurde seitens der Stadträtin in den darauffolgenden Jahren in den einschlägigen Sitzungen nach dem Sachstand gefragt.
Kurz vor dem Ausscheiden der vorletzten Klimaschutzmanagerin wurde im Umweltsenat von dieser zugesichert, dass die Mappe bereits digital fertig gestellt sei. Auf die Frage, wann man das Werk zu Gesicht bekommt wurde ausweichend geantwortet. Das digitale Format sei sehr selten und auf den meisten Rechnern nicht lesbar. Daher könne die Klimaschutzmanagerin diese digitale Mappe nicht an die zumeist darüber erstaunten Stadträte versenden.

Im letzten Bausenat, der fast neun Jahre nach dem Plenarbeschluss stattfand, stellte März-Granda erneut die gebetsmühlenartige Frage. Baudirektor Johannes Doll entgegnete darauf, dass “…eine digitale Bauherrenmappe nicht auffindbar sei.” Entsprechende Recherchen im Baureferat und Umweltamt ergaben kein Ergebnis.
Frau März-Granda stellte darauf hin nachvollziehbar enttäuscht eine Antragstellung in den Raum. Der Oberbürgermeister erwiderte diese Ankündigung mit der sich aufdrängenden Einschätzung, dass “…diese Erstellung offensichtlich nicht erledigt wurde.” Schlußfolgernd ergänzte er: “Da hilft auch ein Antrag nichts!”.

Spontan fällt dabei der Satz des neuen Umweltamtsleiters ein, den er diesen Sommer im Umweltsenat zu der Thematik Klimaschutz in Landshut in den letzten Jahren getätigt hat:
https://www.klartext.la/klimagutachten-fuer-landshut-stand-bei-null-weniger-als-null/

Im Plenum Mitte September 2018 hatte Stadträtin März-Granda in Sachen der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen bereits “Defizite in ungeheurem Ausmaß” erkannt.

Die damalige Klimaschutzmanagerin Stella Haun sah damals im Plenum “…den Klimaschutz in der Stadt nicht ausreichend gewürdigt.”.
Da kann man ihr nur beipflichten, wenn nicht einmal eine simple Bauherrenmappe innerhalb von  neun Jahren erstellt wurde. Aber: wessen Aufgabe wäre das wohl gewesen?
Übrigens: bevor es alle vergessen: Dr. Thomas Keyßner war zwölf Jahre lang der Vorsitzende des Landshuter Umweltsenates…Beratungen durchführen und Beschlüsse fassen ist das eine, die Umsetzung überwachen und einfordern die andere Zuständigkeit eines Bürgermeisters.
Jetzt ist sein Nachfolger Dr. Thomas Haslinger und der neue Leiter des Umweltamtes, Thomas Rottenwallner, gefordert die Rückstände aufzuarbeiten.

Rudolf Schnur, Stadtrat

Foto: aus der LZ vom 22.09.2018